Festival der Harmonien

24. Juni 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart: Musikvereine präsentieren sich auf dem Schlossplatz

 

(mr) – Am Sonntag hatte der Stadtverband der Chöre, Musik- und Karnevalsvereine zusammen mit dem Kreisverband der Blasmusik Stuttgart bereits zum vierten mal zum Festival der Harmonien auf den Stuttgarter Schlossplatz eingeladen. Einen ganzen Tag lang konnten die Stuttgarter Musikvereine, aufgelockert durch Tanzvorführungen des Cannstatter Quellenclubs ihr können einem breiten Publikum präsentieren.

 

„Diese Veranstaltung soll den zahlreichen Stuttgarter Musikvereinen eine Möglichkeit geben sich mit einem möglichst großen Repertoire der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren“, erklärt Eberhard Krause, der Präsident des Stadtverbandes der Chöre, Musik- und Karnevalsvereine. Der Stadtverband war 1995 auf Initiative des Stuttgarter Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster ins Leben gerufen worden um als Ansprechpartner und Dachverband für alle kulturtreibenden Vereine da zu sein.

Von 11 bis 22 Uhr gaben sich auf dem Festival der Harmonien ein Stuttgarter Musikverein nach dem anderen das Mikrofon auf der Bühne vor dem Stuttgarter Schlossplatz die Hand. „Acht Vereine sind natürlich nur eine kleine Auswahl. Aber viele sind in den Sommermonaten auch mit eigenen Festen beschäftigt“, so Krause.

Ähnlich erging es den Aktiven des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart Wangen, die mit einer, allerdings immer noch ganz ansehnlichen Notbesetzung spielten. „Einige der Kollegen haben heute natürlich Dienst. Sie müssen die Straßen für den Stadtlauf absperren helfen“, so Rolf Dalferth, der Geschäftsführer des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart Wangen. Sie sind gleichzeitig auch der einzige Feuerwehrmusikzug in Stuttgart und stellen am frühen Nachmittag eine Stunde lang Auszüge aus ihrem knapp 100 Stücke umfassenden Programm mit Polka, Jazz und Swingstücken vor. Ohnehin hatten sie mit ihrem Auftritt, als sie ihre Instrumente aus dem alten Feuerwehrbus aus geladen hatten bei den Festivalbesuchern für Aufsehen gesorgt. Swing war auch das Grundthema, des Musikverein Gaisburg, die vor den musizierenden Löschzugfahrern die Bühne innehatten. Ihnen hatte es Swinglegende James Last mit seinen Stücken angetan. Was das zahlreiche Stuttgarter Publikum schon am Morgen zum Verweilen eingeladen hatte. Viele waren einfach auf Stadtbummel am Sonntag durch die Königstraße geschlendert und hatten sich dort an den bereitgestellten Bierbänken oder anderen Sitzgelegenheiten niedergelassen. Wie die Jägers, eine Familie aus Thüringen, die für ein paar Tage auf Urlaub in Stuttgart war kamen so viele eher zufällig in den Musikgenuss. Andere sind direkt aus der Kirche auf den Schlossplatz gekommen, wo sie bei einer heißen Roten, oder einem zünftigen Vesper, Bier und Viertele von dem Careringservice Loos, gespannt lauschten was die Vereine im für sie im Angebot hatten. Neben der Siebenbürger Blasmusik, den Handharmonikafreunden Murr, dem Musikverein Untertürkheim um nur einige der Akteure zu nennen, hatten auch die Tanzmariechen des Cannstatter Quellenclubs ihren großen Auftritt. Sie stellten dem Publikum ihre, für die neue Fasnachtssaison, einstudierten Tänze vor.

Krause zeigte sich über die vielen schon am frühen Nachmittag auf dem Scholssplatz verweilenden Besucher hocherfreut. Er hatte um diese Zeit gar nicht mit so vielen Besuchern gerechnet.

„Wir wollen für das nächste Jahr auf den Samstag ausweichen, weil dann doch mehr in der City los ist“, so Krause.

