Alles fürs Rad

18. Mai 2008 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Stuttgart: 3. Fahrradaktionstage mit zahlreichen Angeboten

(mr) – Am Wochenende hatte das Stadtplanungsamt bereits zum dritten Mal zur großen Informationsveranstaltung Rund um den Drahtesel in die Stuttgarter City eingeladen. Zahlreiche Veranstalter konnten am Samstag und Sonntag ihre neuesten Angebote der Öffentlichkeit vorstellen.

Besucher, die die Fahrradaktionstage mit dem eigenen Zweirad besuchten wurden vor dem Alten Schloss vom Allgemeinen deutschen Fahrradclub (ADFC) Stuttgart empfangen. Umsonst passte der Verein ganztägig auf die  abgestellten Fahrräder auf. Gleich daneben konnte man den eigenen Drahtesel codieren lassen. „Die Codierungsaktion läuft in Zusammenarbeit mit der Polizei schon seit 15 Jahren“, erklärt Peter Beckmann, Geschäftsführer des ADFC-Stuttgart. Anhand der Nummer, die Stadtteil, Straße Hausnummer Initialen und Geburtsdatum enthält lasse sich sehr schnell der eigentliche Besitzer ermitteln. Außerdem sei der deutlich sichtbare Code auch eine Abschreckung für Fahrraddiebe. Nicht jeder Dieb nehme sich die Zeit die Nummer herauszufeilen. Die Fahrradaktionstage sind ein Glücksfall für Beckmann. „Der Rückhalt für die Radler in der Bevölkerung ist seither wesentlich größer geworden“, so Beckmann. Mittlerweile werden die Bemühungen um Radwege sogar vom einstigen Feind, dem ADAC unterstützt.

Einen Stand weiter stellt sich die DB-Aktion „Call a bike“ vor. „Durch die Aktion, dass die erste halbe Stunde kostenfrei gefahren werden kann wird die Aktion sehr gut angenommen“, bestätigt Christian Mahner, Leiter von „Call a bike-Süd“, der damit auch die Städte München und Karlsruhe betreut.  Am Besten angenommen werde das Angebot mit den 400 an zentralen Punkten im Stuttgarter Raum stationierten ehemaligen Elektrorädern von jungen Arbeitnehmern zwischen 18 und 35 Jahren. Und die Zahl der Nutzer in Stuttgart steigt. „Pro Tag wird im Schnitt jedes Fahrrad einmal bewegt“, so Mahner.

Um echte Elektroräder, so genannte Pedelecs, geht es auf dem Schlossplatz. Auf einer Teststrecke kann man sich von den Vorzügen eines solchen Rades überzeugen. „Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Modellen, die keine besondere Zulassung benötigen“, erklärt Hannes Neupert vom Verein Extra Energy, der neueste Modelle regelmäßig auf Herz und Nieren testet. Dabei fahren die Pedelecs nicht von ganz alleine. „Je stärker der Pedaltritt, desto mehr Kraft gibt der Elektromotor dazu. So dass die aufgebaute Rampe von den zur Auswahl stehenden Modellen spielend bewältigt wird. Als Stuttgarter zeigte Neupert am Sonntag aber auch auf geführten Touren was wirklich in den Rädern mit Rückenwind steckt. Der kleine austauschbare Akku ist für 40 Kilometer gut, je nachdem wie stark es eben bergauf geht. Allerdings führen Elektrofahrräder, gibt Neupert zu immer noch ein sehr stiefmütterliches Dasein in Stuttgart.

Völlig ohne Unterstützung, auch ohne Gangschaltung kommen die Fahrräder der Historischen Gruppe des Radsportvereins Wendlingen aus. Ewald Dubb, der Erbauer der meisten dieser alten Holzmodelle ist mit Gamaschen und Schiebermütze wie ein Radler zur Zeit des 18. Jahrhunderts gekleidet. Sein Verein unternimmt mit den Modellen, die ausgestattet mit Karbidlampe oder Kerze durchaus straßenverkehrstauglich sind regelmäßige Touren. „Nachbauten sind das deswegen, weil die wirklichen Modelle aus Holz wohl mittlerweile schon beim Anfassen zu Staub zerfallen“, so Dubb.

Und so geht es weiter. Der Langsamfahrwettbewerb der Naturfreunde Radgruppe zog genauso Publikum an wie die zahlreichen geführten Touren zwischen 2,5 oder auch 100 Kilometer Rund um Stuttgart oder die Bühnenshows bei der die verschiedenen vereine ihr Können auf zwei Rädern präsentierten.

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