Der mediale Linke Teil des deutschen Volkes in herrlichster Schockstarre

9. November 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Man kann über Donald Trump, den republikanischen Bewerber um das US-Amerikanische Präsidentenamt, denken was man will und wie es vor allem unsere öffentlich rechtlichen Medien gerade tun in seine Äußerungen alles mögliche hineininterpretieren. Aber in einem Punkt hat er wohl recht. Wenn Hilary Clinton gewählt wird, wird sie am Ende wohl tatsächlich die deutsche Angela Merkel sein. Nun ist Trump wohl eher Instinktpolitiker. Ein reiner Bauchmensch. Er sagt was er denkt und was er denkt ist nicht viel. Aber das ist okay. Viele US-Bürger denken ganz genauso. Leute die mitten im Leben stehen. Männer meist. Wahrscheinlich spricht er aber auch nur aus, was eine Hilary Clinton eben eher denkt.

Während ich bei Clinton, bei all ihren Äußerungen, ihrem ziemlich unverhohlen nach klassischem Estabishment ausgerichtetem Background geradezu karrikaturesken Überzeichnung einer politischen Karrierefrau, die in ihrem ganzen Erwerbsleben nie von etwas anderem als von Staatskosten gelebt hat, leise Zweifel habe ob sie überhaupt noch als Individuum im engeren Sinn bezeichnet werden kann. Sie wirkt zumindest sehr weit entfernt von typisch menschlichen Bedürfnissen. Mehr wie ein Produkt ihrer abgehobenen überkandidelten Umgebung, ein Algorithmus auf zwei Beinen. Wenn dieser Sprechroboter des Hauptstadtklüngels doch irgendwelche Gefühle entwickelt sind diese wahrscheinlich absolut irrational. Es stellt sich hier schon jetzt die Frage ob sie ihre Amtszeit, seien es nun vier oder acht Jahre wie eben Merkel bis zum bitteren Ende einfach aussitzt. Verändern wird sie wohl nichts. Auch wäre Clinton definitiv sehr viel langweiliger als Trump.Vielleicht ist sie letzten Endes tatsächlich nur auf ein Symbol zu reduzieren wie ihr Wahlkampf. Dieses seltsame Emblem mit dem Pfeil im H. Dieser Pfeil weist vielsagend von ihr weg und zwar nach rechts.

Und dort rechts von ihr steht, das kollektive Aufheulen – als hätte man eine Handvoll Ziegelsteine in einen Hundezwinger fallen gelassen – der Medien, haben es angekündigt man müsste eigentlich nicht mal mehr genauer nachlesen, nun ein Donald Trump als neuer US-Präsident fest. Das zeigt uns zugleich auch einmal mehr wieder, dass die sozialen Medien die in Treue fest geschlossen hinter einer Hilary Clinton standen nur einen sehr kleinen äußerst homogenen Teil der Wirklichkeit abbilden. Jede ehemals seriöse deutsche Zeitung übt sich in ihren absurdesten Weltuntergangsphantasien. Man wetteifert geradezu im unterbieten jedweden Niveaus. Und dennoch macht es mich irgendwie auf eine irrationale Art glücklich dieses ganzen Müll zu lesen. Die Presse im Schockzustand. Der Präsident der größten Demokratie der Weltpolizei ist ein Rassistischer Vollarsch. Ein Tabularasa-Mann.
Mal ganz abgesehen davon. Die USA haben eigentlich gute Erfahrungen mit schrägen Präsidenten. Ob nun Bill Clinton oder die Bushs, Gerald Ford oder Kennedy. Nur rumgehackt würde auf denen nicht halb so heftig wie auf Donald Trump.

 

In den üblichen 100 Tagen dann mehr dazu.

Leben ohne essen und trinken – Ist Lichtnahrung möglich?

