Weltaidstag in Stuttgart

31. Dezember 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Weltaidstag in der Stuttgarter City von vielen Aktionen begleitet – Trauermarsch, Aids-Aktionsmenues und einer Tombola

Stuttgart (mr) – Mit einer großen Tombola mit Losen, Glühwein und Popcorn, organisiert von fünf jungen Auszubildenden der Stadt Stuttgart wurde gestern der Welt–Aids-Tag in der Stuttgarter Innenstadt begangen.  

Schon im Vorfeld des Welt-Aids-Tages gab es in der Stuttgarter Innenstadt eine Reihe von besonderen Aktivitäten. Am Freitag ein Benefizkonzert mit dem Berliner Travestiekünstler Romy Haag und dem Wut und Trauermarsch am Samstag mit einem anschließenden Gedenkgottesdienst, an dem sich zahlreiche Stuttgarter beteiligt hatten. „Den Welt-Aids-Tag gibt es seit 1988. Er wird am jedem 1. Dezember als weltweiter Gedenk- und Solidaritätstag an die an Aids erkrankten oder verstorbenen begangen, so Andreas Hauling, der Geschäftsführer der Aidshilfe Stuttgart. Er sei auch sehr dankbar für diese Initiative, denn die Aidshilfe habe in den letzten Jahren sehr unter fehlenden Spendengeldern gelitten. Das besondere Highlight am Sonntag war eine Tombola, organisiert von fünf Auszubildenden Bürokauffrauen bei der Stadt Stuttgart, die im Rahmen ihrer Ausbildung zusammen mit der Aidshilfe Stuttgart, dem Gesundheitsamt und dem Suchthilfeverein die Brücke dieses Projekt gestartet hatten. 750 Preise hatten die jungen Frauen in mehrmonatiger Arbeit von Banken, Geschäftshäusern und Einkaufsmärkten zusammengetragen, so Sonja Kliunic und Eva Hruschka. Die Palette reichte von Theaterkarten bis zu Matchboxautos. Und tatsächlich herrschte an den Ständen ein großer Andrang, ob nun vor der Tombola, oder an der Mohrenkopf- und Kondomwurfmaschine, beim Glühwein oder Popcornstand. Dieser kleine separate Weihnachtsmarkt vor der Sankt-Eberhard-Kirche kam bei den Besuchern – einige kamen sogar extra deswegen – sehr gut an. Wie Karsten Burchardka mit seiner Familie. Sie nahmen ein großes Jugendbuch für den Sohn mit nach Hause. Für solche Aktionen habe er gerne Geld übrig. Joachim Kaiser aus Hilzingen bei Singen, der mit seiner Familie durch die Königstraße gebummelt war, hieß dann der glückliche Gewinner von zwei Theaterkarten. Die was ihn besonders erfreut hatte auch noch beliebig eingelöst werden konnten. Das es ausgerechnet der Weltaidstag am kalten 1. Dezember wurde, an dem die Frauen ihr soziales Projekt gestartet hatten, lag einfach daran, dass in letzter Zeit so viel darüber geredet worden war, so Sabine Eisenhardt. Und auch dass Aidshilfevorstand Hauling sich sofort zur Mithilfe bereit erklärt hatte. Daneben beteiligten sich verschiedene Stuttgarter Lokale wie der Privatbrauerei Calwer-Eck-Bräu, der E.d.K. Frühstücksbar und dem Cafe Künstlerbund an den Aidshilfe-Aktionen. Sie boten wie das Cafe Künstlerbund besondere Aktionsmenüs an. Dort gab es Schweinefiletgeschnetzeltes in Cognac-Rahm-Soße mit Mandelbällchen zu 9,10 Euro. Ein Euro von jedem Essen geht an die Aidshilfe Stuttgart.  „Es ist doch besser eine solche Aktion zu machen, als das Geld für Weihnachtsfeiern auszugeben“, so Hobib Farhat vom Cafe Künstlerbund. Insgesamt standen die Stuttgarter Bürger dem Welt-Aids-Tag sehr positiv gegenüber.

