Ein Fest dem Ochsenfleisch-Eintopf

2. Juli 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart-Gaisburg: Musikverein feiert 33. Gaisburger Marsch

 

(mr) – Am Samstag wurde dem weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Gericht zu ehren traditionell ein großes Stadtteilfest gefeiert. Gut 1 000 Besucher ließen sich an diesem Tag den Eintopf schmecken.

 

„Zur Entstehungsgeschichte unseres Gaisburger Marsch gibt es mehrere Versionen“, erklärt Renate Walther, die zweite Schriftführerin des Musikverein Stuttgart-Gaisburg, der auch in diesem Jahr wieder Festausrichter ist.  Die erste Version erzählt, dass im 19. Jahrhundert Stuttgarter Soldaten eine Vorliebe für den in der Gaisburger Gaststätte Bäckerschmiede servierten kräftigen Ochsenfleisch-Eintopf entwickelt hatten. Da auf dem Weg zur Gaststätte die militärische Marschordnung streng eingehalten werden musste trug das letztlich zu dem Namen Gaisburger Marsch bei. Einer anderen Version nach kamen die Gaisburger Männer in französische Kriegsgefangenschaft. Dabei war ihren Frauen erlaubt sie einmal am Tag mit Essen zu versorgen. Die einzige Auflage, es durfte nur ein Teller gereicht werden. Da wurde dann alles darauf gepackt was gut schmeckte und nahrhaft war. Eben Ochsenfleisch, Kartoffelschnitz und selber geschabte Spätzle. Darüber wurde die mit Suppengrün zubereitete Rinderbrühe gegossen. Genauso wie er auch heute auf dem Fest vom Gaisburger Metzgermeister Fuchs und seinem Team den Gästen serviert wird. Wobei hier schon die Geschmäcker der Besucher weit auseinander gehen. „Wir machen in unseren Gaisburger Marsch auch noch Zwiebeln und andere Gewürze rein. Der schmeckt besser“, so Besucherin Helga Meier. So hat nahezu jeder Gaisburger Haushalt sein eigenes Familienrezept. „Auch Maultaschen werden heute mit Lachs serviert. Aber auf eine derartige Idee wäre früher niemand gekommen“, kontern die Serviererinnen immer wieder schlagfertig derartige Einwürfe aus. „In den Gaisburger Marsch gehören traditionell nur diese Zutaten rein“. Angeschossen wurde das Fest auch schon wie es Tradition ist von der Salutgruppe des Neckar-Schützenclubs. Die Mauser-Gewehre, antike Holzwaffen, hatten der traditionsbewusste Verein 1960 der persischen Armee abgekauft. Neben dem Musikverein Stuttgart-Gaisburg und dessen Jugendkapelle wurden die Besucher des Festes in diesem Jahr auch von den Dritt- und Viertklässlern der Grundschule Gaisburg unterhalten. Die Schüler der Grundschule, die auch in diesem Jahr dem Fest ihren Schulhof wieder zur Verfügung gestellt hatte hatten extra für das Fest einen bunten Tüchertanz einstudiert. „Wir sind der Gaisburger Grundschule sehr dankbar, dass sie uns diesen Platz wieder zur Verfügung gestellt hat. Hier gibt es alles was wir brauchen. Strom und Wasser, und wir müssen uns mit niemandem streiten“, erklärt Vereinsvorstand Siegfried Brüggemann. Als Gastkapellen traten auch die Musikvereine Cannstatt und Oberrot auf. Und den Gästen gefiel es. Vor allem den Gaisburgern selber ist ihr Stadtteilfest, zu ehren ihres Nationalgerichts eines der wichtigsten Jahresfeste. Natürlich gab neben dem Gaisburger Marsch es auch noch allerhand anderer kulinarischer Leckereien. Vom Kuchen über Gegrilltes zum Bier, oder Wein, so dass die knapp 1 000 Besucher nicht zu kurz kamen.

Im Heilbronner Raum ist dieses Gericht auch unter dem Namen Böckinger Feldgeschrei bekannt.

 

31. Gaisburger Marsch

1. Juli 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart-Gaisburg: Musikverein Gaisburg eröffnete ältestes Stadteilfest

 

(mr) – Am Samstag eröffnete der 31. „Gaisburger Marsch“ im Stuttgarter Stadteil Gaisburg seine Pforten. Das Fest, das nach dem beliebten, weit über die Grenzen des Stuttgarter Raums bekannten Gericht benannt ist, ist zugleich das älteste Stuttgarter Stadteilfest.

 

Alljährlicher Ausrichter ist der Musikverein Stuttgart-Gaisburg unter der Leitung von Andreas Paul, der sich zur Verstärkung den Musikverein Cannstatt und den Musikverein Mühlhausen mit ins Boot geholt hatte. Nach ein paar kurzen Märschen und einer Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden des Musikvereins Gaisburg Siegfried Brüggemann wurde das Fest um elf Uhr von einer Formation der Salutgruppe des Neckar-Schützenclubs angeschossen. Darunter vom Vereinschriftführer Uwe Held geschossen ein archaisch anmutendes Gerät. Der so genannte 15 Millimeter Handböller, der vor allem in Bayern sehr gebräuchlich sei, so Held. Die übrigen Salutwaffen sind antike Holzgewehre. Echte Mausergewehre aus dem Jahre 1898, die 1960 der Persischen Armee abgekauft worden waren. Der Gaisburger Marsch, um den sich das ganze Fest dreht, wurde im Anschluss serviert. Der Gaisburger Marsch wird wie seit jeher mit Fleisch, Kartoffelschnitz und Spätzle zubereitet, zum Straßenfest traditionell vom ortsansässigen Metzger Fuchs, der den Gästen, wie Rentner Theodor Friedrich aus Uhlbach wie immer hervorragend schmeckt. Neben dem Gaisburger Marsch gab es natürlich bei der 31. Stadteilhocketse allerhand andere Kulinarische Köstlichkeiten wie Steaks, Bratwürste, Kaffee und Kuchen aus dem Ofen, oder vom Grill. Neu war eine Sektbar. Mit etwa 1 000 Besuchern war das Fest über den Tag hinweg erwartungsgemäß gut besucht worden.

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