19. Oktober 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Langzeit Selbstversuch

Kann am Ende vielleicht doch sein, was wissenschaftlich einfach nicht sein darf?
Langzeit – Selbstversuch:
Kann der Mensch ohne Essen und Trinken überleben? Eine Frage, die gerade von der New-Age-Bewegung im immer neuen Gewand unermüdlich immer wieder neu gestellt wird. Als Grenzerfahrung will ich dieser Frage anhand des so genannten „Lichtnahrungsprozesses“ (LNP), der den phantastischen Zustand des „Nicht mehr essen müssen’s“ einleiten soll, im Langzeit-Selbstversuch auf den Grund gehen. 
Der LNP selbst ist in drei Wochen, also 21 Tage, untergliedert. In der ersten Woche darf dabei weder gegessen noch getrunken werden. Am vierten Tag soll der Körper sich dann selbst derart auf den LNP einstellen, dass dieser seinen Nahrungsbedarf anderswo her „aus dem Äther“, wie der esoterische Mensch meint, bezieht. Die bisherigen Prozessteilnehmer beschreiben, dass es ihnen von diesem Tag an, entgegen aller Vernunft, sehr gut ergangen ist. Allerdings darf bis zum Tag Acht trotzdem noch nicht gegessen und getrunken werden. Die nächsten sieben Tage darf getrunken werden soviel man mag. Mindestens aber 1,5 Liter am Tag werden empfohlen. Aber nur bis auf 25 Prozent verdünnte Säfte. Denn diese wird als „die Heilungswoche“ verstanden. In der dritten Woche, „der Woche der Kräftigung“, wird die Verdünnung auf 40 Prozent erhöht. Über den ganzen LNP sollte Ruhe die oberste Priorität haben. 
Das Unternehmen ist insgesamt ein wenig verrückt, denn wir beantworten die Frage, ob Leben ohne Nahrung überhaupt möglich ist, in der Regel mit „Nein“. Und bescheinigen, dass jede Versuchsperson, gemäß geltender medizinischer Lehrmeinung, dabei wohl in einigen Tagen verhungert, oder verdurstet sein wird. Aber hat das je einer ausprobiert? Allerdings hindert mich selbst niemand daran, den Versuch – sollte es mir dabei allzu schlecht ergehen, oder ich extremes Untergewicht bekommen – abzubrechen und einfach wieder zu essen. Aber warum komme ich überhaupt dazu ein derartiges Experiment zu starten? 
Am 5. Juli 2005 zappte ich beim Fernsehen über die SWR-Sendung „Leute“, in ein Gespräch zwischen dem Basler Chemiker Michael Werner und SWR-Moderator Wolfgang Heim. 
„Leben ohne essen, oder trinken zu müssen ist möglich“, behauptet Werner dabei.
Der Mann wird von Heim als medizinisches Wunder vorgestellt, weil dieser, wie er sagt, tatsächlich seit vier Jahren nicht mehr isst. Dabei geht es ihm augenscheinlich blendend und ausgehungert wirkt er auch nicht gerade. Und nicht nur das. Werner will sogar noch erklären, wie er das genau macht. Ich will dranbleiben um zu sehen, wie Heim, diesen Werner entlarvt. Schließlich lerne ich immer gerne dazu. Der trinkt eben seine Sache. Das dies, zumindest eine Zeit lang, möglich ist weiß ich aus zahlreichen Selbstversuchen und Erfahrungen mit Teilnehmern an verschiedenen Fastenkuren. Aber Werner trinkt eigentlich auch nicht. Behauptet er zumindest. Er isst und trinkt nur wenn er Lust dazu hat eine Kleinigkeit wegen des Geschmacks, sagt er. „Gerne mal einen Espresso zum Mittag“, so Werner. Wovon er sich letztlich ernährt weiß Werner selbst nicht so genau. „Die New-Age-Szene“, erklärt Werner, der selbst bekennender Anthroposoph ist, „bezeichnet diesen Vorgang als Lichtnahrung“. Wobei das mit Licht selbst wohl nichts zu tun habe, so Werner. Es ist das was die Inder Prana, oder die Chinesen Chi nennen. Ihn hat eine Bekannte darauf gebracht, worauf er den LNP dann selbst ausprobiert hat. Für den Chemiker Werner stand der Reiz das Unbekannte zu erforschen dabei im Vordergrund. 
Getreu den Anweisungen in Werners Buch „Leben durch Lichtnahrung“ erschienen im AT-Verlag, will ich den LNP ausprobieren. Es wäre doch interessant, wirklich nicht mehr essen zu müssen. Gerade für uns Schwaben, die ohnehin gerne sparen wo immer möglich, ist das ein verlockender Anreiz. Zu all dem bietet sich mir hiermit einmal mehr die wunderbare, immer gerne wahrgenommene Gelegenheit die wissenschaftliche Stagnation durch deren neuen Lehrsatz „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“, der mir schon lange ein Dorn im Auge ist,  zu durchbrechen und andererseits auch der esoterischen Gegenseite mit möglichst realitätsnahen Bezügen auf den Zahn zu fühlen. Was mich bei der Lektüre ein wenig verärgert ist, dass Werner in seinem Buch zwar das „Wie“ des LNP umreißt, aber dazu auf ein weiteres Buch verweist. „Lichtnahrung – die Nahrungsquelle für das kommende Jahrtausend“, erschienen im Koha-Verlag, vom australischen Medium Ellen Greve alias Jasmueen (Duft der Ewigkeit). Das Buch enthalte eine exakte Anleitung zum LNP, nach dem er sich bei seinem LNP gerichtet hat. Im Nachhinein stelle ich fest, dass Werners eigene Erklärung zur Durchführung des LNP gut ausreicht. Auch diese ist an für sich noch wirr genug. Jasmueens schwer esoteriklastiges Werk wirft eigentlich mehr Fragen auf, als es beantwortet und schildert eine für meinen Geschmack viel zu rosafarbene Weltanschauung. Wie viele Esoteriker lebt auch diese Jasmueen allem Anschein nach in einer Art seltsamer Parallelwelt, die mit der Realität nur noch sehr wenig gemeinsam hat. Nüchtern betrachtet ist ihr Werk aber sehr unterhaltsam. Vertrauen fasse ich letztlich dadurch, dass Werner in seinem Buch klar durchblicken lässt, dass sich schon viele, darunter auch namhafte Wissenschaftler und Ärzte, erfolgreich mit dem LNP beschäftigt haben. Die in seinem Werk ebenfalls zu Wort kommen. Das Buch ist hauptsächlich um eine zehntägige wissenschaftliche Fallstudie mit ihm als Probanden aufgebaut.
Die Vorbereitung:
Ich suche nach einem geeigneten Zeitfenster, dass mir noch genügend Zeit zur Vorbereitung lässt. Den Berater und das einsame Häuschen im Grünen, die in beiden Büchern empfohlen werden um sich ganz auf den LNP konzentrieren zu können, schenke ich mir. Das erscheint mir zu teuer und auch zu aufwendig. Meinem Kompagnon, der eine Heilpraktikerausbildung hat, gebe ich Bescheid davon was ich tun will. Wir einigen uns, dass ich mich in bestimmten Intervallen per Telefon melde. Auf den 15. August 2005 lege ich schließlich den Beginn des LNP fest. Ich kaufe zuerst jede Menge Suppen und Getränke ein, denn es wird empfohlen den Körper für den  LNP möglichst im Vorfeld zu entgiften, um Nierenschmerzen zu vermeiden. Ich versuche auf zu Deftiges, auch den Alkohol, in den letzten beiden Wochen vor dem LNP zu verzichten und steige gleich auf die gekauften Suppen um, die ich anfangs noch mit letzten Nudeln und Reis strecke. Natürlich trinke ich auch viel, was ich sonst nie tue. Aber um der Entgiftung willen…. Auch die Getränke für den LNP besorge ich im Vorfeld. Dann erledige ich soweit möglich meinen Schreibkram und melde mich für die Arbeit ab. Als quasi Rettungsringe besorge ich mir noch einen Vorrat an Früchteriegeln, die mich im Notfall wieder auf die Beine bringen sollen. 