Tsunami im Golf von Bengalen (5A/4B/5C)

26. Dezember 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Hintergrund: In Folge eines schweren Seebebens mit einer Stärke von 8,9 auf der Richterskala, erbrachen sich mehrere bis zu 15 Meter hohe Tsunamiwellen über Indien, Sri Lanka, Indonesien, Thailand und den in diesem Raum liegenden Inseln. Das Epizentrum des Bebens lag 65 Kilometer westlich vor der indonesischen Insel Sumatra. Die Inselgruppe der Malediven, sowie die Andamanen und Nikobaren, wurden dabei völlig überflutet. In Indien und Sri Lanka drang das Wasser bis zu 2 000 Meter ins Landesinnere ein. Das unterseeische Beben war durch Aktivitäten der tektonischen Erdplatten ausgelöst worden, bei der sich die Indisch-Australische Platte allmählich unter die Europäisch-Asiatische Platte schiebt, die im indischen Ozean aufeinander treffen. Durch Verkanten können so Plattensprünge von mehreren Metern entstehen. In diesem Fall hatte sich der Meeresboden plötzlich um zehn Meter angehoben. Mittlerweile hat es zahlreiche Nachbeben in den Stärken von 7,3 bis 5 gegeben. Die allerdings nicht zu weiteren Flutwellen geführt hatten. Die Nachbeben können noch Monate lang andauern. Das Beben war eines der Stärksten seit dem Beginn der instrumentalen Aufzeichnungen vor etwa 100 Jahren. Am Montag hatten die Tsunami Wellen auch das 6 000 Kilometer entfernte Somalia und das 8 000 Kilometer entfernte Neuseeland erreicht. In Neuseeland und Südamerika stieg der Wasserspiegel als Folge der Flutwelle um bis zu 65 Zentimeter an.

Ergebnis: Die Zahl der Todesopfer des Seebebens ist mittlerweile auf über 165 000 angestiegen und wird sich nach Angaben der Rettungsteams wohl noch erheblich erhöhen. Die endgültige Anzahl wird wohl nie festgestellt werden können, so die Rettungsteams, deren Arbeiten durch Landmienen und den einsetzenden Monsunregen zusätzlich erschwert werden. Allein auf Sri Lanka sind bisher 35 000 Tote zu beklagen. Gerechnet wird aber mit gut 50 000. In Indien starben nach vorläufigen Angaben mehr als 15 000 Menschen. 10 000 Tote sind auf den Inselgruppen der Andamanen und Nikobaren zu beklagen, in Indonesien mindestens 80 000. Über 4 500 Menschen starben in Thailand, davon sollen 2 300 Touristen sein. Tote und Verletzte gab es auch auf den Malediven und in Malaysia, selbst auf den Seychellen und im Ostafrikanischen Somalia, deren Hafenstadt Hafun von einer Flutwelle völlig zerstört wurde. Nach einem ersten Überblick sind auch zahlreiche europäische Touristen unter den Toten. Mehrere Tausend werden immer noch vermisst. Davon allein 1 000 Deutsche (120 davon aus Baden-Württemberg). Auf den sonst sonnen verwöhnten Traumstränden türmen sich Leichen und Tierkadaver. Anwohner bereiten Massenbestattungen vor. Tausende werden in allen betroffenen Regionen noch vermisst. Mit Überlebenden rechnet zur Zeit aber niemand mehr. Daneben bedrohen weitere Nachbeben und schwere Unwetter die Region. Die Gesamtschäden werden auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Die internationale Spendenbereitschaft ist hoch und liegt mittlerweile bei der astronomischen Summe von einer halben Milliarde Euro. Kanzler Schröder hat die Hilfe auf 20 Millionen Euro aufgestockt. Interessant ist dabei auch, dass eine solche Summe vergleichsweise jede zwei Stunden von den USA für die „humanitäre Intervention“ des Irak aufgebraucht wird.