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Weinblütenfest auf dem Schnarrenberg

24. Juni 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Bad Cannstatt: Jazz und ein neuer Gastronom verwöhnen die Gäste erstmals auf dem Schnarrenberg

(mr) – Bei angenehmen Sommertemperaturen ließen sich die Cannstatter Weinzähne am Wochenende auf dem Weinblütenfest auf dem Schnarrenberg ihr Viertele schmecken.

„Eigentlich sind wir mit der Weinblüte ja ein wenig zu spät dran“, erklärt Monika Bauer vom Weingut Wilhelm Bauer, das zusammen mit dem Weingut Jägerhof jährlich das Weinblütenfest auf dem Schnarrenberg schon seit Jahrzehnten ausrichtet. Wegen des heißen Sommers habe der Wein in diesem Jahr schon viel früher geblüht.

Seit diesem Jahr neu im Team der Festbewirtung ist August Kreder, der den altershalber ausscheidenden Manfred Ankele vom Schlemmerhaus Ankele ersetzt. „Gustls Maultaschen- und Wurstküche ist natürlich kein Unbekannter für uns“, so Peter Mayer vom Jägerhof. Seit Jahren lassen sich die Festveranstalter schon von dessen Spezialitäten verwöhnen. So sind natürlich auch am Wochenende Gustls geröstete Maultaschen, die direkt vor den Festbesuchern in einer riesigen Pfanne geröstet und von dort heraus direkt an den Kunden verkauft werden ein Renner auf dem Fest. „Natürlich haben wir auch noch anderes, wie unser Wengertervesper, Wurstsalat, das Winzersteak oder die heiße Rote im Angebot“, so Kreder, der sich sehr gut vorstellen kann diese Veranstaltung auf dem Schnarrenberg auch weiterhin zu beschicken.

„Die musikalische Unterhaltung ist in diesem Jahr eine Besonderheit“, so Mayer. Denn an beiden Tagen gaben sich ausschließlich Saxophon spielende Jazzbands wie „Saxophone blue“ nacheinander das Mikrofon in die Hand. Das sei von den Festbesuchern, die hier draußen in der Regel schon seit Beginn des Weinblütenfestes auf dem Schnarrenberg die Stammgäste der Veranstalter sind so schon länger gewünscht gewesen.

Auch sonst haben die beiden Veranstalter in diesem Jahr nur bewährtes im Gepäck. „Ich habe nach Jahren des Experimentierens das Sortiment wieder ein wenig verkleinert“, so Mayer, der sich eingestehen musste, dass 20 Produkte aus seinen 3,5 Hektaren auf die Dauer nicht so wirtschaftlich sind. Er hatte sich von den Cuvees mit denen er im letzten Jahr punktete wieder verabschiedet und wieder mehr die klassischen Trinkweine auf den Schnarrenberg mitgebracht. Mit dabei ist allerdings der Turm, ein sehr beliebter Wein wie Grauburgunder, Riesling und Kerner. Beim Weingut Boskoop sind es wie immer die neuen Jahrgänge des Zuckerle, Riesling die sich die Gäste schmecken lassen.

Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst im Grünen, zwischen den Weinbergen des Schnarrenberg der vom Pfarrer der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Bad Cannstatt, der Steigkirche gehalten wurde.

Dem Publikum gefällts. So gut, dass am Samstagnachmittag sogar eine ganze Busladung mit 46 Personen, die die Mercedes-Benz-Welt besichtigt hatten hier ihren Tag ausklingen ließen. Eine Idee ihres Reiseleiters Bruno Kiefer. Dafür konnten sie auch jede Menge Andenken in Form von Wein und Gläschen mit nach Hause nehmen. Mit dem nach Hause fahren wollen sie sich noch lange Zeit lasen.

An einem weiteren Tisch vergnügten sich Margot Bälz mit ihren Freundinnen, die sich dort oben zufällig getroffen haben und sich in dieser Schönen Umgebung zwischen den Rebstöcken jedes Jahr ihr Viertele schmecken lassen.