Am 14. August hat  mein Vater Geburtstag. Da erlaube ich mir noch einmal heftig zuzugreifen. Am Mittag im Restaurant Leber nach Balkanart und am Nachmittag gute, leckere Torten. Auch drei Stück. Am Abend Fleischkäse mit Kartoffelsalat. Dazu trinke ich Wasser und Weinschorle. Zu Hause trinke ich bis kurz vor Mitternacht noch ein paar Gläser Wasser und erkläre dann den LNP um Punkt Null Uhr für begonnen.
Zum Verlauf:
Der Prozessbericht ist der Einfachheit halber und auch weil zu große Veränderungen nicht Tag für Tag sichtbar waren in vier Abschnitten zusammengefasst. Phase eins ist eine Zusammenfassung der ersten drei Tage. Phase zwei fasst den Rest der ersten Woche zusammen. Die Phasen drei und vier schildern die Zusammenfassung der Wochen zwei und drei.
Phase eins, die ersten drei Tage:
Montag, der 15. August 2005: Zu Beginn wiege ich noch 78,9 Kilo. Ich muss überdurchschnittlich oft pinkeln und habe viel Stuhl am ersten Tag. Ob das am LNP liegt, oder an meinem ungewöhnlichen Ess- und Trinkverhalten in den letzten Tagen (nur Suppe und viel Mineralwasser) kann ich nicht sagen. Es wird auf jeden Fall als Symptom für die ersten Tage im Buch beschrieben. Ich lese zum Zeitvertreib. In den Nächten über den LNP schlafe ich mal mehr und mal weniger gut, was wohl damit zusammenhängt, dass die oberste Priorität des LNP viel Ruhe ist und ich daher schon tagsüber viel liege. Ab dem zweiten Tag habe ich vorwiegend am Morgen Kopfschmerzen, die mich erst Mitte der zweiten Woche wieder verlassen. Wie im Buch als Entgiftungserscheinung beschrieben. Meine Nieren machen indes keinerlei Probleme und Hunger verspüre ich auch nicht. Mein Magen blubbert  nächtens zeitweilig lustig vor sich hin. Tagsüber habe ich leichte Schwindelanfälle beim Aufstehen. Hitze steigt mir dabei in den Kopf und ich fühle mich insgesamt schwächlich. Ich habe auch ein warmes Vollbad probiert. In den Erfahrungsberichten als sehr angenehm geschildert. Allerdings gefiel das gar nicht. Beim aus der Wanne klettern ist mir der Kreislauf zusammengebrochen. Dann taucht die Frage des Speichels auf. Soll ich ihn schlucken, oder nicht. Es soll ja in der ersten Woche weder gegessen noch getrunken werden. Ich entscheide mich fürs Schlucken, da Speichel ja eine körpereigene Flüssigkeit ist. Ich überlege am dritten Tag den LNP wieder aufzugeben, da mir ziemlich langweilig ist. In Jasmueens Buch wird der LNP als heilige Handlung beschrieben, bei der möglichst gar keine körperliche Arbeit geleistet werden soll und auch kein Fernseher, Computer und keine Musik erlaubt ist. Man soll sich ganz dem LNP und seinem inneren Selbst hingeben. Wie das gemeint ist erklärt sie nicht. Aber weil ich wissen will, ob der LNP letztlich wie versprochen funktioniert beschließe ich weiter zu machen. Ohnehin will ich mich nicht allzu eng an die Vorlage halten.
Phase zwei Tag vier bis sieben: 
Donnerstag, der 18. August 2005: In der Nacht vom dritten, auf den vierten Tag, soll nun gemäß Jasmueens Anleitung das große Wunder eintreten. Um den „Todesprozess zu verhindern“ schließt die „himmlische Bruderschaft“ einen „ätherischen Tropf“ direkt an den Nieren an, der mich während diese „Brüder“ meinen Körper für die neue Form der Ernährung umoperieren, versorgt und ich von diesem Zeitpunkt an keine körperlichen Probleme mehr haben soll. Dies könne man aktiv miterleben, schreibt sie. Allerdings werde der kleinste Schluck Wasser den man trinke dazu führen, dass die Bruderschaft ihre Arbeit unterbricht und 24 Stunden lang nicht wieder aufnimmt, was den LNP verzögere. Vielleicht ist das alles aber auch anders zu verstehen. Ohnehin gibt es zur Lichtnahrung ganz unterschiedliche, längere und auch kürzere Wege als den LNP erfahre ich über das Internetforum auf sabon.org (Mailingliste) in dem über dieses Thema gewaltig gefachsimpelt wird. Dazu knurrt mir am vierten Tag gewaltig der Magen. Nicht unbedingt ein Zeichen dafür diesen ätherischen Tropf bereits erhalten zu haben. Zur Erfrischung des Mundraumes kaue ich Zitronenschnitze. Da ich zum Schlucken neige drücke ich sie beim zweiten Mal aus und gurgle damit. Ich will ja nicht essen, oder trinken. Ich bin erstaunt wie klar ich noch im Kopf bin. Bisher konnte ich weder eine himmlische Bruderschaft bei der Arbeit beobachten, noch haben sich Engel zu mir plaudernd ans Bett gesetzt, wie das in vielen Erfahrungsberichten so beschrieben wird. Nachdem ich am Nachmittag genug darüber gegrübelt und endlich eingesehen habe, dass es mir wohl leider weiterhin verschlossen bleiben wird, meinen Geist auf solche hochspirituellen Dinge zu konditionieren beschließe ich, mich wieder ein wenig mit dem Fernseher von der Langeweile abzulenken, denn um zu Lesen bin ich mittlerweile zu schlapp. An einem Abend bin ich zur Auquelle gelaufen. Das ist eine etwa drei Kilometer lange Strecke. Viele LNP-Teilnehmer erzählen in den Erfahrungsberichten von ihren ausgedehnten Spaziergängen während des LNP. Allerdings ist dieser Fitnesstest ziemlich schief gelaufen. Ich musste zu Hause mit Schmerzen im Brustbein erst einige Minuten in Erholung investieren. Überhaupt hält mich mittlerweile nur noch die Hoffnung auf den Montagmorgen, den ersten Trinktag aufrecht. Dabei helfen die ab dem vierten Tag gemäß Anleitung beginnenden Neuausrichtungsstunden, die ich so lege, dass ich den Tag im Grunde erst gegen 18 Uhr beginne. Zwei Stunden um zehn, zwei Stunden um 13 Uhr und zwei Stunden um 16 Uhr. Der Tag wird im Prinzip bis 18 Uhr erst einmal verschlafen. In dieser Zeit sollen, laut Jasmueen, die Lichtarbeiter ihre Operation durchführen und man selbst möglichst ruhig liegen. Nach sieben Tagen ohne zu Essen und zu Trinken lebe ich dann, wenn auch auf Sparflamme, tatsächlich immer noch. Was zumindest die alte Seemannsweisheit, „Am vierten Tag ohne Essen werden wir verrückt und am fünften Tage sterben wir“ – die im Volksmund und auch in der Schulmedizin weit verbreitet ist – lügen straft. Vor meinem ersten Schluck um exakt Null Uhr wiege ich 67,5 Kilo. Soviel habe ich das letzte Mal als 17-jähriger gewogen.
Phase drei Woche zwei Tag acht bis 14: 
Montag, der 22. August 2005: Die Heilungswoche. Gegen Null Uhr trinke ich das erste Glas eisgekühltes Zitronenwasser aus den Resten der Zitronen, die ich von den Mundspühlungen übrig habe. Nach drei kleinen Gläsern habe ich bereits einen Wasserbauch. Bis etwa drei Uhr bleibe ich wach und trinke gewaltige eineinhalb Liter, weil ich einfach nicht widerstehen kann. Am Ende des ersten Trinktages habe ich so

