Ehrungsabend der Gemeinde Gemmrigheim

30. Juni 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Blutspender besonders geehrt

Gemmrigheim

(mre) – Mit einer Feier wurden am Samstagabend in der Festhalle die Gemmrigheimer Bürger besonders geehrt, die der Dorfgemeinschaft durch ihr Engagement Vorbild sind.

In ihrer Begrüßung drückte Bürgermeisterin Monika Tummescheit ihr Bedauern darüber aus, dass Deutschland bei der Olympiabewerbung nicht durch Stuttgart vertreten werden darf.

Jede Gemeinde brauche Vorbilder, eröffnete Tummescheit den Ehrenabend. Sie lobte in ihrer Ansprache die freiwilligen Zeitopfer der Ehrenämter und dankte ihnen noch einmal ausdrücklich im Namen der ganzen Gemeinde. „Ohne das Ehrenamt wäre unsere Gemeinschaft nicht nur ärmer, sie wäre gar nicht überlebensfähig“. Auch weiterhin sollen sich die Bürger im Ehrenamt engagieren, wünschte sich deshalb die Bürgermeisterin.

Neben einige Stücken mit Klarinette und Querflöte vorgetragen von der Musikschule Besigheim, durfte die Kindertanzgruppe des Albvereins, sowie dem Chor des Albvereines  zur Auflockerung des Abends beitragen. Als besonderes Highlight traten die erst elfjährige Madeline Weingärtner mit Tanzpartner Thomas Drews auf, die am 29. September 2002 den ersten Platz bei der Landesmeisterschaft der Junioren im Tanzsport belegt hatten.

Geehrt wurden zuerst die Blutspender. Die Bürgermeisterin strich noch einmal den wichtigen, gesellschaftlichen Wert des Blutspendens heraus und dankte für so „bewiesenen Bürgersinn“. Die Blutspender wurden für 10 Spenden mit der Ehrennadel in Gold, für 25 Spenden mit der Ehrennadel in Gold, mit goldenem Lorbeerkranz und eingravierter Spendenzahl ausgezeichnet. Besonders geehrt wurde der Gemmrigheimer Reiner Scheyhing für bereits 50 abgegebene Blutspenden. Alle Blutspender erhielten Urkunde und Weinpräsent.

Bei der Ehrung der Sportler strich die Bürgermeisterin den Sport als Schule für das Leben und den Gemeinschaftssinn als besonders wichtig heraus. Besonders geehrt wurden die VFL Trainer und Mitglieder Richard Knoblauch, Manfred Sannert, Albrecht Fick, Fritz Otzen, Markus Harsch und Ruben Geiger. Sie erhielten für ihre langjährige Mitgliedschaft und besonderen Leistungen im Sport Ehrungen in Silber. Gleiches gab es auch für VFL Ringer Ralf Metzger, der im letzten Jahr einen dritten Platz bei den Ringern ab 35 Jahren belegen konnte. Wie auch für Rolf Luithle, für seine über 32 Jahre dauernde Tätigkeit im Ausschuss des Tennisclubs Gemmrigheim und Rolf Poesch der seit 22 Jahren im Vorstand ist. Silber ging auch noch an Madeline Weingärtner für ihre erbrachte Leistung im Tanzsport.

Für das kulturelle Engagement in der Gemeinde wurden Philip Sannert vom Kleintierzuchtverein Gemmrigheim ausgezeichnet, der bei der Landesgeflügelschau im Dezember den ersten Platz für seine Zwerg-Wyandotten (Hühner) erhalten hatte. Fritz Scheyhing, der seit 52 Jahren aktives Mitglied im Taubenzüchterverein ist wurde ebenfalls mit Silber geehrt. Robert Schick konnte bei der offenen Entenschau in Neunkirchen schon zwei mal Siegerband und Siegerpokal erringen. Auch Simone Schick erreichte mit ihren Sumatrahühnern schon einige Preise. Beide erhielten am Abend Silber. Gold ging an Friedrich Nolte, der mit seinen englischen Modenatauben die Europamedaille erhalten hatte. Weiter Silber erhielt Erich Schmid für sein Engagement für den Kleeblattförderverein. Eine Auszeichnung in Gold ging an Rolf Wildermuth vom Gesangverein Eintracht. Gold ging auch an seinen Nachfolger Konrad Schwenker. Walter Seiz, Richard Link und Erika Reisinger erhielten für ihr Engagement im Schwäbischen Albverein ebenfalls Silber. Für Irma Scholl, der Gründerin des Besuchsdienstes Altenhilfe gab es ebenfalls Silber. Ausgezeichnet wurden außerdem noch Irmgard Koch, Erika und Rolf Kible und Beate und Markus Schweiker für die ersten Plätze beim Blumenschmuckwettbewerb.

„Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenwürdigen Tag hat“. Zitierte Tummescheit abschließend Konrad Adenauer. Über 100 Gemmrigheimer konnten so am Abend auf der Bühne ihre Preise, Urkunden und Präsente vor etwa 350 Gästen entgegennehmen. Den Abschluss bildete ein Diavortrag zum Thema „Gemmrigheim früher und heute“ von Ulrich Schweiker.

Sommer Sport Festival auf dem Schnarrenberg

22. Juni 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Das diesjährige Sommerfest des Turnverein Cannstatt (TVC)stand unter dem Motto Zirkus und Akrobatik

Bad Cannstatt (mr) – Zirkus, Sport und Akrobatik – unter diesem Motto stand das diesjährige Sportfestival des TVC, dass am Samstagnachmittag auf dem Schnarrenberg, der vereinseigenen Sportanlage mit großer Beteiligung von jung und alt gefeiert wurde. Eine vom Publikum besonders bejubelte Attraktion boten dabei die Kinder des TVC mit ihrem Zirkus Knopf.

„Mit unserem bunten Programm wollen wir in diesem Jahr wieder die große Vielfältigkeit unseres Vereines unter Beweis stellen und uns wieder einmal als Sportverein mit unserem großen Angebot präsentieren.“, so TVC Vorstand Roland Schmid. Sie seien ja in eigentlich jeder Sportart präsent.

Schon am frühen Nachmittag hatte das Festival mit einem Badminton-Turnier begonnen. Während dann im Anschluss die Kinder des Zirkus Knopf das Publikum in ihre bunte Zirkuswelt, der Akrobaten, Jongleure und in die Elefantendressur mit verkleideten menschlichen Elefanten entführten konnte daneben ein Polizeiauto bemalt werden. „Das ist unser spezielles Malauto, dass für eben diesen Zweck hergerichtet und von Event zu Event gefahren wird“, erklärt Armin Schwarz vom Polizeirevier Cannstatt 2. Die jungen Künstler genossen es natürlich, ein echte Polizeiauto in originalen Uniformhemden der Polizei, die diese als Malerkittel zur Verfügung gestellt hatten zu bemalen. Bei der Zirkusvorführung zeigten die Nachwuchsakrobaten, nicht nur wie gut sie mit den klassischen Zirkusgegenständen wie Jongelagebällen und Laufrädern zurecht kamen. Pausenlos formierten sie sich zu menschlichen Pyramiden und  schlugen Purzelbäume und Saltis. Daneben durften die Kinder mit Blaulicht und Martinshorn durch den Schnarrenberg brausen. Bei der Hitze wurde natürlich auch das extra aufgebaute riesige Planschbecken von den ganz jungen Besuchern gerne in Anspruch genommen. Das sportliche Highlight, ein spannender Leichtathletik Dreikampf wurde am Ende mit einer Siegerehrung gefeiert. Am Nachmittag führten einige aus dem Sportverein besonders exotische Disziplinen, wie das Fechten  oder Jiu-Jitsu aus dem breiten Sportangebot des TVC dem interessierten Publikum vor. Das trotz der großen Hitze am Nachmittag sehr zahlreich auf dem Schnarrenberg vertreten war und sich das Programm durchaus gerne gefallen lassen hatte. Das Ende der offiziellen Veranstaltung wurde dann mit einem Lagerfeuer und Würstchengrill von der Musikkapelle Hofen eingeleitet.

Verschenkmarkt Stuttgart Online – Schnäppchen aus dem Internet

12. Juni 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart: Neueste Innovation des Amtes für Abfallwirtschaft ist eine Onlineplattform für Dinge, die zum Wegwerfen zu schade sind

 

(mr) – Ein weiteres Projekt aus den Überlegungen des Stuttgarter Amtes für Abfallwirtschaft um dem Problem der immensen Verschmutzung der Stadt im Zuge von Sperrmülltagen zu begegnen ist der Online Verschenkmarkt, der zukünftig über die Internetseite der Stadt Stuttgart, oder über die Bürgerbüros erreichbar ist.