Willkommen im Kindergartenland Peinlichkeitshausen im Kreis Großdeppen

15. Juni 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt
Wie kindisch Politik zuweilen sein kann zeigt uns einmal mehr die jüngst angestoßene Debatte um die Trauerrede des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, für seinen verstorbenen Amtsvorgänger Hans Filbinger.
Natürlich kann man von unserem, schon recht selbstbewusst, meist aber ein wenig linkisch agierenden „schwäbischen Sonnenkönig“ halten was man will, aber er repräsentiert das Land insgesamt gut. Denn wir Schwaben sind irgendwie schon relativ genauso. Die Trauerrede und auch die Reaktion darauf haben nicht allzu sehr überrascht. Denn das Oettinger ein Trampel ist sind wir gewohnt.
Aber dass ein MP dann nicht einmal genug Rückgrad besitzt um seine Rede, die in dieser Form zwangsläufig missverstanden werden muss, gleich richtig zu stellen und sich statt dessen vor den Fragen und gerade den Provokationen von linker Seite komplett verkriecht, hat schon sehr verwundert. Denn so dramatisch war dieser Fauxpas eigentlich nicht.
Der verstorbene Filbinger selbst mag als Richter nicht unbedingt ein großer Menschenfreund gewesen sein und natürlich ist eine Aussage wie, „dass Filbinger kein Nationalsozialist gewesen ist“ fragwürdig, da dieser schließlich Parteimitglied war. Aber besonders schwerwiegend ist so ein Spruch nicht. Warum der Beraterstab des Ministerpräsidenten aber nicht die nötige Sensibilität besitzt eine so plumpe Rede schon im Vorfeld zu korrigieren bleibt ebenso eine offene Frage. Eigentlich sollen diese Leute, als journalistische Elite des Landes, derartiges bemerken. Sind diese Leute einfach nur extrem arrogant, oder hat es einen solchen Beraterstab wie vom Ministerpräsidenten behauptet gar nicht gegeben?
Für die Oppositionsparteien war dieser Schnitzer wie so oft ein guter Grund Oettingers Rücktritt zu fordern. Um damit wieder einmal eine Zeit lang selbst im Rampenlicht zu stehen. Übrigens deren einzige nennenswerte Leistung für das Land in den letzten paar Jahren. Das bei solchen Attacken dann die Sachebene zu kurz kommt ist auch nicht besonders ungewöhnlich. Bis zu diesem Punkt wäre die „Affäre Oettinger“ allenfalls lächerlich. Die Opposition „kann“ eben nicht anders. Das wissen wir. Schließlich werden sie im Land von einer EX-JUSO-Chefin vertreten, die sich auch heute mit jenseits der 40 noch immer der Babysprache bedient. Und das wo man es als Linke in einem konservativ dominierten Land ohnehin nicht leicht hat ernstgenommen zu werden.
Im Gegensatz zu den „professionell Betroffenen“ die immer dann aus ihren Löchern gekrabbelt kommen wenn es irgendwie um das Thema NS-Vergangenheit geht. Diese „wollen“ mit voller Absicht keine sachliche Auseinandersetzung dieser Thematik und setzen in der Regel alle Hebel in Bewegung um dieses Ansinnen lautstark protestierend zu boykottieren. Das ist ja auch verständlich, denn welche Daseinsberechtigung hätten die „Antideutschen Schreikräfte“ noch, wenn deutlich wird das wir Deutsche zur Zeit und auch in jüngster Vergangenheit ein mit anderen verglichen recht freundliches Volk waren. Aber ganz abgesehen davon, dass eine ernsthafte Legitimation, in einer solchen Sache den Rücktritt Oettingers zu fordern ohnehin fragwürdig ist, wird im gleichen Atemzug die Schließung eines Studienzentrum Weikersheim gefordert, dem Oettinger angehört und das von Filbinger gegründet wurde. Dieses soll nämlich „rechts“ sein. Und schon kann ein strauchelnder Oettinger den Schwarzen Peter geschickt an das Studienzentrum weiterreichen und sich, den braven Mann demonstrierend, vom bösen Weikersheim distanzieren. Er war ja noch nie dort. Obwohl der Stein des Anstoßes eindeutig er selbst war.
Unterstützt wird diese lächerliche Politshow noch von diversen nützlichen Idioten meist protestantischen Glaubens mit deutlichem Hang zum Masochismus. „Ja, wir waren mal ganz böse Menschen“, bestätigen diese bußfertig wie auf Kommando. Frei nach dem Motto: „Da gibt es was zum Heulen, lasst uns hingehen“, feiert diese fragwürdige Gruppierung jedes Elend und den eigenen Untergang. Möglicherweise als Kompensation, denn Klagen, wäre Neid und damit eine Todsünde. Also ist man wenigstens lautstark betroffen. Aber das ist ein anderes Thema.
Für die Politredaktionen ist das Gedöns dieser paar Querulanten dann die Volksmeinung.