im Gesamten viereinhalb Liter Apfel- und Zitronensaftschorle getrunken ohne überhaupt einmal pinkeln zu müssen und wiege danach schon wieder 71 Kilo. Auch Früchte-Tee habe ich ausprobiert. Die Kopfschmerzen sind weg und mir geht es überraschend gut. Gegen Mitte der Woche habe ich etwas Stuhl. Sobald ich mit dem Trinken am Abend aufhöre habe ich ein leeres Gefühl im Magen, einen trockenen Mund und eine extrem belegte, aufgequollene Zunge. Der gelb-grüne Belag darauf stammt wohl von den Säften. Zum ersten mal bemerke ich im Spiegel wie ausgezehrt ich aussehe. Kein Gramm Fett mehr am Körper und die Oberarmmuskulatur beginnt bereits zu schwinden. Arnie wäre vermutlich stolz auf so einen knochentrockenen Body gewesen. Die Hände sind rissig und meine Haut ist sehr trocken.
Phase vier Woche drei Tag 15 bis 21: 
Montag, der 29. August 2005: Heute ist die Heilungswoche (von der schweren Operation der Lichtarbeiter) wie im Buch erklärt abgeschlossen und die Woche der Kräftigung beginnt. In der, so Jasmueen, die kosmischen Energien, die einen in der dritten Nacht verlassen haben wollen, wieder in den Körper einströmen. Ich wiege 69,5 Kilo und darf nun Säfte die auf 40 Prozent verdünnt sind zu mir nehmen. Ich beschließe überwiegend für den Durst zu trinken. Auch mal bis zu fünf Liter Flüssigkeit am Tag. Stelle aber fest, dass Trinken nun eher ein Durchtauschen von Flüssigkeit ist. Was ich oben reinfülle bringe ich kurze Zeit später schon wieder weg. Die Körpermasse schwindet auch in dieser Woche weiter. Ich sollte dabei erwähnen, dass ich bisher intensiv Kraftsport betrieben habe und meine 78,9 Kilo bei 1,73 m Körpergröße damit nicht unbedingt mein Idealgewicht waren. In der Nacht wieder Bauchschmerzen. Der Magen knurrt. Ich überlege, ob das vielleicht ein beginnender Autokanibalismus ist. Der Vorgang, bei dem die Verdauungsorgane beginnen sich selbst zu verdauen. Am frühen Freitagnachmittag noch eimal Stuhl. Nun eine ganze Menge. Die Form ähnelt allerdings eher Hasen-, oder Ziegenkötteln von etwa 1,5 bis zwei Zentimetern Durchmesser als normalem Stuhl. Trocken und von dunkler Farbe. Am Abend sehr agil bis zwei Uhr am Morgen über Politik diskutiert und dabei zwei Pils getrunken, was ich eigentlich vom Kopf her überhaupt nicht bemerkt habe. Ich hätte erwartet nun sturtzbetrunken zu werden. Danach bin ich von Untertürkheim, immerhin eine gute vier Kilometer lange Strecke, sehr beschwingt nach Hause gelaufen. Hat der LNP am Ende der Woche nun geklappt? Ich gebe meine bisher stete Gewichtsabnahme zu bedenken. Allerdings baut der Körper aber schon infolge der bewegungsarmen Ruhezeit klar ständig Muskelmasse ab. Insgesamt habe ich über den Prozess elf Kilo abgenommen. Ich bin nun wieder frei zu tun was ich will und angeblich nicht mehr auf´s Essen, oder Trinken angewiesen. Mal sehen! Die meisten, die diesen Prozess durchgemacht haben fangen nun wieder mit dem Essen an. Mich dagegen bringt es zu einer Reihe von verschiedenen Experimenten über die ich in den nächsten Tagen noch im Einzelnen berichten will.
Nach dem Prozess Kalenderwoche 36 – 5. bis 11.9.: 
Alles in allem drücken die wieder erhöhte Aktivität und viele Besorgungen am Anfang der Woche mein Körpergewicht weiter auf 66 Kilo herunter. Durch Trinken kann ich dieses aber wieder bis auf 69 Kilo erhöhen. Auch Wasser hält mein Gewicht bisher stabil und ich fühle mich vor allem am Abend sehr lebendig. Tagsüber aber eher ziemlich schlaff. Eine Zigarre, die ich am Mittwochabend bei einem Spaziergang zum Stuttgarter Weindorf rauche macht mir am anderen Tag zu schaffen. Aus Sicht der nächsten Woche bleibt zu sagen, dass die Woche nach dem LNP, in der es ja von Null auf 100 wieder in die alltäglichen Aktivitäten geht, mit einer heftigen Gewichtsabnahme verbunden ist. Am Sonntag habe ich bei meinen Eltern zu Mittag gegessen. Die erste feste Nahrung seit vier Wochen. Es gab Rahmgeschnetzeltes mit Reis, Kohlrabi, Salat und zum Nachtisch ein Eis. Eine Portion von mittlerer Größe. Ich habe wieder Erwarten kein Problem mit dem Magen, oder der Verdauung gehabt und auch die Arbeit direkt danach, mehrere lokale Pressetermine,  habe ich sehr locker bewältigt.
Woche 37 12. bis 18.09.: 
In der zweiten Woche nach dem Prozess hat sich mein Körper wieder recht gut an die Alltagsbelastungen gewöhnt. Sogar das Krafttraining, das mir beim ersten mal viele lange Pausen abgenötigt hat, bewältige ich gut. Habe am Freitag versucht mich richtig vollzufressen um zu sehen wie mein Magen nun reagiert. Ein Dosenfisch, eine Pizza (Spinat-Käse von Aldi) und eine halbe Tüte Gummibärchen stellten dabei meine absolute Obergrenze dar. Der Druck des Magens auf die unteren Rippen hielt fast zwei Tage an. Auch der Stuhl wurde dabei wieder normal (keine Köttel mehr).
KW 38 19. bis 25.09.: 
Kann schon wieder richtig zutreten beim Bergauf radeln. Stelle aber fest, dass ich nun hin und wieder aus Langeweile essen und trinken will. Bin irgendwie süchtig danach und habe permanent das Bedürfnis mir irgend etwas in den Mund schieben zu müssen. Was in dieser Woche ein paarmal zu kleinen Heißhungerattakken führt. Das ist wohl der Beginn des berühmten Jo-Jo-Effektes mit dem Diätteilnehmer nach Ende der Diät ihr wieder rapide hochschnellendes Gewicht erklären. Davon habe ich am Donnerstag und Freitag unheimlich viel Stuhlgang. Ich bin mittlerweile auch der Ansicht, dass Zeit beim LNP eine wichtige Rolle spielt. Ich beobachte, dass sich mein Körper allmählich auf die neue Situation einstellt und jeden Tag besser damit umgeht. Allerdings auch, wie mich Essen wieder zurückwirft.
KW 39 26.9. bis 03.10.: 
Wollte diese Woche konsequent nur einen halben Liter Flüssigkeit am Tag zu mir nehmen um einmal ordentliche Messwerte zu haben. Auch Michael Werner trinkt heute noch etwa einen halben Liter Flüssigkeit pro Tag, gibt er an. Schon am Dienstagabend geht es mir darüber aber sehr schlecht und ich erhöhe mein Flüssigkeitspensum wieder. Ich probiere in dieser Woche dann über Bier, Wein, schwarzen Tee, Wasser, Schweppes und Brühe so ziemlich alles Flüssige aus und stelle dabei fest, dass dünnere Flüssigkeiten wie Tee, Wasser, oder Softgetränke das Körpergewicht nicht so sehr hochfahren wie Säfte. Ein Schockerlebnis am Donnerstag. Mein Gewicht ist auf 65 Kilo gefallen. Obwohl es mir an diesem Tag eigentlich gut geht. Am Wochenende nasche ich wieder ein paar Kleinigkeiten wie etwas Eis, Gazpacho und Minisalamis.