 

„Die Reinigungsarbeiten nach den Sperrmülltagen haben für die Stadt immer immense Kosten, etwa 150 000 Euro im Jahr, verursacht“, erklärt Manfred Krieck der Betriebsleiter des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Stuttgart. Denn auch die wilden Sammelplätze in irgend welchen Straßen und Parkanlagen mussten danach irgendwann wieder abgeräumt werden. Von dem frech hinausgestellten Sondermüll in Form von Farben einmal abgesehen. Darum hat Stuttgart als eine der letzten großen Städte den Sperrmülltag im letzten Jahr eingestellt und den Sperrmüll auf Abruf eingeführt. Ein gelungenes Projekt, da dies die damit verbundenen Kosten erheblich reduziere. „Natürlich stellen auch hier die Nachbarn immer noch etwas mehr dazu, aber da könne dann immer noch ein weiteres Fahrzeug nachgefordert werden“, so Krieck. Auch mit den karitativen Einrichtungen Stuttgarts wurde nach Lösungen gesucht, deren Kapazitäten aber für größere Lagerungen nicht ausreichen, erklärte der Technische Bürgermeister der Stadt Stuttgart Dirk Thürnau. „Die Lager der Hilfseinrichtungen waren schlicht überfüllt“. Als Zusatzoption und Dienstleistung zum seit Anfang des Jahres laufenden Programm des Sperrmüll auf Abruf wurde zusammen mit den karitativen Verbänden in Stuttgart daher ein für jedermann zugängliches, unkompliziertes Onlineportal entwickelt. Auch um die sentimentalen Gemüter und Sammler zufrieden zu stellen. Denn auch für den, der bis Ende letzten Jahres auf den Sperrmüllbergen noch den einen oder anderen gebrauchsfähigen Gegenstand ergattern konnte, was zu einem sehr beliebten Hobby von sparsamen Stadtbewohnern geworden ist, sollte hier ein Ersatz geschaffen werden. Verena Fischer vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft stellt das Konzept vor. „Die Seite des Verschenkmarkt Stuttgart findet sich auf der Stuttgart Seite verlinkt, oder direkt unter http://www.stuttgart.de/verschenkmarkt. Aber auch von den Bürgerbüros aus ist ein Zugriff, auf die Seite, oder ein Eintrag möglich, da dieses Angebot auch gerade für die sozial schwächeren sein soll uns ausdrücklich nicht kommerziell ist“. Jeder Eintrag werde zudem überprüft und erst nach eingehender Prüfung nach kommerziellen, oder anderen unerwünschten Inhalten freigeschaltet. Das dauere etwa einen Tag. Dazu kann sogar ein Foto des Gegenstandes auf die Seite geladen werden. Neben dem das ein Eintrag nach vier Wochen gelöscht werde, können die Inserenten solche Einträge nach Abgabe ihrer Ware hier auch selbst löschen um zu vielen Nachfragen vorzubeugen. Ein Flyer soll im September  auf dieses Angebot und auch auf eine Hotline für die Sperrmüllabholung aufmerksam machen. Der Vorteil gegenüber kommerziellen Plattformen ist der leichtere Zugang und eben, dass die Waren verschenkt und gegenseitig abgeholt werden. „Was man bei ebay nicht losbekommt, kann man dann immer noch in die Verschenkbörse eingeben“, rät Thürnau. Das Angebot ist seit zwei Tagen online und ist schon alleine durch die Rathausmitarbeiter auf 19 Einträge gekommen, so Fischer.

Waldaufest und Radelton

10. Juni 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Degerloch: 8 000 Besucher begeisterten sich an den zahlreichen Aktionen des Waldaufestes und Radel-Thons auf der Waldau

 

(mr) – Am Wochenende stellten sich die zahlreichen Sportvereine, wie auch eine neue Abteilung des Roten Kreuzes, Polizei und Feurerwehr rund um das Waldaustadion den Besuchern vor. Daneben startete der 14. Radel-Thon hier seine spezielle Prominenten- und die zum ersten Mal vorgestellte Familientour. Auch Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, sowie zahlreiche Mitglieder aus der lokalen Politik waren unter den Gästen.

 

Mit einer exakten Punktlandung aus ein er Absprunghöhe von 1 000 Metern auf den Festplatz beim Waldaustadion eröffnete Fallschirm-Weltmeister Klaus Renz die große Veranstaltung auf dem Waldausportgelände in Degerloch. Am Boden wurde er von Degerlochs Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold und dem Sportkreisvorsitzenden Werner Schüle, sowie Bäcker Obermeister Frank von der Bäckerinnung, in Empfang genommen, der ihm ein Brot überreichte. Laut Schüle sollte dieses in zwei Jahres Rhythmus stattfindende Sportfest um das Waldau-Stadion auf dieses größte zusammenhängende Sportzentrum in Stuttgart aufmerksam machen und dieses noch mehr in das Bewusstsein der Stuttgarter rücken, das so ja nun direkt per Straßenbahn erreichbar ist. Im Vordergrund sollen Sport, Spaß Unterhaltung und Information stehen. So boten die Anwesenden Stände auch ein reichhaltiges Programm. Im Waldhotel gab es einen kleinen Empfang mit Weißwurst-Frühstück, dann wurde gegen zwölf Uhr  hinter dem Kickersstadion  die Prominenten-Tour des Radel-Thon verabschiedet. Angeführt von Bürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch, Stadtrat Boris Palmer und dem Fahrradbeauftragten der Stadt Stuttgart Claus Köhnlen. Natürlich nicht ohne vorher unter fachkundiger Anleitung der AOK ein spezielles Radel-Thon Aufwärmtraining zu absolvieren. Im Vorfeld konnten dort auch beeindruckende Darbietungen mit dem Einrad bewundert werden. Im Anschluss daran startete zum ersten mal auch eine geführte 15 Kilometer lange Familientour. Wovon jeder gefahrene Kilometer mit 10 Cent von der AOK vergoldet wurde. Diese geld kommt in diesem Jahr dem Gesprächskreis für pflegende Angehörige zugute. An unterschiedlichsten Stellen in ganz Stuttgart gingen zu verschiedenen Tageszeiten geführte Touren auf die insgesamt 83 Kilometer lange Strecke. Ab 13 Uhr führten Werner Schüle und OB Schuster über das Gelände und stellten die einzelnen Aktivitäten des Waldausportgebiets vor. Verschiedene Vorführungen gab es zuerst von der neuen Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die eine Parcours für Hunde aufgebaut hatten. Kinder durften mit Blaulicht und Sirene über das Gelände im Rettungswagen mitfahren. Daneben stellte die Feuerwehr eine Verkehrsunfallsituatun nach und zeigte, wir die im handumdrehen eine verletzte Person aus einem Golf herauschneiden können. Bei der Polizei konnte ein Einsatzfahrzeug bemalt und deren Pferde bewundert werden. Die Stuttgarter Scorpions (American Sports Club) ließen ihre Cherleader aufspielen, das Eissportzentrum bot Inlineskating und Inlinehockey, sowie am Abend eine Inlinerdico an, der TUS bot Fechtvorführungen an und richtete den Kindernachmittag mit einer Riesenhüpfburg und allerlei anderen Attraktionen aus. Wer mindestens acht der insgesamt 14 Stationen besucht und sich dort einen Stempel auf eine Karte geben lassen hatte konnte an der Tombola teilnehmen die als ersten Preis ein Wohlfühlwochenende gestiftet von der Gmünder Ersatzkasse ausgeschrieben hatte. Insgesamt zeigten sich die Veranstalter von der Publikumsfrequenz Begeistert, so Schüle. Die Polizei hatte etwa  8000 Besucher bis zum Abend gezählt, die sich über das riesige Sportgelände verteilt hatten.

Tierisches Leben mitten im Herzen der Großstadt

9. Juni 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart: Die Anlagenpark Seen sind kleine künstliche Lebensräume für Vögel aller Art

 

Städtische Gewässer und ihre gefiederten Bewohner. Führung mit Michael Schmolz.  Eine erstaunliche Anzahl von Wasservögeln lebt an den Parkgewässern von Schlossgarten und Unteren Anlagen. Mit etwas Glück können noch Jungvögel beobachtet werden. Treffpunkt 15 Uhr, Pavillon auf dem Schlossplatz. So der kurze Einführungstext  der Naturschutzbund Stuttgart  (NABU) Veranstaltung.

