Weinblütenfest am Schnarrenberg

25. Juni 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Bad Cannstatt:  Die Weingüter Jägerhof, Bauer und der Schnellimbiss Ankele richten das Fest seit über 20 Jahren gemeinsam aus – viele Stammgäste setzen auf Gutes, Altes und Bewährtes

(mr) – Bei schönstem Sommerwetter luden die Weingüter Jägerhof, Boskoop und das Schlemmerhaus Ankele am Wochenende zu ihrer schon traditionellen Hocketse in die Weinberge auf dem Schnarrenberg ein. Natürlich wurden zur WM-Zeit die TV Geräte nicht vergessen, so erleben die Besucher des Weinblütenfestes die spannende Begegnung zwischen Deutschland und Schweden mitten in den Weinbergen.

Die meisten Besucher in den Weinbergen auf dem Scharrenberg, die sich am Wochenende zum Weinblütenfest ihr Viertele schmecken lassen tun das auch schon seit 20 Jahren so. „Wir haben viele Stammgäste, die teilweise schon hier heraus kommen, seit wir das Weinblütenfest zum ersten mal veranstaltet haben“, so Jörg Bauer vom Weingut Bauer. „Wir kommen jedes Jahr aus Welzheim hier raus aufs Weinblütenfest. Einfach zum Genießen“, erzählt so Lothar Sturm, der mit Frau und Bekannten aus Ulm tatsächlich seit Beginn dieses Festes hier herauskommt. Sie schätzen wie die meisten Gäste die entspannte Atmosphäre, das altbewährte Programm mit leichter Unterhaltungsmusik, die leckere Küche und den guten Wein. Und hier draußen inmitten der Weinberge des Jägerhofs schmecken die kellermeisterlichen Besonderheiten gleich noch einmal so gut. Auf Neuheiten aus dem Jägerhof müssen die Weinzähne allerdings noch ein wenig warten. „Wir haben zwar schon die eine oder andere Neuheit mit auf die Karte gesetzt, aber heute noch nicht im Gepäck“, vertröstet Peter Mayer vom Weingut Jägerhof, der seine Weine wie immer aus dem schmucken Ausschankkarren heraus verkauft. „Diese Leckereien sind erst im nächsten Jahr mit dabei“. Trotzdem zählten die Klassiker wie den Rose-Sekt Jägerhof-Brut, oder Weine mit klangvollen Namen, wie der Turm einem Cuvee aus Dornfelder, Spätbungunder und Lemberger, oder „die Duften vom Turm“, als „Norma“, „Tosca“ und „Orfeo“. Viel Neues hat dagegen der langjährige Partner von Boskoops Höfle im Programm. „Wir haben in diesem Jahr einen 2004er „Rose“ aus Trollinger-Weißherbst und auch wieder unseren weißen Bos-Seco, der immer sehr gut ankommt“, so Jörg Bauer. Sonst eben noch unsere neuen 2005er Weine wie den halbtrockenen Müller-Thurgau, den halbtrockenen Riesling, und Schillerwein. Auch das Angebot vom Schlemmerhaus Ankele kann sich sehen, beziehungsweise man sich bestens schmecken lassen. „Wir haben eigentlich keine wesentlichen Neuheiten im Programm“, erklärt Betreiber Manfred Ankele. Schnitzel, Steak, heiße Rote, Emmentalerwürfel mit Brot, Schmalzbrot, Currywurst und Kartoffelsalat. Angekündigt, dass auch bei ihnen die WM per TV verfolgt werden kann haben sie nicht. „Eigentlich ist das mehr für die Mitarbeiter hier draußen gedacht gewesen, falls nicht so viel los ist“, so Bauer. Den Strom dazu liefert wie schon seit Jahren das nahegelegene Vereinshaus des Turnverein Cannstatt, mit denen man so Bauer sehr gut zusammenarbeite.  Unglücklich über diesen Programmpunkt sind die Gäste, die sich der WM-Euphorie auch nicht wirklich entziehen wollen dann gar nicht. „Fernseher haben wir zu Hause zwar auch genug, aber in angenehmer Gesellschaft bei einem Glas Wein ist für Beste Stimmung gut vorgesorgt“, so Sturm. Sie wollten erst einmal sehen wie viele Besucher das Spiel sehen wollen, dann sehen wir uns gerne auch noch da zweite Spiel an, so Bauer. Das Programm am Abend war neben der WM der Musikverein Münster sowie am Sonntagmorgen ein Feldgottesdienst mit Pfarrer Heiner Schmid von der Cannstatter Andreae-Gemeinde und anschließendem Jazzfrühschoppen mit der La Vida New Orleans Brass Band.

