Wiedereröffnung im Museum am Löwentor

3. Februar 2008 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Stuttgart: Rätselreisen und ein neues Design

(mr) – Nach der siebenmonatigen Saurierausstellung war das staatliche Museum für Naturkunde wegen Umbauarbeiten für drei Monate geschlossen. Am Sonntag wurde die Wiedereröffnung mit ganz besonderen Höhepunkten gefeiert.

Für die Museumsdirektorin Professorin Johanna Eder ist mit dem neuen Design ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen das Museum etwas bunter und freundlicher zu präsentieren. „Jedes Erdzeitalter hat einen international gültigen Farbcode“, so Eder. Und nach diesem sind nun so genannte Leitlinen zur Orientierung der Besucher angebracht. In einer besonderen Führung erklärt Grafikerin Julia Gritzka, die das neue Design des Museums entworfen hat, wie das funktioniert. Zunächst fällt auf, dass die Fossilien nun nicht mehr auf einem grauen, sondern einem hellblauen Hintergrund montiert sind. Vergleiche zwischen dem alten und neuen Design zeigen auch, dass es nun weniger Text auf den Tafeln gibt. Dafür erklären Infopunkte über Touchscreen Bildschirme den interessierten Besucher detailliert über beispielsweise den Riesenkontinent Pangäa auf. „Die Bildschirme haben den Vorteil, dass wir uns damit immer auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft präsentieren können so Eder, die auch dafür gleich ein Beispiel parat hat. Dass Knochen eines Tieres heute zu einem völlig anderen Tier zusammengesetzt würden als früher, derartiges gab es noch nicht. Aber wenn man die Saurier vor dem Eingang nimmt: Vor 20 Jahren ging man davon aus, dass sie auf zwei Beinen unterwegs waren. So sind sie draußen auch dargestellt. Das aktuelle Diorama zeigt die zur damaligen Zeit in Stuttgart ortsansässigen Tiere nun in korrekter Haltung auf vier Pfoten. Wobei diese sich aber auch aufrichten konnten. Im Infopunkt können auch verschiedene Thementafeln, unter anderem auch eine für speziell für Kinder, gezogen werden. Dort erfährt mann dann auch als lokalen Bezug, dass zur Triaszeit als es nur einen einzigen großen Kontinent gab, Stuttgart eine trockene heiße Wüste war. Die Leitline des Triaszeitalters ist zur besseren Orientierung beispielsweise in Lila gehalten. Bisher sind nur die Zeiten des Erdmittelalters erneuert worden. Aber die anderen Ausstellungsteile werden nach und nach folgen. Nur eine Epoche später, erklärt Gritzka, wird Stuttgart immer wieder vom Meer bedeckt. Zeugen davon sind die im Muschelkalk bei Bad Friedrichshall verborgenen Salzablagerungen. Auch das Gebäude des Hauptbahnhofs ist aus Muschekalkstein aus dieser Zeit erbaut.

Eine weitere Neuerung ist auch, dass die speziellen kindgerechten Erklärungen ganz unten angebracht sind.

Zu einem späteren Zeitpunkt hat sich Stuttgart zur Sumpflandschaft entwickelt und ein Reisenlurch, ein Vorfahr der heutigen Krokodile lebte mitten in Stuttgart, so Gritzka. Auch diese Szene ist in einem der großen Dioramen festgehalten und wird nun durch die neuen Infopunkte und Tafeln erklärt. Zur Zeit wird fleißig an einem Diorama für Flugsaurier gearbeitet, zu einer Zeit als die Kontinente sich trennten und Stuttgart einmal wieder komplett vom Meer bedeckt war. „Wie die heutige Südsee kann man sich das damals vorstellen“, so Gritzka.

Wer am Sonntag als urzeitliches Tier verkleidet ins Museum kam fand feien Eintritt. Tobias und Johannes Gellert aus Eislingen, beide begeisterte Saurierfans nutzten das aus und waren mit Vater Andreas die geliebten Urzeitwesen besuchen.

Auch Katrin Minkov aus Winnenden ist begeistert von der neuen Qualität der Ausstellung. „Vieles ist für meine beiden Mädchen natürlich noch zu kompliziert, aber die zahlreichen Rätsel- Mal und Bastelangebote machen den beiden aufgeweckten Kindern großen Spaß“. Fürs fleißige Rätseln gab es am Sonntag zur Belohnung von einer Schamanin eine Halskette mit einem echten Haizahn.

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