 

Marco Rettstatt 

 

Wasservögel gibt es schon auf dem Schlossplatz. Aber auch mitten im größten Lärm und den Menschenmassen des Stuttgarter Stadtfestes? Erste Station unserer Vogelführung durch die Innenstadt ist der Eggensee. Der künstlich angelegte Teich im Unteren Schlossgarten ist einer der Mittelpunkte des Stadtfestes. Was die hier um den See lebenden und brütenden Stockenten nicht zu stören scheint. Dass sie heute von ein paar Fußballfans liebevoll gefüttert werden schon gar nicht. Und schließlich sind, praktisch für uns Vögelbeobachter dadurch sämtliche Enten gerade direkt am Ufer. „Es sind hauptsächlich männliche Vögel und Jungvögel“, das sieht unser versierter Vogelführer Michael Schmolz sofort. „Die Männchen erkennt man an den gelben Schnäbeln und die Jungvögel, an ihren Stummelflügeln, die noch nicht bis ans Ende des Entenkörpers reichen, wo diese sich bei den erwachsenen Stockenten über kreuzen“, klärt Schmolz auf. Aufgrund des Mangels an Weibchen kommt es auch dazu, dass sich die Männchen mit anderen Enten paaren, was dann die eigentümlich gefärbten Mischlinge ganz unterschiedlicher Größen erzeugt, erklärt Schmolz die verschiedenfarbigen Enten. Irgendwelche Körperzeichnungen sind dann doch immer noch Typisch für die Stockente. Woher es kommt, dass die Männchen hier derart in der Überzahl sind ist nicht bekannt. Ein Teil der weiblichen Enten kann auch gerade bei ihrer Brut sein. Die an die Stadt angepassten Enten brüten nämlich überall. In Blumenrabatten, unter Büschen und sogar in den Bäumen um den See herum. Der höchste Brutplatz, erzählt Schmolz den erstaunten Vogelfreunden, ist momentan auf dem Dach der Südwest LB. „Wie kommen die Küken dort wieder herunter?“, fragt eine Teilnehmerin. „Sie springen einfach“, weiß Schmolz. So ein Sturz, auch aus 15 Metern macht den sehr leichten Küken mit ihrem sehr weichen Knochenbau für gewöhnlich nichts aus. Durch das Gedränge des Stadtfests führt Schmolz weiter zum Anlagensee, unserem nächsten Beobachtungsposten von ganz anderen Wasservögeln. Schon von weitem vernimmt sein geschultes Ohr die Schreie von jungen Teichhühnern, oder Teichrallen im Ufergebüch, die dort ihre Brutplätze haben und sich den See mit Blesshühnern, auch Blessrallen, Schwänen – auch einem Brutpaar mit vier Jungen, teilen. Schmolz führt akribisch eine Liste über die Brutpaare und Vogelpopulationen auf den Gewässern um Stuttgart. Das Teichhuhn mit seinem imposanten grünen Beinen und dem roten Schnabel hat sich hervorragend an das Leben am Anlagensee angepasst und ist das erklärte Lieblingsobjekt unseres Führers. Es brütet in den Bäumen und unter Sträuchern, während das eng mit ihm verwandte Blesshuhn, die schwarzen Wasservögel mit dem markanten, weißen Stirnstreifen den Uferbereich zum Brüten braucht wo das Gelege leider oft mitsamt der Brut abgemäht wird, erzählt Schmolz und zeigt uns einige Bilder von den Brutstellen, vor und nach dem Rasenmäher. Unter einer Eibe können wir durch das Okular unseres Vogelführers das Treiben der jungen Teichhuhnfamilie beobachten. Wir beobachten auch deren ständige Revierstreitigkeiten mit den Blesshühnern. „Ein weiterer Grund für die niedrige Geburtenrate der Blesshühner ist auch, dass sie bei jeder Kleinigkeit ihr Gelege verlassen, dass dann auskühlt, oder um so leichter zur Beute werden kann“, weiß Schmolz. Unser Vogelführer klärt uns dabei über die Gefährlichkeit von Schwänen mit Jungtieren auf, denn auch diese Eltern sind mächtig hinter den Parkbesuchern, oder den anderen Teichbewohnern her. Er berichtet von Schwanangriffen mit sogar tödlichen Ausgang. Mit ihren harten, scharfkantigen Flügeln fügen sie auch Passanten durchaus böse Verletzungen zu. Viel zu schnell ist die zweistündige Führung, die noch einige Seen im Anlagenpark zur Verfügung hielte dann schon wieder vorbei.

Führungen zur Aufklärung über die heimische Vogelwelt veranstaltet der NABU jede paar Wochen. Für den 19 Dezember ist eine Führung zu den mittlerweile im Rosensteinpark heimisch gewordenen Gelbkopfamazonen geplant.

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