Insgesamt war man mit beiden Tagen hochzufrieden, so Mayer. Es war zwar, wohl durch die Veranstaltungen, nicht brechend voll, aber durch den guten Umsatz sehe er das auch mit einem lachenden Auge.

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Weltmeisterschaft macht auch vor den Toren des Kindergartens nicht Halt

25. Juni 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Bad Cannstatt: WM-Feier im Kindergarten

(mr) – Jedes Sommerfest des Martin-Luther-Kindergartens steht unter einem besonderen Motto. An diesem Samstagnachmittag präsentierte sich der Kindergarten ganz im Zeichen der Weltmeisterschaft im eigenen Land.

Schon der Einmarsch der Kinder auf den Schulhof der Martin-Luther-Schule erfolgte WM gerecht im Stile ganz großer Sportveranstaltungen. In eigenen Trikots, als Spieler, oder Cheerleader mit bunten Puscheln und selbstgemalten Fähnchen zogen sie zu Musik über den Schulhof ein. „Die Trikots, wie auch die Preise für das Fußballspiel und die Tombola konnten wir uns von der 500 Euro-Spende unseres Sponsors kaufen“, so Einrichtungsleiterin Andrea Wagner. So prangt auch unübersehbar der Aufdruck Bosch auf den bunten Mannschaftstrikots. Vor dem Spiel stand allerdings die große Feier im Mittelpunkt der 46 Kinder, mit Eltern Großeltern und den vier Betreuern. Die Kinder sind auch in den Verkauf der Lose für die Tombola und die Essens und Getränkebons eingebunden. Daneben gab es eine groß angelegte Spielstraße mit Spielen rund um das diesjährige Motto. Eben Fußball. Ein Thema auf das sich die Kinder schon wochenlang vorbereitet hatten. Alles ist selbstgemacht. Die Fähnchen wie das reichhaltige Kulinarische Angebot. Denn das WM-Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ findet im Martin-Luther Kindergarten darin seinen Niederschlag, dass die Eltern, aus aller Herren Länder kommend an kulinarischen Leckerbissen aus ihren Heimatländern Korea, Türkei, Afrika und Griechenland ein reichhaltiges Angebot anboten. Punkt 16 Uhr ist dann Einwurf. Die Knirpse in ihren roten und gelben Trikots, die alle mit Namen versehen sind, sind auf das Spiel mindestens so heiß wie die großen Vorbilder und stürzen sich wild auf den Ball. Schon nach kurzer Zeit fließen die ersten Tränen, aber Betreuer und Eltern sind zur Stelle, und was die Nationalmannschaft auch nicht hatte war eine dicht besetzte Ersatzbank. Das Spiel endet nach spannenden Minuten auch für die Eltern, die natürlich möglichst viele Tore ihrer kleinen sehen wollten, mit einem 1 zu 1 und nach der Siegerehrung will man auch schnell abbrechen, da schon um 17 Uhr die Fußball WM in Fernsehen beginnt.

