60 Jahre die Welt in Spur H0

18. März 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart: Sondervorführung der Anlage zum Jubiläum – Schwerpunkt ausländische Züge

 

(mr) – Zu seinem 60-jährigen Bestehen hat sich der Modelleisenbahnclub Stuttgart (MECS) etwas besonderes einfallen lassen. Gestern wurden dem staunenden Publikum in den Clubräumen in der S-Bahn-Haltestelle Universität auf der riesigen Anlage Modellzüge aus aller Welt präsentiert. Einige sogar als Leihgaben von Besuchern.

 

Am 15. März 1947 fand in der Gaststätte Spittaecke im Stuttgarter Westen die Gründungsversammlung des MECS statt. Zunächst ging es den damals schon knapp 130 Mitgliedern um den Gedankenaustausch und um günstige Materialien für ihre Basteleien. Eines der größeren Projekte war der Bau und die Betreuung einer Freiland-Modell-Eisenbahn-Anlage in Spur Null für die Erste Deutsche Gartenschau, die im Sommer 1950 auf dem Stuttgarter Killesberg stattfand. Auch an der Gründung des Verbandes deutscher Modelleisenbahnclubs 1958 und später dem Bundesverband deutscher Eisenbahnfreunde war der Verein maßgeblich beteiligt. 1959 bezog er Verein für kurze Zeit seine ersten eigenen Vereinsräume in Stuttgart Nord. 1963 konnte im Personenbahnhof Stuttgart-Untertürkheim die Gemeinschaftsanlage für Ausstellungs- und Aufklärungszwecke eröffnet werden.

„30 Jahre lang wurde die Anlage die zur Weihnachtszeit auch für Besucher geöffnet wurde genutzt“, so der Geschäftsführer des MECS, Peter Anhalt, der besonders auf die neuen Räumlichkeiten im Zwischengeschoss der S-Bahn-Haltestelle Universität die im April 1993 bezogen wurden sehr stolz ist. Neben den viel größeren Räumlichkeiten  bietet das vereinsinterne Clubcafe den Blick von oben über die gesamte Anlage, die mit modernsten Sicherheitseinrichtungen nach DB-Vorbild ausgestattet ist.

An vier Stellpulten steuern und überwachen die Hobby-Zugführer ihre Anlage. Die Signale, Weichen und die Gleisbelegung überwacht dann ein Computer. An den selbstgebastelten Stellpulten, an denen sich gestern auch Kinder versuchen durften, sorgen 2000 Leuchtdioden für die Wiedergabe der Gleisbelegung und aller Betriebszustände, erklärt Anhalt. Dazu wurden 85 000 Meter Kabel verlegt. An einem der Steuerpulte sitzt Walter Meier, dessen Aufgabe die Instandhaltung der Züge ist. Er steuert den Bahnhof Nordlingen in Anlehnung an Nürtingen und wartet auf einen italienischen Zug. Dazu im Hintergrund passend die Motive des Albaufstiegs. Der Künstler, der Landschaften hat sich mit einem Fuchsberg unsterblich in seiner Anlage verewigt.

Neu entsteht zur Zeit eine Süddeutsche Mittelgebirgslandschaft im hinteren Teil der Anlage. „Eine neue Anlage wird immer von unten her aufgebaut“, erklärt Anhalt. Zuerst die Abstellbahnhöfe unter der Anlage, weil sie später dort nicht mehr rankommen. Über eine Spirale gelangen die Züge auf die Anlage und brausen unter den staunenden Augen der Besucher vorbei an Landschaften mit echten Steinrutschen, Hopfenfeldern, Wäldern und Flüssen. Wasser wird mit Gießharz nachgebildet, erklärt Anhalt. Um die detaillierten Felslandschaften so exakt hinzubekommen verwenden die Konstrukteure Abbruchkanten von Steinen, oder Brikets, von denen sie einen Abdruck nehmen. Lange Experimentierphasen mit Pigmentfarben sind nötig um einem Felsen die richtige Farben zu geben. Für die meisten Familien, in der Regel Väter und Großväter mit Söhnen und Enkeln, ist ein Besuch der Anlage der ideale Sonntagsausflug. „Die Anlage ist eine tolle Inspiration“, findet auch Helen Kosyra, deren Mann den Dachboden für seine Anlage umgebaut hat. Sie andere bewundert die Detailverliebtheit mit der an der Anlage gearbeitet wurde. So kann man in einem Biergarten sogar sehen, welch leckeres Essen dort gerade serviert wird.  Züge aus Australien und China brausen direkt aneinander vorbei. Der längste Zug auf der Anlage ist ein Güterzug aus Finnland mit 3 Metern 50. Normalerweise legt der Verein großen Wert auf deutsche und auch saisonale Züge, aber zur Feier haben sich sich dazu entschlossen auch einmal andere Züge zu präsentieren. Der Australische Zug, der Indian Pacific ist eine Leihgabe eines Besuchers. Der Rest stammt aus dem Fundus der Vereinsmitglieder.