Das wirft eine weitere Frage auf: Warum geben sich der Ethik verpflichtete Journalisten dafür her mit diesem Quertreibertross ins selbe Boot zu steigen, ohne auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, die Gesamtsituation sachlich zu hinterfragen? Die Antwort, dass es eben der Opposition zugeneigte Kollegen sind wäre zu einfach. Fröhlich beteiligt man sich bedenkenlos an der von der Opposition angeregten Leichenfledderei.
Eines ist klar! Was auch immer dem alten Filbinger vorgeworfen wurde, verurteilt wurde er für diese Taten nicht. Ähnlich ist das mit der Aussage zu Weikersheim. „Dort herrsche rechtsextremes Gedankengut vor“. Der Grund: General Reinhard Günzel und CDU-Politiker Martin Hohman, beide mittlerweile „merkelisiert“, waren dort als Vortragsredner eingeladen. Diese haben dort zwar nicht gesprochen, aber das ist völlig egal. Schon die Absicht, diese Leute dort sprechen lassen zu wollen, reicht aus um dieses Institut als rechtslastig abzustempeln. Damit haben, soeben noch politischen Gegner, ihr neues gemeinsames böses Feindbild gefunden. Dass man auch Hohmann selbst bei genauerem Hinsehen kaum rechtes Gedankengut unterstellen kann, davon will man nichts wissen. Dessen Rede hat zwar den Satz enthalten, dass Juden ebenso ein Tätervolk seien, gemeint war aber, dass Israel seinen Nachbarstaaten auch nicht gerade Gesundheit, Glück und ein langes Leben wünscht. Da mag so ein aus dem Zusammenhang gerissener Satz unfair gegen eine an für sich friedliche Religionsgemeinschaft sein. Das ist klar. Aber sicher ist das noch lange kein rechtsextremistisches Gedankengut. Wobei hier ohnehin zu hinterfragen ist ob man wenn man einen Staat kritisiert, der hart am rechten Rand regiert überhaupt „rechtsradikal“ gegen diesen argumentieren kann. Aber das ist ein anderes Thema. General Günzel, ein hochrangiger Militär mit großer Auslandserfahrung, hat Hohmann bestätigt und ist deswegen also auch rechts. Dass ein Studienzentrum in privater Trägerschaft sich einladen kann wen es will um sich dessen Meinungen zur Welt anzuhören wird völlig ignoriert. Bauernopfer, oder Spielball politischer Verfahrensfehler ist also ein Studienzentrum, dass seinerseits als Bauernopfer zwei seiner Mitglieder entlassen hat. Dieser Teil der Politposse ist schon in höchstem Maße idiotisch. Denn die Masche Sätze oder Fragmente einer Rede aus ihrem Zusammenhang herauszureißen und umzudeuten ist in der Politik äußerst beliebt und auf so etwas sollten Journalisten wie Politiker selbst eigentlich nicht mehr hereinfallen.
Nicht so die Frau Kanzlerin. Auch das Merkel bot einmal mehr wieder ein Einknicken erster Klasse vor dem linkischen Gejammer. Statt souverän Staatsmännisch mit der Situation umzugehen wird Oettinger öffentlich gerügt, sein Verhalten kritisiert und hintenrum schon dessen Sturz betrieben. So das hier schon die Frage gestellt werden kann, wie konservativ die Chefin der Konservativen selbst eigentlich ist? Wäre Oettingers Entschuldigung und totale Distanzierung von seiner Trauerrede nicht akzeptiert worden würden wir bereits von einem Duo Teufel-Schavan mit Volker Kauder als Marionette, regiert. Merkel mag ja autoritär sein bis an die Schmerzgrenze und STASI-Methoden hat das Pfarrerstöchterchen als FDJ-Fähnleinführerin schließlich gut gelernt, aber ganz oben an der Spitze einer konservativen Regierung sollte sie dann doch auch einmal eine eigene, zumindest aber eher konservative Meinung vertreten können und sich wenigstens bei solchen Lapalien vor ihre Mannschaft stellen und nicht immer nur vor jedem kleinsten Gegenwind des oppositionellen Kasperltheater auf die Knie zu fallen. Denn die Chefin wirft damit die ganze Partei um.
Oettinger demontiert sich unterdessen munter weiter und knickt bald noch vor dem Einknicken ein, dass man sich wirklich fragen muss, ob er in einer Führungsposition wirklich richtig aufgehoben ist.
Die Analyse zeigt erschreckend klar was wir für einen kindischen Hühnerhaufen als Regierung haben. Offenbar ein rein emotional gesteuerter Verein mäßiger Moral, dem Sachthemen nur noch als Alibi zu dienen scheinen. Wäre nicht dieser Umstand, ob es Politikern heute mehr um ihr Pöstchen, als wie um Inhalte geht, für einen politischen Journalisten mal hinterfragenswert? Oder sind wir mittlerweile so weit, dass wie im Mittelalter die Hofnarren, oder Satiriker das politische Geschehen bestimmen?

