Stimme zu verschenken

22. September 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Bin allmählich fürchterlich angenervt von der permanent extrem penetranten Nötigung durch die Medien doch unbedingt zur Wahl gehen zu müssen. „Bürgerpflicht, Demokratie und furchtbar schrecklich wichtig. Wer nicht wählt ist böse und ein Nazi“. Zumindest unterstützt er damit Pest Colera, Autodiebe und was weiß ich nicht alles… Und wer sich da nicht alles vor den Karren spannen lässt, damit unser Politikum auch weiterhin seine Scheinchen bekommt. Sportler, Schauspieler, Werbeagenturen etc. Leute von denen sonst eigentlich kaum einer Privates hören will. Teils klar aus Angst, dass es doch nur irgend ein perverser Schwachsinn ist. Aber auch sonst. Es ist entwürdigend.

Und ich weiß bei all dem medialen Hirnfick noch immer nicht wen ich eigentlich wählen will. Die Auswahl, muss man eigentlich noch was dazu schreiben, ist ja auch einfach wieder mal zum weglaufen.

Da gibts die CDU in der Hauptsache vertreten durch die aktuelle Kanzlerin Angela Merkel – einem sprechenden Sedativ. Sowie der Kandidatin für den Wahlkreis Stuttgart 2: Berufspolitikerin Karin Maag. Nie sonst auch nur irgend was von der gehört.

Zum Prozedere muss kurz erklärt werden, dass unsereiner bei der Bundestagswahl 2013 zwei Stimmen zu vergeben hat. Eine für einen Direktkandidaten und eine für eine Partei.

Die SPD als solche wird vertreten von Peer Steinbrück einem aufgeblasenen Hamburger Vollarsch. Der Kandidat für den Wahlkreis Stuttgart 2 ist Nikolas Schäfstoß. Auch noch nie sonst in Erscheinung getreten.

Was haben wir noch: Matthias Werwigk von der FDP. Immerhin seither im Stuttgarter Stadtrat und im Bund der Selbstständigen präsent und seine Frau war auch mal Justizministerin. Also schon eher ne bekannte Größe. Aber die Bundes-FDP ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. 2009 angetreten mit einem riesigen Paket die politische Landschaft zu verändern wovon sie bis heute nichts haben umsetzen können. Statt dessen produzieren nach etlichen personellen Querelen irgend welche blasierten Spukgestalten, ein Suffkopf und ein lustiger kleiner Vietnamese fleißig heiße Luft.

Sonst: Eine Biggi Bender. Klar ne Grüne. Die kommt auch immer nur zur Wahl aus ihrem Loch gekrochen. Und mit den Bundesgrünen bin ich irgendwie noch nie grün gewesen. Zu seltsam die Kandidaten und zu viel Angst machen mir deren im Grunde zutiefst menschenfeindlichen Vorstellungen vom Zusammenleben. Es gibt eigentlich nichts was diese Vögel einem nicht gerne verbieten würden. Selbst jedoch ist ihnen keine Absurdität zu fremd.

Für die Linke tritt Marta Aparacio an. Eine argentinische Textblase, die zu ihrem Thema, der S21-Sache auch irgendwie gut passt. Auch diese Gestalten sind mir zu seltsam. Auch wenn die Linke an für sich ein recht ansehnliches Program auf die Beine gestellt hat bei Aparacio verweigert mir mein Arm seinen Dienst. Die kann ich einfach nicht.

Mir fällt allerdings auch auf, dass ich mit meiner Sympathie für unsere Parteienlandschaft in den vergangene vier Jahren von der FDP zur Linken gewechselt habe. Aber die Programme der FDP damals und der Linken heute sind auf irgend eine Art doch vergleichbar.

Genervt beschließe ich am Freitag für diese Bundestagswahl meine Stimme zu verschenken. Bedürftige, die gerne wählen würden, so sie dass denn dürften gibts wohl genug. Selbst in Stuttgart.

Mein Experiment: Ich setze mich mit einem Schild: Aufschrift: Stimme zu verschenken! Vor mein Wahllokal in der Martin-Luther-Schule und warte. Nach einiger Zeit spreche ich aktiv Passanten zur Bundestagswahl an. Was sie denn gerne wählen würden und warum.

Da gehen die Wünsche dann sehr stark auseinander und meine Suche nach dem Besten Grund das Kreuzchen zu machen artet bald aus.

Viele wollen gerne die CDU. Wenn die Merkel nicht wäre. Oder die SPD ohne Steinbrück. Von den kleineren Parteien hält man im Allgemeinen derzeit nicht so viel. Zu gut funktioniert hier die schwarze Propaganda der etablierten Parteien.

Und die die sich doch vorstellen könnten eine der kleinen Parteien zu wählen und dies auch sehr freimütig bekunden, denen möchte ich aus verschiedenen anderen Gründen meine Stimme dann doch eher nicht geben.  In dieser sehr liberalen Stadt leben leider doch zu viele Spinner.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Stimme zu verschenken auf explicatio.

Meta

%d Bloggern gefällt das: