Zehnter Hohenheimer Feldtag

15. September 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Stuttgart: 100 Jahre landwirtschaftliche Hightech

(mr) – Am Samstag bot der zehnte Hohenheimer Feldtag wieder einen ganz besonderen Leckerbissen für Technik-Freaks aus aller Welt an. Unter dem Motto: „Landtechnik im Wandel der Zeit“ stellte Hohenheims Rektor Professor Hans-Peter Liebig dem Publikum eine knall bunte bäuerliche Leistungsschau vom Ochsengespann, über einen Dampfpflug, bis zum automatischen, führerlosen Vollernter vor.

Auf dem Versuchsfeld unterhalb des Meierhofs beim Hohenheimer Schloss fanden sich Technik begeisterte aus aller Welt, meist stilecht bäuerlich in kariertem Hemd und Gummistiefeln,  um die dort ausgestellten riesigen Maschinen, meist Leihgaben verschiedener Landmaschinenhersteller und Technikmuseen, aber auch aus dem eigenem Fundus der Universität zu bewundern. Nach einer kurzen Ansprache von Rektor Liebig, Ministerialdirektor Rainer Arnold und dem Vizepräsidenten des Landesbauernverbandes Klaus Mugele, die alle  den hohen Leistungsstandart der Universität Hohenheim hervorhoben, der weltweit anerkannt sei. Daneben forderten sie die Besucher auf in ihrem Kaufverhalten die hohe Qualität zum günstigen Preis, für die sie hier forschen zu honorieren und einheimische Produkte einzukaufen. Dann wurden unter der Moderation von Professor Karlheinz Köller die Landmaschinen in chronologischer Abfolge auf einen großen Rundkurs auf dem Versuchsfeld geschickt. Zuerst das von allen Zuschauern mit großem Hallo begrüßte „Flegeldrusch Ochsengespann“. Echte Schwarzwälder Hinterwälder Ochsen, die ein ehemaliger Student für ein Studienprojekt angeschafft hatte. Auch das Pferdegespann wurde stürmisch begrüßt. Ein absolutes Highlight der Show war der Heucke Dampfpflug. Ein 20 Tonnen Ungeheuer mit 250 PS mit grün, rot und gelb in leuchtenden Farben lackiert, wie sie um 1911 auf dem Fürstentum Liechtenstein mit nur etwa 4 km/h über die Felder zog und eine Tagesleistung von 14 ha erbracht haben soll. Eine Maschine, die seit Donnerstag sogar ein brandneues TÜV-Siegel hat. Danach konnte die Fahrt der ersten Mannheimer Lanz Traktoren bewundert werden. Getriebelos und mit nur 12 PS. Wozu für das einlegen des Rückwärtsgangs damals noch abgestiegen werden musste. Und wann kann man schon einmal sehen, dass ein Porsche einen Rübenroder hinter sich herzieht. Der Damalige Porsche Super Rübenroder BK 300. Natürlich auch in Traktor. Dann werden die Schlepper über einen Traktor, der in der DDR auch zum Transport von Raketen verwendet wurde, der Kirovets K 700A im Volksmund „Raketenschlepper“ genannt, zusehends größer und moderner. Wie der Mercedes-Benz Truck 1500 oder der Mannheimer John Deere mit für den absoluten Rundblick drehbarem Führerstand. Bis hin zum Großmähdrescher oder der neuesten technischen Innovation, dem so genannten selbst fahrenden Feldhäcksler der Firma John Deere. Diese mehrstündige Show wurde von den gut 3 000 Besuchern begeistert aufgenommen. Die Besucher waren zum größten Teil ehemalige Studenten, die ihre Familien und Freunde dabei hatten und sich hier über die neuesten landwirtschaftlichen Innovationen auf dem Laufenden halten wollten, aber auch Inder oder ein ganzer Bus holländischer Technikfans, die extra zu dieser Show angereist waren. „Das ist eben etwas ganz anderes als der Modellbau zu Hause. Eben in Groß“, meint einer.  Auch Bauern aus der Schweiz, die das alles auch schon kennen, wollen auf diese Show auf gar keinen Fall verzichten. „Im Technikmuseum stehen die Geräte ja nur still herum“. Am Ende standen den Besuchern auch noch das Besichtigen der Stallungen offen oder die  Infotafeln der gläsernen Produktion. Um zu demonstrieren wie gut der Hohenheimer Boden beschaffen ist wurde ein mannshohes Loch ausgehoben, an dem staunenden Besuchern die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens demonstriert und die Gänge der Regenwürmer beobachtet werden konnten.