Parallel zum Versuch die Testreihe:
Wie reagiere ich tatsächlich auf völlige Nahrungslosigkeit?
Erwartung: 
Gewichtsverlust, Schwäche, werde unkonzentriert sein und müde, Magenknurren, Magenschmerzen. Äußerliche Veränderungen an Haut, Haaren, Fingernägeln und Gesicht.
Ergebnis:
Gewichtsverlust, Schwächeanfälle, trockene Haut, Magenknurren und Müdigkeit. Sonst keine besonderen Anzeichen.
Wie reagiere ich wenn ich nur trinke? 
Erwartung:
Gewichtsverlust, diverse äußerliche Veränderungen, Magenknurren 
Ergebnis: 
Mit genügend Fruchtsaft, oder auch Bier gelingt es die ersten Wochen mühelos das Körpergewicht konstant zu halten. Ich fühle mich gut dabei. Es häng von der Flüssigkeit ab. Mit Wasser, oder dünnen Softgetränken, fällt das Gewicht und die Symptome sind dieselben wie bei totaler Nahrungslosigkeit. Im weiteren Verlauf läuft jede Flüssigkeit nur noch durch den Körper hindurch und das Gewicht schwindet. Ganz egal wie viel ich trinke. Schwächeanfälle gleiche ich anfangs mit Tee, dann nur noch mit beliebiger Flüssigkeit, auch Wasser, aus. In den letzen Tagen stelle ich eine Besserung der Situation fest. Schwächeanfälle sind Ende Oktober verschwunden. Ich trinke nur ein, zwei Tässchen Cappuccino am Tag. Dabei spüre ich sogar ein leichtes Völlegefühl und etwas Bauchspeck.
Wie reagiere ich wenn ich wieder eine ganz normale Mahlzeit zu mir nehme? 
Erwartung:
Übelkeit, Erbrechen, ich bekomme gar nichts runter weil der Magen nicht mehr aufnahmefähig ist. 
Ergebnis: 
Eine normale Mahlzeit bringt meinen Organismus nicht wirklich durcheinander. Das Körpergewicht geht wie beim Trinken nach oben und ich habe Stuhl in bewährter Köttelform. Esse ich aber mehr und fülle meinen Magen damit richtig auf, geht auch der Stuhl wieder in die normale Häufigkeit und Form zurück. Die Obergrenze der Völlerei ist aber schneller erreicht als früher und ich muss aufpassen, dass ich meinen Magen nicht bis an die Schmerzgrenze überdehne.
Wie reagiere ich auf Alkohol? 
Erwartung: 
Bereits bei kleinsten Mengen Alkohol benommen, oder betrunken zu werden 
Ergebnis: 
Zwei Pils (4,9 Prozent Alkohol) ergeben gar keine nennenswerte Reaktion 
Zwei Flaschen Bockbier (7,1 Prozent Alkohol). Danach bemerke ich die Wirkung des Alkohol s als leichte Kopfschmerzen und Müdigkeit. Nach drei Flaschen schlafe ich beim Fernsehen ein. Mit ein paar Flaschen Bier komme sogar recht gut ernährt durch den Tag.
Eine Flasche Toffee-Kaffee-Sahnelikör (17 Prozent Alkohol) bemerke ich wiederum gar nicht.
Eine halbe Flasche Weißwein (11 Prozent Alkohol) ist kein Problem. 
Von Wein will ich mich als nächsten Versuch zu ernähren versuchen 
Auch eine Flasche Honigmet (11 Prozent Alkohol) stört nicht.
Cognac hat die üblichen Auswirkungen. Der miese Geschmack im Mund am morgen danach.
Wie reagiere ich auf Tabak?
Erwartung: 
Übelkeit 
Ergebnis: 
Eine Zigarre ist moderat geraucht kein Problem. Bei heftigerem Ziehen sind die Probleme die allseits bekannten.
Wie reagiere ich auf Sport?
Erwartung: 
Gewichtsverlust, keine Ausdauer und auch keine Kraft für ein Sportprogramm jedweder Art 
Ergebnis:
Ausdauertraining schlaucht mich ob laufend, oder mit dem Rad direkt nach dem LNP gewaltig. Aber es wird auch sehr schnell besser, so dass ich bereits in der zweiten Woche mein normales Pensum wieder erreiche. 
Das Schnellkrafttraining mit Hanteln machte nach dem LNP erheblich niedrigere Gewichte und sehr lange Pausenphasen zwischen den Sätzen notwendig. Auch hier komme ich in der zweiten Woche schon wieder fast an mein normales Trainingsgewicht heran. Erstaunlich wie viel Kraft in dem ausgemergelten Gerippe noch steckt. 
Allerdings stelle ich bisher keine Zunahme der Körpermasse fest.
Interessant anzusehen finde meine momentan etwas archaisch anmutende Figur. Bei vergleichsweise muskulösen Armen und Beinen ist der Rumpfbereich (verglichen mit meiner Figur vor dem LNP) ein ziemlich ausgemergelter Strich.
Vorläufiges Gesamtresultat des LNP: 
Natürlich wird der LNP sehr individuell wahrgenommen. Das beinhaltet wohl auch einiges an Flunkerei, oder Vergesslichkeit seitens der Absolventen, die bisher darüber berichtet haben. Denn darüber wie lange deren Herunterfahren auf völlige Nahrungslosigkeit tatsächlich gedauert und wie es um das ab und zu kleiner Naschereien zwischendurch tatsächlich bestellt ist, finden sich keine Angaben in den Berichten. Dass ich ab den vierten Tag von externer Quelle irgendwie ernährt werde wie Jasmueen und Michael Werner das in ihren Büchern beschreiben, habe ich so nicht wahrnehmen können. Ich hatte während des ganzen Prozesses immerzu ein recht deutliches Magengrummeln verbunden mit Gewichtsverlust und Schlaffheit. Auch wenn der LNP selbst, also die 21 Tage, insoweit gut funktioniert haben das ich während dieser Zeit in keiner Weise zu Schaden gekommen bin hat eine abrupte Umstellung des Körpers auf Nahrungsunabhängigkeit bei mir nicht stattgefunden. Allerdings hat mir der LNP letztlich gezeigt, dass ich durchaus mit sehr viel weniger Nahrungsmitteln als bisher sogar sehr gut durch den Tag kommen kann.
Ende Oktober bin ich von ein paar Cappuccinos schon quasi vollgefressen. Ganz ohne Trinken geht es nicht. Aber ich werde selbst mit ein paar Schlucken Wasser fit. Meine Schlafbedarf hat sich deutlich verkürzt. Daran topfit zu sein, lange bevor es draußen hell wird, muss ich mich erst noch gewöhnen. Essen wirft mich immer wieder zurück, denn ich kann – nach einer aus Neugierde eingeworfenen Kleinigkeit – oft nicht widerstehen weiter zu mampfen, bis der Ranzen spannt. Ich muss daher beim Einkaufen darauf achten nicht mehr auf Vorrat zu kaufen.
Ende November habe ich dieses Problem in Griff. Interessant ist, dass es nun allem Anschein nach egal ist, ob ich etwas esse, oder trinke. Das wird eben verdaut und ausgeschieden, oder  nicht. Mitte November habe ich esstechnisch ordentlich zugelangt. In diesem Monat habe ich etwas für den Erfolg des Prozesses wichtiges, nämlich meine Individualität wiederentdeckt und versuche neben Nahrungsverzicht auch nicht mehr zwanghaft viel zu trinken, denn das habe ich früher auch nie gemacht. Ich denke daher auch, dass es zur Lichtnahrung effektivere Wege gibt als den 21-Tage-Prozess, der durch das ganze esoterische Drumherum hauptsächlich den eigenen Körperrhytmus zerschießt.
Aktuell:
Mittlerweile sind die in der Szene mit Spannung erwarteten Ergebnisse von Michael Werners Lichtnahrungsexperiment im schweizer Tagesanzeiger veröffentlicht worden.
http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Studie-entlarvt-Schweizer-Lichtesser/story/10205690