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Ein Szenedrink entsteht

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Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart: Das Jugendhaus Mitte bastelt einen Partydrink

 

(mr) – Durchblick statt Kopfweh. Unter diesem Motto bastelt der Stuttgarter Jugendhausverein zusammen mit der Haller Wildbadquelle und Jugendlichen aus dem Stuttgarter Raum ein partytaugliches alkoholfreies Getränk. Von der Entwicklung bis zur Werbestrategie ist das Projekt komplett in Jugendhand. Im April soll das Getränk sich dann auf dem freien Markt bewähren.

 

Die kleinen Becherchen mit den verschiedenfarbigen Flüssigkeiten darin, die vor den knapp 20 Jugendlichen aufgebaut sind erinnern ein klein wenig an Chemieunterricht. Nur hat das Projekt an dem knapp 100 Jugendliche aus den ganzen Stuttgarter Raum im 14 Tages Rhythmus seit einem halben Jahr arbeiten mit Unterricht wenig zu tun. Das Ziel der intensiv arbeitenden Schar ist kein geringeres, als das perfekte alkoholfreie Partygetränk zu entwickeln. Und so wird im Jugendhaus Mitte unter der Anleitung von Braumeister Hermann Mayerle seit November probiert und gemixt was das Zeug hält.

Mit dieser Aktion will das Stuttgarter Jugendhaus dem Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen begegnen, erklärt der Leiter des Stuttgarter Jugendhausvereins Sieghard Kelle. „Verbote reizen die meisten Jugendlichen ja erst recht“, weiß Kelle. Und den Umgang mit dem Alkohol müssen die Jugendlichen erst noch lernen. Sie setzten hierbei eher auf Prävention als wie Verbote. Dabei war die Idee entstanden, die Jugendlichen selbst eine Alternative entwickeln zu lassen. Als Partner konnte dazu die Haller Wildbadquelle gewonnen werden. 15 Getränke werden so den Testag über mit dem Braumeister durchprobiert. „Wahrscheinlich sind wir längst dreistellig was die Zahl der probierten Drinks angeht“, so Wanja Tham, der als einer der jugendlichen an dem Projekt mitarbeitet. Meist werden nur reine Aromen, zu denen dann ein anderer Geschmack beigemischt wird verkostet. Auch Blindvergleiche mit klassischen Getränken haben die Jugendlichen zu Beginn gemacht. Dabei gab es viele Überraschungen. „Wir haben festgestellt, dass beim Blindtest erstaunlich viele Markengetränke bei uns durchgefallen sind“, so Tham. Neben dem Braumeister der Wildbadquelle unterstützt Nils Strassburg von der Stuttgarter Agentur Querdenker das Projekt. Denn das Getränk soll sich später auch auf dem freien Markt durchsetzten. So wird neben dem Geschmack auch an der Farbe, der Flaschenform und der Werbung experimentiert. „Unser Produkt wird mindestens noch mehr sexy rüberkommen als ein herkömmliches alkoholisches Getränk“, so Strassburg, der voller Lob für die jungen kreativen Köpfe ist. Hochkreative Köpfe und brillante Werbestrategen stecken in den jungen Leuten. Alte Werbespots wurden zunächst mit Strassburg analysiert. Dazu wurden spannende Getränkenamen entworfen. Wu oder Rescabilly Stile Rick James soll der Drink einmal heißen. Allzu viel wollen die Entwickler zur Zeit auch noch nicht über ihr Produkt und ihre kreativen Ideen dazu verraten. Schließlich ist man noch in der Testphase. Am 20 April soll dann nur noch ein einziges Becherchen vor den Jugendlichen auf dem Tischstehen. Überzeugt ist man vom eigenen Getränk bereits jetzt schon voll und ganz. „Mein Getränk wird im dunkeln leuchten und damit in jedem Club sofort auffallen“, so Tham, dessen Augen bei der Beschreibung mindestens ebenso hell strahlen.

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