Der beste Cheerleader der Welt

19. Juli 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt
Die USA haben gewählt und damit hat die „Beste Demokratie der Welt“ nun einen neuen Führer. Diesem huldigt, in vorauseilendem Gehorsam, erst einmal die ganze Welt. Schließlich hat dessen Vorgänger seinerzeit sehr deutlich gezeigt, dass er mit kritisch eingestellten Ländern mal ruckzuck kurzen Prozess macht. Doch, wenn der Vorgänger mit seinem klerikalen Wahn so total böse war wie ein Republikaner der christlichen Rechten nur sein kann, wie tickt dann der Neue, ein schwarzer Demokrat, wirklich?
Ist er tatsächlich so ganz anders. Wie schließlich alle US-Präsidenten immer noch toller und noch viel geiler sind als ihre jeweiligen Vorgänger?
Auch dieser will nicht nur alles besser machen, nein er ist auch noch ein Schwarzer. Und die sind ja so total unterdrückt. Ein solcher Präsident muss also absolut gut sein. Außerdem wer was gegen Schwarze sagt ist ja auch voll nazihaft. Schon deshalb ist dieser Ova-Himba oder Alabama oder so ähnlich eben absolut der Beste. Er hat in Berlin und auch in Baden-Baden sogar irgendwas von Öko erzählt. Außerdem hat er Segelohren und ist damit so süß wie einst der britische Charlie-Boy bei seiner Hochzeit.
In der Medienwelt ist es neben dem Verteilen der klassischen Vorschusslorbeeren durch zahllose Lobbyisten auch üblich nach einer gewissen Zeit ein Resümee zu ziehen. Und nun ist es schließlich schon wieder Sommer und es ist viel passiert. Nur nicht aus den USA.
Irgendwie erzählt dieser Obama jedem alles und setzt sich überhaupt für alles wofür es sich auf dieser Welt einzusetzen gibt ein. Alles was es auf der Welt an Problemen anzupacken gilt wird sofort Chefsache für den jungen Amerikaner für die er sich großspurig persönlich verbirgt. Interessanterweise scheint man ihm tatsächlich zu glauben. Guantanamo wollte er umgehend schließen lassen, denn die USA sind kein Folterstaat.
Aber was leistet er schließlich? Wie alle Jung-Karrieristen scheint seine Prämisse zu sein um jeden Preis Präsenz zu zeigen.
Schon stehen die ersten Relativierungen auf dem Plan.
Waterboarding muss nicht unbedingt als Folter angesehen werden und könnte nicht Deutschland ein paar Häftlinge aufnehmen.
Aber gerne. Unsereins hat ja schließlich Erfahrung darin KZ-Häftlinge wieder hochzupäppeln. Dazu haben wir uns gesetzlich verpflichtet.
Aber wen auf der Welt kümmert das schon, schließlich gibt es noch so viele Versprechen abzugeben.
In den USA ist dieses permanente heischen um Aufmerksamkeit eine Erziehungsfrage. Und Obama war ja immerhin auf einer Eliteuniversität wo überwiegend derartiges zählt. Dazu kommt wohl auch, dass er als erste schwarzer Präsident besonders amerikanisch wirken will.
Auf uns „alte Europäer“ wirkt so etwas dagegen penetrant und „der Beste aller Präsidenten“ kommt einem zur Zeit eher vor wie so eine total beknackte, völlig überdrehte, karrieregeile Cheerleader-Tussi.
Alle Welt scheint darauf zu warten bis er endlich seinen Stetson auf die Segelohren drückt und mit der Magnum auf den Tisch klopft. Doch „der beste Cheerleader der Welt“ wedelt uns stattdessen lieber weiterhin mit den rosa Puscheln vor der Nase herum.
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