Diese kommt laut Tagesanzeiger zu dem Ergebnis, dass Werner während der Zeit wohl doch von den eigenen Körperreserven gezehrt haben muss. Leider enthält der Tagesanzeiger keinen weiteren Hinweis wo die Ergebnisse der Studie direkt eingesehen werden können.

Übersee-Rum gegen Ginseng Metaphysik in der Medizin

25. Juli 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt
Gäbe es einen allgemein gültigen Gesundheitsbegriff, gäbe es sicher auch die Allgemeine, alles seligmachende Medizin. Was ja nach einem Paracelsus – der den Spruch prägte: „Du bist was du isst“, der damit in einer ordentlichen Ernährung die vollkommenste Medizin sah – nicht völlig verfehlt wäre. Leider stimmt das so nicht in jedem Fall.
So genannte Naturmediziner versuchen immer wieder uns klar zu machen, dass es das alles heilende Mittel tatsächlich gibt. Im Trend liegen da Großmutters Rezepte, oder auch angeblich indische, oder indianische Heilverfahren. Eben alles was alt genug ist um von niemandem mehr genau nachvollzogen werden zu können. Oder wo uns die Ehrfurcht vor der Mystik des Vergangenen, wie das Andenken der Toten daran hindert, über dessen Sinn weiter nachzudenken. Ein gefundenes Fressen für allerlei Heiler und Hobbyschamanen, die so ihre abenteuerlichen Rezepturen nach ihren Vorstellungen ungestört erarbeiten und vertreiben können.
Befördert wird dieser Wahn durch unser verwirrtes Gesundheitsbewusstsein. Es gibt aus medizinischer Sicht heute eigentlich nur noch kranke Menschen. Völlig gesund sind wir eigentlich nur noch als Babys und auch das wohl nur weil die liebreizenden Kleinen für unser liebstes Freizeitspiel „den Gesundheitswahn“ noch weitestgehend tabu sind. Wir anderen werden so lange untersucht, bis wir krank sind. Oder zumindest bis wir unserem Arzt, der Freundin, oder dem Pfarrer endlich glauben, dass auch wir in einer unheimlichen Welt voller Bakterien und Infektionsherden leben und an einer zumindest vorbeugenden Behandlung gar nicht mehr vorbei kommen. Die einen werden durch Unachtsamkeit krank, andere, die besser auf sich acht geben werden durch Werbung oder Hypoconder und eifrige Beipackzettelleser überzeugt. Gehen wir von der Werbung der Pharmaindustrie aus, besteht unsere Gesellschaft ohnehin nur noch aus lebenden Leichen. Die Krankenkassen sind mittlerweile von diesem Werbefeldzug wider den gesunden Menschen abgesprungen, was unser Krankheitsbewusstsein wieder ein wenig relativiert. Dabei war der Bevölkerungsanteil der über 100-jährigen in unserer Gesellschaft noch nie so hoch wie heute. Auch das ist eine der Segnungen unserer modernen Wissenschaft. Wir wissen zudem immer mehr und immer besser Bescheid. Statt aufgeklärter werden wir so aber nur zu dünnhäutigsten Hypochondern erzogen.
Interessant ist hierbei, dass neben diesen vielen, vielen verschiedensten Wehwehchen, die uns ja auch zusätzlich noch in unserer Eitelkeit etwas von unseren Mitmenschen abheben und uns so allesamt ein bisschen interessanter machen, die Abteilung der Gesundheitsapostel aus der Naturmedizin, dafür das ultimative, all seligmachende Heilmittel verkaufen will. Nicht dass sie damit die Spielverderber unserer Eitelkeit wären. Es wäre sicher auch weit praktikabler eine einzelne Flasche zu haben, als die dreißig vierzig Pillendöschen, Tablettenschachteln, Tinkturen usw. die wir für unsere perfekte Gesundheit, oder eben der liebevollen Pflege unserer eingebildeten Wehwehchen täglich anwenden. Aber können der Ginseng, die Flasche Klosterfrau, oder die vielen anderen nicht kommerziellen Gebräue und Allheilmittel aus dem Hinterzimmer eines ehemaligen Postangestellten wirklich alles heilen? Nachgewiesene Heilerfolge sind hier meist allenfalls Placebo-Effekte. Genau hier ist erhöhte Vorsicht geboten. Zumindest aber ein Blick auf den Beipackzettel ratsam. Denn der Hinweis, sich mit seinem unterm Ladentisch erworbenen, oder selbst destillierten Gebräu an den Arzt oder Apotheker zu wenden muss gerade bei der ganzheitlichen Medizin auch nicht unbedingt richtig sein. Schließlich können auch diese oft nur erahnen, was für Auswirkungen mit der dauerhaften Einnahmen von beispielsweise Apfelessigmolke auf uns zukommen. Auch die Homöopathie, die meist für solche Scharlatanerien herhalten muss wäre so an sich harmlos. Würden bestimmte Heiler, die sich als Homöopathen ausgeben nicht auch ernsthaft kranke Menschen glauben machen, dass sie durch Zugriffe oder Mittel die sie homöopathisch nennen wieder gesund würden. Ärgerlich ist hierbei auch, dass die Schulmedizin, wie die Wissenschaft im Allgemeinen, ihre Behandlung oft nur auf Annahmen stützt. Ein Mittel löst dieses aus, somit hilft es gegen… Oder sie verwendet das klassische Ausschlussverfahren. Es hilft nicht gegen dies und jenes und das oder das. Also, muss es zwingend für jenes Andere gut sein. Lehnt die medizinische Wissenschaft so auf der einen Seite die Naturmedizin oft zurecht ab, entsteht auf der anderen Seite immer wieder der Eindruck, dass sie selbst sich in der Erforschung ihrer Medikamente mehr auf die Metaphysik als die Vernunft verlässt.
Da unsere Medizin sich aber auf die Behandlung von Einzelerscheinungen beschränken muss ist leider das beste Mittel gegen Fußpilz nur Gift für den aufgeblähten Bauch oder Kopfschmerzen. So gesehen ist der Aldi-Übersee-Rum zwar kein anerkanntes Heilmittel, aber dem Werbe-Ginseng in der Behandlung verschiedenster Wehwehchen auf jeden Fall vorzuziehen.

Impfen

9. November 2003 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Antonino Zambito
Alle Jahre wieder bricht die Impfpanik aus. Die bösen Viren haben es wieder auf den hilflosen Körper abgesehen und starten einen Großangriff. Überall wittert man Gefahr und wenn wir den Pharmakonzernen und der Ärzteschaft glauben schenken helfen da nur Impfungen. Ist die Gefahr nun real, oder bloß Panikmache um den Gewinn der Pharmaindustrie hochzutreiben? Tatsache ist, das Infektionskrankheiten nicht zu unterschätzen sind. Sie stehen mit etwa 25 Prozent weltweit an zweiter Stelle der Todesursachen. Jedes zweite Kind in Entwicklungsländern stirbt an einer Infektionskrankheit oder leidet ein Leben lang an dessen Folgen, wie Lähmung und Hirn- oder Lungenschäden. In vielen Ländern kehren bereits zurückgedrängte Krankheiten wie Diphtherie und Tuberkulose zurück und breiten sich wieder aus. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahrzehnten mehr als 30 neue Infektionskrankheiten wie AIDS oder SARS auftraten.

Die dann durch den wachsenden, internationalen Reiseverkehr verbreitet wurden. Eine zunehmende Resistenz geerschwert die Therapie von Infektionskrankheiten zusätzlich. Dennoch haben laut verschiedener Institute und Gesundheitsorganisationen Impfprogramme in vielen Ländern viele Infektionskrankheiten weitgehend zurückgedrängt oder ganz vernichtet. Interessant ist, dass sich dort zeitgleich die hygienischen Bedingungen stark verbessert haben und sich deshalb die Frage stellt ob die Infektionskrankheiten eher deshalb zurückgedrängt wurden weil sie so gar nicht mehr, die Bedingungen für eine Verbreitung vorgefunden haben. Wäre das nicht der vor allem ein wenig sanftere und kostengünstigere Ansatz diese Krankheiten zu bekämpfen? Anstatt Impfpräparate, die auf Tierblut, deren Organen, oder auf Hühnereiweiß kultiviert werden zu spritzen und durch zudem noch hochgiftige Konservierungsstoffe wie Formaldehyd chemisch Aufbereitet werden. Mittlerweile sind auch gentechnisch hergestellte Impfstoffe auf dem Markt. Das Ziel der präventiven Medizin, ist eine andauernde Immunität vor bestimmten Krankheiten. Während die Schulmedizin in der Gabe von chemisch aufbereiteten Sekreten aus Tierleichen wirksamen Schutz vor einer Erkrankung sieht, setzen Naturheilkundige Ärzte und Heilpraktiker eher auf die Stärkung der Abwehrkräfte. Denn wie lässt es sich erklären, dass es Personen gibt, die nie an einer bestimmten Krankheit leiden, obwohl sie wiederholt mit ihr in Kontakt kommen und keine Antikörper besitzen. Viele Menschen aber, erkranken trotz, oder gerade wegen der Impfung. Naturheilkundige lehnen deshalb Impfungen bis auf wenige Ausnahmen ab. Die Schulmedizin hat leider wenig Vertrauen in die Fähigkeiten eines gesunden Körpers. Was aber bedeuten würde das wir nach Ihren Lehren, längst Ausgerottet sein müssten. Schließlich sind wir ständig irgendwelchen Keimen ausgesetzt. Statt dessen werden wir immer älter und robuster. Die Gefahr sich eine Infektionskrankheit zu zuziehen ist real. Allerdings nur wenn die Erreger die nötigen Lebensbedingungen vorfinden. Entzieht man Ihnen diese, sterben Sie ab ohne Schaden anzurichten. Solange aber die Wissenschaftsmedizin diese Wahrheit nicht akzeptieren will und die Ursachen der Infektionskrankheiten nicht beseitigt, sondern nur die Symptome bzw. die Folgen behandelt (an diesen kann man auch mehr verdienen), wird sich nichts ändern. Es wird eher zu einer Grundverseuchung der Bevölkerung kommen, die dann irgendeinen Grenzwert erhält. Und somit als „Normal“ gilt.