Die Weltmeisterstrecke im Test für Jedermann

3. Juni 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart: 1200 begeisterte Radsportfans nahmen an der WM-Velotour teil – die, so Radsportlegende Rudi Altig,  anspruchsvollste WM-Strecke seit Jahren im Test

 

Einmal die eigene Weltmeisterstrecke direkt vor der Haustür zu testen. Und das noch bevor die Straßenrad-Profis auf der Strecke ihr Können beweisen. Das war für die meisten der … Hobbyrennfahrer der ausschlaggebende Grund am Sonntagmorgen sich bereits um 8 Uhr in den Sattel zu schwingen und kräftig in die Pedale zu treten. Die kühlen Temperaturen sorgten für ein ideales Radfahrerwetter.

 

Von Marco Rettstatt

 

Bevor losgeradelt werden konnte bekam jeder Teilnehmer zur Startnummer auch einen Transponder ausgehändigt. Denn auch bei der Jedermann-Tour sollte ein Gewinner ermittelt werden. Reichlich frisches Obst und Getränke für die Fahrer boten die verschiedenen Stände an. Außerdem hatte jeder Teilnehmer das Recht auf einen Teller Pasta.

Ich lasse mir die Startnummer D 1575 auf den Rücken heften und stelle mich ins Starterfeld. Bürgermeisterin Gabrielle Müller-Trimbusch setzt den Start Schuss und im Abstand von fünf Minuten starten die vier Teilnehmerfelder. Ich habe mich für die kurze Tour entscheiden, die den Rundkurs zwischen Stuttgart-Killesberg und -Botnang von 19,1 Kilometern drei Mal befährt. Die Strecke beginnt mit einem leichten Anstieg Am Kocherhof. Hier habe ich Gelegenheit das Material der Mitfahrer zu bestaunen. Mit meinem so genannten Fitnessrad komme ich mir, wenngleich zur Zeit ein sehr beliebtes Rad, unter all den Super-Rennrädern ein wenig deplatziert vor. Mein Nebenmann am Start fährt einen knallgrün lackierten Eigenbau, der eigentlich fürs Triathlon gemacht ist. Wie viele der Starter ist auch er das erste mal bei einer solchen Tour mit dabei und möchte einfach nur wissen, ob er derartiges durchstehen kann. Vielen der Fahrer sitzt die Angst im Nacken. „Wer den durch die Schrittmacher vorgegebenen Schnitt von 23 Stundenkilometern nicht halten kann wird rausgewunken“, heißt es immer wieder. Was wie die Rennleitung bestätigt natürlich Unsinn ist. Allerdings muss die Strecke um 11 Uhr für die Fahrer der U23 Meisterschaft geräumt sein. Bleiben also drei Stunden um die Strecke zu testen. Während sich schwere Männer eingezwängt in engen Radlertrikots und Maschinen, die wohl mehr als das zehnfache meines eigenen Rades kosten schon auf der Start- und Zielgeraden mühen, ziehen ältere Herren in Rennrädern der ersten Generation, wie der 68-jährige Vaihinger Ingolf Langenfeld locker vorbei. Es ist also nicht nur das Material ausschlaggebend. Auch zahllose Sportvereine zeigen beim Jedermann-Rennen mit bunten Trikots Flagge. Die Strecke am Kräherwald entlang ist für mich erst einmal Grund mich weiter nach vorne zu setzen. Völlig eben ist die Strecke zwar nicht, aber die leichten Anstiege und Gefälle nutze ich um an einigen Gruppe vorbeizuziehen. Die Lenzhalde hinunter kann man es zum ersten mal