Ganesha गणेश wandelt auf der B14

18. Juni 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Bad Cannstatt: Hindu Verein verwandelt den Seelberg in bunte indische Feiermeile

(mr) – Zum dritten Jahrestag ihrer Tempeleinweihung in der Kreuznacherstraße veranstaltete der Sri Sitti-Vinayagar Hindu-Tempel ein zehntägiges Fest, dass am Sonntagnachmittag mit einer großen Prozession, an der über 300 Hindus aus dem In- und Ausland teilnahmen über die Kreuznacher-, Wildunger-, Daimler- und Waiblingerstraße seinen Abschluss fand. Dabei durfte der hellblaue Elefantengott erstmalig auch über die Bundesstraße getragen werden.

Schon vor dem Jahrestag der Tempeleinweihung wurde in der Cannstatter Hindu-Gemeinde zehn Tage intensiv gefeiert. „Zunächst mit einem Tag für Kinder. Dem folgt ein Feiertag für Frauen, dann einer für junge Paare und so weiter“, erklärte Vereinsvorstand Yoganathan Putra. „Unsere Gemeinde ist sehr populär. So haben wir heute Besucher aus ganz Deutschland, und auch aus Frankreich mit dabei, die zu diesem Tag natürlich auch ihre Verwandten aus Indien einladen. Zu der Feierlichkeit wurde ein Priester aus London eingeflogen.

Am Sonntag wurden zunächst die Statuen der Götter Ganesha, Ampal, Murugan, Valli und Theivani gereinigt. Nach dieser Zeremonie begann die Prozession, der mehrere Hundert gläubige Hindus und gespannte Besucher aus der Nachbarschaft folgen, die die Straße beinahe wie beim alljährlichen Volksfestumzug säumten. Eigentlich führt die Prozession dreimal um den Tempel herum. Aber aufgrund der Hitze und des doch langen und beschwerlichen Weges, in Cannstatt muss wegen der dichten Bebauung der halbe Seelberg umwandert werden, hatte man sich auf eine Runde beschränkt. Wie bei einer Fronleichnamsprozession wird auch hier immer wieder halt gemacht an allen vier Himmelsrichtungen, an den Ecken und der Straßenmitte um zu Tanzen zu Beten und zu Musizieren. Immer wird zwischendrin Essen und Getränk ausgeteilt. Auch an die vielen Zaungäste. Auch Jugendliche sind begeistert mit dabei. Gilt es doch beim Tanz auf den hießen Asphalt mit dem nackten Fuß unter den Tragen der schweren Statuen und Butten auch unter dem Gebet gereinigt zu werden und von Sünden frei zu kommen. Die Nachbarn um den Tempelbezirk, die vom der Feierlaune der Hindus in den letzten Tagen einiges gewohnt waren zeigen sich durchweg begeistert. „Ich finde das einfach toll. Jeder soll den Gott anbeten den er mag. Warum auch nicht“, erklärt Martina Müller. Eine Meinung, der sich die meisten der vielen Zaungäste, die ihre Videokameras zum Fenster heraushalten, oder auch nur angereist waren um dieses Spektakel hier zu sehen, anschließen. Auch die Polizei ist begeistert, da die Hindugemeinde die Prozession so gut wie alleine managt und es nie irgendwelche Schwierigkeiten gebe, so Hauptkommissar und Dienstgruppenleiter Jürgen Emminger. „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir in diesem Jahr das erste mal mit der Prozession auf die Bundesstraße dürfen“, erklärt Ulrich Börngen, der in Stuttgart einen Kreis im Interreligiösen Dialog betreibt.

Die Hindu-Gottheit Ganesha, in Sanskrit गणेश, der als Gott mit einem blauen Elefantenkopf, oder wie bei der Cannstatter Gemeinde komplett als Elefant dargestellt wird, ist eine der beliebtesten Gottheiten des Hinduismus. Der Legende nach wurde Ganesha von Parvati, Shivas Ehefrau geschaffen. Shiva schlug ihm darauf den Kopf ab und musste für Parvati einen neuen Kopf finden. Einer der hierzu in alle Welt gesendeten Diener brachte dann einen Elefantenkopf mit. Ganehsha steht für Glück  und Veränderung verbunden mit Schutz und Gelassenheit, er verkörpert Weisheit und Intelligenz.

Wo bin ich?

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