Behinderung, nein Danke

9. Juni 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Antonino Zambito
Die Medizin hat uns die Möglichkeit gegeben frühzeitig zu entscheiden ob ein behindertes Kind geboren werden soll.
Damit haben Eltern die Freiheit zu wählen ob sie sich der Belastung gewachsen fühlen oder nicht. Aber was trägt zu Ihrer Entscheidungsfindung bei? Es ist mit Sicherheit der psychische und finanzielle Druck dem Sie über Jahre hinweg ausgesetzt sind. Viele werden mit der Situation nicht fertig. Sie lassen Ihre Aggressionen an ihrem Schützling aus. Bis es dann vielleicht ins Heim kommt, in dem es ebenfalls Gefahr läuft körperlich oder sogar sexuell Missbraucht zu werden. Was vor allem bei geistig behinderten Frauen vorkommt. Soll man seinen Kindern dies antun? Oder wäre es besser man würde Ihnen das alles ersparen? Die Entscheidung ist nicht einfach. Denn das Problem liegt darin, das man nicht genau sagen kann bis zu welchem Grad die geistige Behinderung reicht. Was, wenn es nur eine geringe Auswirkung auf sein weiteres Leben hat?
Als geistig behindert bezeichnet man einen Menschen der unter einer Einschränkung des Denk- und Wahrnehmungsvermögens leidet. Sowie unter Sprach-, Lern- und Verhaltensstörungen. Früher unterschied man mehrere Stufen doch kommt man mittlerweile davon ab. Es hat sich gezeigt das durch die verbesserte Ausbildung und Versorgung sowie spezielle Schulen, Werkstätten und Heime diese Menschen durchaus Fortschritte machen. Eine geistige Behinderung ist kein starrer Zustand. Geistig Behinderte Menschen brauchen eine spezielle Umgebung um sich weiter zu entwickeln. Geistig behindert zu sein bedeutet nicht das man nicht lernfähig ist, sondern nur das man länger braucht. Also, gar nicht so schlimm mag man jetzt meinen. Im Prinzip nicht.
Was aber wenn das eigene Kind nur im Bett liegt und über Jahre hinweg vor sich hin sabbert? Und dies kann im schlimmsten Fall passieren. Macht man sich dann nicht Vorwürfe? Wünscht man sich dann nicht anders entschieden zu haben. Was würden wir wollen, wenn wir selbst behindert wären? Den Eltern über Jahre hinweg zur Last fallen? Oder wäre man lieber Tod?
Die meisten wählen den Tod. Doch darf man nicht vergessen das solche Gedanken in diesem Fall vielleicht gar nicht da sind. Weil man durch die Behinderung nicht dazu fähig ist. Nehmen wir uns etwas Zeit und Stellen uns vor, wir wären wieder Kinder mit den Gedanken eines Kindes. Und jetzt stellen wir uns doof. Na? Ist es selbstverständlich für uns das uns jemand sauber macht? Oder bekommen wir das gar nicht mit? Nicht so einfach.
Die Reaktionen auf Umweltreize kann man sehen aber nicht ob rationale Gedanken vorhanden sind. Stellen wir uns eine weitere Frage.
Wäre dieses leben im Stande in der freien Natur zu überleben?
Nein. Es würde sehr schnell sterben. In der Natur kann nur überleben was im Stande ist sich Selbst zu versorgen. Sicher wir leben nicht mehr als „ Wilde“ im Wald. Wir Menschen haben eine Soziale Gesellschaft erschaffen um die schwachen mit durch zu bekommen. Was aber wenn wir keine schwachen mehr hätten? Wäre die Gesellschaft dann nicht entlastet?
Was, wenn wir dieses leiden von vornherein unterbinden würden? Würden wir uns des Mordes schuldig machen? Hätten wir eine Gesellschaft die auf selektiver Auswahl gründet? Auf Mord an ungeborenem Leben?
Gehen wir deshalb das Problem nicht gern an, weil es einfacher ist diese Menschen weg zusperren und eine Industrie um sie herum aufzubauen als Ihr leben von vornherein zu verhindern? Machen wir uns mit unserer Doppelmoral nicht auch schuldig?
Verehrte Leserin verehrter Leser, ich habe mit Absicht ein negatives Bild dieser Situation gezeichnet um eine Frage an Sie zu stellen.
Ist es moralisch vertretbar ein behindertes Leben auf die Welt zu bringen, wenn man die Möglichkeit hat es nicht zu tun?

Antibiotika

19. November 2000 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Antonino Zambito
Bisher als die Wunderwaffe der Medizin gehandelt gerät es immer öfter in die negativen Schlagzeilen. Antibiotika versagt! Aber warum?

Antibiotika werden bei Bakterieninfektionen eingesetzt. Also gegen Bakterien! Bakterien wiederum sind kleine, einzellige Lebewesen, die eine Schutzfunktion im menschlichen Organismus haben. Das heißt: Sie helfen uns bei der Abwehr von Krankheiten! Man findet Sie in allen Floren unseres Körpers, wie der Darmflora, der Mundflora, den Hautfloren und der Scheidenflora. Flora bedeutet eine Besiedelung angepasster Bakterien an einem speziellen Standort.All diese Bakterien leben in Koexistenz mit uns und ohne sie würde es uns um einiges schlechter gehen.

Warum werden wir dann durch Bakterien krank?
Es sind nicht die Bakterien selber die uns krank machen, sondern die Toxine der Stoffwechselprodukte. Nicht aber von allen Bakterien. Diese Gifte lösen eine Abwehrreaktion in unserem Organismus aus und wir werden krank. Tuberculose, Typhus, Choléra etc. Waren alles Krankheiten die durch bakterielle Stoffwechselprodukte verursacht wurden und vielen Menschen das leben gekostet haben. Bis 1928 der Mikrobiologe Alexander Fleming das Penicillin entdeckt hatte. Das erste Antibiotikum! Was aber wiederum auch nichts anderes war als das Stoffwechselprodukt von Pilzen, Algen, und anderen Bakterien. Diese töten oder hemmen unsere körpereigenen Bakterien in ihrem Wachstum. Im Prinzip ganz einfach und effektiv.