richtig laufen lassen und sogar die ganze Straßenbreite nutzen. Wäre vor einem nicht eine breite Gruppe die es anscheinend nicht ganz so eilig mit dem Rennen hat. Fast bin ich versucht diese auf die Seite zu bimmeln. Aber irgendwann ist wieder Platz. Schon biegt man aus einer sehr weiten Kurve in den Herdweg ein. Der Stuttgarter weiß letztlich, dass er jeden Meter den er bergab braust irgendwann wieder hinaufstrampeln muss. Aber muss das ausgerechnet der Herdweg sein? „Normalerweise würde ich hier absteigen und schieben“, erklärt eine junge Frau, die sich neben mir die härteste Steigung des Rundkurses von gut 13 Prozent hinaufkämpft. Aber gerade auf diesem Streckenabschnitt herrscht auch eine hervorragende Stimmung am Straßenrand. Jeder Teilnehmer wird kräftig angefeuert. Über den Herdweg hat man sich immerhin auf 375 Höhenmeter hinaufgekämpft. Dem folgt eine kleine Entspannung bevor es weiter am Kräherwald entlang, auf 408 Höhenmeter geht. Kurz vor Botnang beschreibt die Strecke einen Schlenker nach Stuttgart-West. Zuerst geht es ein wenig abwärts über die Botnanger- und Herderstraße, bevor mann die Rotenwalsdstraße hinaufklettert, die dann zum höchsten Punkt des Kurses, am Birkenkopf mit 450 Höhenmetern führt. Nach Botnang hinein kann man es über Geißeich und Beethovenstraße wieder rollen lassen. Bis nach Feuerbach geht es nun immer eher bergab. Dort erreicht der Tross mit 275 Höhenmetern den tiefsten Punkt, dem der lange, allerdings nur leichte Anstieg bis zur Zielgeraden folgt wo man wieder von einer großen begeisterten Menge Radsportfreunde empfangen wird. Insgesamt sind die 19,1 Kilometer eine Strecke, die zu befahren sehr viel Spaß macht und die zumindest Freizeitsportler vor keine größeren Probleme stellt. Da diese mit anspruchsvollen Anstiegen und Gefälle mit knackigen Kurven eigentlich alles das beinhaltet was das Radlerherz begehrt. Allerdings spürt man, wenn man zum dritten Mal den Herdweg hinaufklettert die Oberschenkel schon recht gut. Ob ich dort wie die Profis dann neun mal hinaufkäme weiß ich auch nicht. In der dritten Runde machen sich dann auch die zuerst kaum bemerkten kleineren Steigungen bemerkbar.  Während die letzten Eintreffen wird das U23-Team vorgestellt, die gegen elf Uhr zu neuen Runden, der vollen 171 Kilometer hier in ihre Deutsche Meisterschaft starten. Für die WM-Velotor-Teilnehmer ist dabei aber erstmal Essenszeit. Den jeder Teilnehmer wird an der Zielankunft direkt mit einem Teller Pasta versorgt.

Gewonnen haben auf der Langdistanz Daniel Preiß von RSC Comet Ludwigsburg in 2 Stunden und 1 Minute und Martina Höllige aus Göppingen in 2 Stunden und 9 Minuten. Die Sprintdistanz konnten der Stuttgarter Joachim Engler in 1 Stunde 34 Minuten und Ruth Althoetmar vom Team Agapedia Münster in 1 Stunde und 43 Minuten für sich entscheiden. Für die Gewinner gab es Sachpreise wie reisen, oder Leihwagen von den Sponsoren. Sieger der U23 wurde Dominik Plemme vom Team Lamonte.

Wo bin ich?

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