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Tag der offenen Tür im Bewegungszentrum

4. September 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Bad Cannstatt: Kommen, Staunen und Aktiv werden

(mr) – Am Wochenende lud der Turnverein Cannstatt (TVC)  zu einem Tag der offenen Tür in sein Bewegungszentrum auf den Schnarrenberg ein. Unter dem Motto: Kommen, Staunen und Aktiv werden boten sie zwei Tage lang Schnupperkurse quer durch die breite Palette gesundheitsorientierter Gymnastik, vom Kraftraum bis zum Yogakurs an.

Als größter Sportverein in Bad Cannstatt mit immerhin knapp 3 200 Mitgliedern ist es sich der TVC natürlich schuldig auch ein möglichst breites Programm zu präsentieren. „Wir wollen mit dieser Aktion einmal die Gelegenheit nutzen unser Angebot in seiner ganzen Breite vorzustellen“, so Nicole Schreiber, eine der Betreuerinnen vom TVC. Das ging dann am Samstag mit einer Einführung in Pilates, einem von Joseph Pilates in den 30er Jahren entwickeltes Trainingssystems, los. Daneben konnte aber auch der Kraftraum mit all seinen Geräten fürs Kraft- und Ausdauertraining unter Anleitung eines erfahrenen Trainers getestet werden. Trainer Uwe Mahler klärte Besucher über die Funktion eines speziellen Rudergerätes auf, das seinen Trainingswiderstand durch eine wassergefüllte Zentrifuge bekam, dass sich Besucher Paul Hess aus Cannstatt ausgesucht hatte. „Ich will nach zehn Operationen am Knie nun langsam wieder fit werden“, erklärt Hess, der sich trotz seines noch steifen Beines munter durch die Anlage arbeitet. Dazu kommt ihm die TVC Aktion gerade recht. „Natürlich stellen wir unsere Trainingsprogramme auf jede Verletzung oder Behinderung passend ein“, erklärt Mahler. „Viele unserer Kunden werden auch direkt vom Arzt zu bestimmten Kursen zu uns geschickt, die wir hier mit anbieten“, ergänzt Schreiber. Auch was ein Aero-Step-Training ist, wurde den interessierten Besucherinnen direkt vorgeführt, zum mitmachen versteht sich. „Andere Vereine bieten Probetraining an, wir den Tag der offenen Tür“, so Schreiber. Neugierige auf Sport konnten sich so durch allerlei Geräte und Sportarten durchprobieren. Am Sonntag stand Yoga für Einsteiger auf dem Programm und die etwas ruhigeren Sportarten. Dazu konnte man sich den Blutdruck messen lassen, oder eine Muskel-Fett-Analyse über sich ergehen lassen und den bekannten AOK- Fahrraddtest. Für die weniger Aktiven eröffneten die Fitnesstheke mit allerlei gesunden Drinks, Obst und dem üblichen Fitnessfood, oder der Wellnessbereich mit riesiger Sauna Anlage, oder Massagen weitere Möglichkeiten. Die Betreiber zeigten sich mit der Besucherfrequenz sehr zufrieden.

Der TVC bietet in über 19 Abteilungen Sport für jede Altersgruppe und nahezu jede Sportart an.

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