Wie bilden sich dann Resistenzen gegen Antibiotika?
Es gibt viele Möglichkeiten. Entweder hat sich die Kontaktstelle zwischen Bakterium und Antibiotikum geändert oder auch die der Zellwände. Manche Bakterien setzen auch Enzyme ein um das Antibiotika zu deaktivieren. Die Liste ist endlos und Schuld ist der natürliche Vorgang der Resistenzentwicklung. Denn alle Organismen passen sich ihren Lebensbedingungen an, oder müssen sterben. Dies gilt auch für Bakterien. Das witzige ist ja, daß Bakterien ihre Resistenzgene an andere Bakterienstämme der gleichen Spezies und anderen Arten weitergeben können. Das heißt das Bakterien von anderen Bakterien lernen. Wir sind aber nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung. In Kliniken scheinen Sie in Antibiotika zu Baden. Ärzte verschreiben sie auch bei Bagatellen und in der Tierhaltung werden Antibiotika unter das Futter gemischt. Zur Therapie und Vorbeugung. Es werden dabei gut 50% der gesamten Antibiotika Produktion schlicht aufgefressen. Viel Sinn hatte das bisher jedoch nicht. Trotzdem ist beinahe die Hälfte unseres Geflügelfleisches ist mit Salmonellen oder Campylobakter Keimen belastet. Aber keinen Grund zur Panik. Es gibt eine neue Wunderwaffe. Zyvox von der Firma Pharmacia & Upjohn die kürzlich mit der Fa. Monsanto (Gen-veränderte Produkte) zur Pharmacia Corporation verschmolz. Diese tötet alle Bakterien ab. Ob sie resistent sind oder nicht ist egal. Sogar die Bakterien im Darm die unser Immunsystem unterstützen gehen drauf, nach dem Motto „Keine Gefangenen“. Nebenwirkungen sind abgesehen vom geschwächten Immunsystem noch Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall.
Machen wir uns nicht selber damit kaputt? Sicher, aber wenn wir schon gehen müssen, dann nehmen wir noch ein paar von den Biestern mit ins Grab.

Die Entwicklung von Resistenzen ist nicht aufzuhalten. Das hat man schon immer gewusst, oder war das Studium vom Prof. Soundso für die Katz? Es ist der Lauf der Natur, so haben schließlich auch wir uns entwickelt. Tatsache ist, das ohne Bakterien kein höheres Leben auf Erden möglich wäre. Das einzige was uns helfen könnte wäre die Einschränkung des Antibiotika Einsatzes. Wir müssen nicht gleich gegen alles und jeden Antibiotika einsetzen. Schulmediziner haben nun zugegeben das Kinder die im Dreck spielen eine stärkere Abwehr entwickeln als solche in sterilen Räumen. Alle Antibakteriellen Putzmittel verstärken nur die Resistenzentwicklung.

Wir sollten lieber unser Immunsystem stärken als das der Bakterien.
Ansonsten könnte es sein daß wir eines Tages mit einem Zwei Meter großen Enterokokken ein Bier trinken gehen.

Xenotransplantation

8. Oktober 2000 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Antonino Zambito
Aufgrund der Organknappheit hat die Medizin jetzt einen neuen Weg gefunden um Menschenleben zu retten. Damit könnten Menschen die dringend ein neues Herz oder eine neue Niere benötigen wieder hoffen. Was sie entwickelt haben ist die Xenotransplantation.
Eine Organverpflanzung zwischen Mensch und Tier. In diesem Fall natürlich vom Tier in den Menschen.

Da Affen eine uns Menschen verwandte Gattung sind, erscheint es als naheliegend, das wir aus den selben die Organe entnehmen die wir brauchen. Doch gerade diese Ähnlichkeit ist es, die uns davon abhält solches überhaupt zu erwägen. „Das war ein Unfallaffe“ glaubt sicher nur der aller dümmste. Aber was kann man noch tun? Man nimmt eben eine Spezies die in der Evolutionshierarchie etwas weiter unten steht, mit uns aber noch genug Ähnlichkeit besitzt.
Nämlich das Schwein! Richtig, Schweine sind genau wie der Mensch Allesfresser, und gleichen uns bezüglich Anatomie, Physiologie, Organgröße und Gewicht. Manche sagen das der Mensch sowieso eher vom Schwein abstammt als vom Affen. Aber was hält uns davon ab, daß wir uns unser Nutztier Nummer Eins auch als Organbank halten? Nur eine Sache, die Abstoß Reaktionen vom eigenen Organismus. Bei einer Organverpflanzung zwischen zwei nah verwandten Spezies wie Mensch und Affe, kommt es zu Abstoßreaktionen die durch Immunsupressiva unter Kontrolle gehalten werden.( Dabei wird die Körperliche Abwehr geschwächt und der Organismus anfälliger für Infektionen.) Bei einer Transplantation von weiter entfernten Gattungen wie Mensch und Schwein kommt es zu einer hyperakuten Abstoß Reaktion, wobei das transplantierte Organ vom Immunsystem des Empfängers in kürzester Zeit zerstört wird.

Es gibt zwar längst Verpflanzungen von Schweineherzklappen in das Herz eines Menschen. Dabei handelt es sich aber um nicht aktive Gewebe. Sie haben eine leidliche Gerüstfunktion.

Daneben gibt es Studien zu verpackten Geweben und Zellen. Diese sind in einer Membrane (gespanntes Häutchen) verpackt welche nur für Nährstoffe, Sauerstoff und Medikamente durchlässig ist. Weiße Blutzellen und Antikörper sind zu groß um Sie durchdringen zu können um damit das fremde Organ anzugreifen. Wo sollte so ein „Tüten Organ“ eingesetzt werden?

Mittlerweile gehen die Gedanken dahin, Schweine so zu verändern das sie vom menschlichen Organismus nicht mehr als fremd angesehen werden. Dazu muß man ihnen allerdings menschliche DNA zufügen. Was aber, wenn wir das Problem mit dem menschlichen Selbstschutz Programm gelöst haben und damit auch artfremdes Gewebe annehmen könnten? Was ist dann mit den Krankheitskeimen? Erreger müssen viele Barrieren überwinden um eine Infektion auslösen zu können. Das saure Milieu im Magen beispielsweise tötet Bakterien und Viren ab. Dadurch aber, daß ein schweinisches Organ mit menschlicher DNA in den Menschen eingepflanzt wird ,wird diese natürliche Abwehr unterdrückt. Der Virus muß seine Überwindungsarbeit im Immunsystem nicht mehr verrichten und kann sich gleich einnisten und vermehren. Es sind zwar viele tierische Erreger für den Menschen ungefährlich, aber nur weil sie bisher keine Möglichkeit hatten sich anzupassen. Wenn sie aber direkt im Körper sind, wird ihnen der Sprung auf den Menschen vereinfacht. Das dies möglich ist, hat uns Aids gezeigt. Seither sind über 30 Stämme von HIV artigen Retroviren in Affen beschrieben worden. Um der Infektion mit tierischen Erregern zu begegnen will man Breitbandantibiotika einsetzen. Die wirken aber nur bei Bakterien und Pilzen. Sind also nicht für alles gut und entlasten das Immunsystem nur noch mehr. Hinzu kommt das nicht alle Bakterien beim Einsatz von Antibiotika sterben sondern das einige resistent sind oder Resistenzen entwickeln. Dies führt dazu das man immer stärkere Mittel einsetzt. Seit kurzer Zeit haben sich internationale Forscher für ein Moratorium in der Forschung ausgesprochen damit nicht das Skalpell schneller ist als der Kopf. Zum Glück gibt es Versuche Organe künstlich herzustellen. Dabei braucht man nur etwas menschliche DNA, die richtige Befehlskette und schon läuft die Sache ganz ohne neu heran gezüchtete Epidemien.

Wäre es nicht Intelligenter, wenn wir einfach auf uns besser aufpassen würden? Warum essen wir zu fettig und zu salzig, trinken zuviel Kaffee und zu wenig Wasser und treiben zu wenig Sport? Das sind neben zuviel Arbeit die Hauptgründe des Organversagens.

Müssen wir den wie die Amerikaner zu den größten Organkonsumenten werden?

Man kann die Sache auch anders angehen.

Wir setzen dem Menschen Schweine DNA ein. So würde er endlich aussehen wie er sich verhält. Wie ein Schwein.

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