Terror im Elfenland

13. Dezember 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt
Okkultismus, Esoterik, Aberglaube, Mystik oder Magie, Märchen und Sagen, paranormale Phänomene und Übersinnliches, Segen und Fluch. Diese ganze kunterbunte Welt der Geister, Götter und Trolle, verzauberter Schuhlöffel, tanzender Campingkocher und heiliger Bleistiftanspitzer. Woher kommen eigentlich diese seltsamen Geschichten? Tabus, Verbote und Dogmen überschwemmen unser – heute eigentlich – aufgeklärtes Zeitalter wohin wir auch sehen. Aber was, und vor allem wer, steckt dahinter? Gibt es das so viel beschworene Körnchen Wahrheit, dass hinter einer jeden Sage angeblich stecken soll? Von Todesflüchen über Grabräuber und Ähnlichem. Oder helfen da vielleicht eine handvoll klerikaler Verwirrter, Wünschelrutengänger, oder Uri Geller Fans ein bisschen nach? Was bringt nun den Menschen, als an sich vernunftbezogenes Wesen, dazu sich derart absurden Käse auszudenken? Sind hier ausschließlich Drogen im Spiel oder verdorbener Alkohol? Warum weiß denn beispielsweise jedes Kind ganz genau dass die Schweizer Alpen aus Schokolade sind? Jedes mal aber wenn „wir“ hinein beißen wollen verwandeln sie sich blitzschnell in Stein zurück. Warum heißt es auf spiritistischen Sitzungen jedes mal, die Geister müssen den Raum verlassen, wenn „wir“ auch mitmachen wollen? Warum haben immer nur die verschobensten Freaks direkten Kontakt zu Gott, oder können durch ihren Hund, oder Gartengrill mit ihm sprechen? Warum kennen wir die großen Wunder, Marienerscheinungen etc. immer nur vom Hören sagen? Natürlich wäre es für einen echten Okkultisten ein Frevel seine Tricks zu offenbaren, dem harte Strafen seines Zirkels oder Satans persönlich folgen, denen er sich verpflichtet hat, sind die gängigsten Erklärungen für Skeptiker, wenn sie ein solches Phänomen einmal vorgeführt bekommen wollen.
Leben wir wirklich noch immer in einer tiefsten geistigen Diaspora, in der Aufklärung zwar toleriert wird, aber nicht wirklich eine Chance hat?
Die Antwort ist Nein!
Ja, liebe Kinder, nicht aufgeklärte Erwachsene auf euren Almhütten oder einsamen Inseln im hohen Norden, ihr aus den neuen Bundesländern, Amerikaner – das klingt hart. Aber einer muss es euch einmal sagen. All das sind nichts als Lügen. Dumme Geschichten, die sich einzig eure lieben, treu sorgenden Eltern für euch ausgedacht haben.
Nicht, dass ihr jetzt böse von euren Eltern denkt. Erwachsene sind zwar meist allesamt fiese, sadistische Monster, deren größte Freude darin besteht euch zum zittern oder zum heulen zu bringen, aber prinzipiell wollen sie wirklich nur eurer Bestes. Denn Erwachsene lügen ihre Kinder immer an. Aus Prinzip. Sie erfinden den Weihnachtsmann, Osterhasen, den Kommunismus und sogar die Zeugen Jehovas. Und alles das nur um euch darauf vorzubereiten, wie ihr später einmal von eurer Regierung behandelt werdet. Solche Geschichten dienen also alleine der Aufklärung oder der politischen Bildung. Sie sind auch der Grund, warum Ministerpräsidenten gerne als Landesväter bezeichnet werden. Dann ist es auch nicht etwa so, dass sie den richtigen Zeitpunkt verpassen euch das aufklärend mitzuteilen, wie das meist bei der Geschichte von den Blümchen und Bienchen der Fall ist. Wo wir dann in der Schule erst die Sexualerziehungs Lehrerin fragen müssen, ob sie uns nun zeigt wie man richtig toll fickt. Nein, auch das ist Absicht. Natürlich wollen Eltern sehen wie ihre Kinder ganz von selbst irgendwann wieder aus der SPD austreten. Viele nehmen allerdings darüber ihr Geheimnis als letzten Gag mit ins Grab.
Es lohnt sich also nicht, sich über diese Dinge zu streiten. Kriege zu führen oder überhaupt zu glauben dass ihr den Dickdarm eures Schulfreunds durch bloße Kraft eurer Gedanken bewegen könnt, Übersinnliches könne in irgend einer ominösen Form existieren oder das alles auch nur minimalst mehr als eine Geschichte sein. Natürlich gibt es mehr zwischen Himmel und Erde als wir bis heute wissen oder annehmen können. Das liegt allerdings daran, dass das was wir Himmel nennen, das ganze blaue Zeugs Rund um unsere Erde herum, recht groß, die Bibel meint, sogar unendlich ist.
Unser Tipp: Vermeidet möglichst Einladungen zu fragwürdigen Alkoholika von Bekannten aus dem nahen Osten anzunehmen oder ähnliches. Dann kommen die meisten solcher Geschichten erst gar nicht auf euch zu. Und wenn doch, erzählt sie später einfach euren eigenen Kindern, oder den Großeltern. Die hören bekanntlich auch nicht zu. Wenn alles schief läuft gibt es ja immer noch die Telefonseelsorge. Und vergesst nie, dass Politiker eben auch nur Eltern sind.

Ehrung der Blutspender

6. Dezember 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Stuttgart: OB Schuster ehrte im Rathaus 129 Blutspender darunter 14 Cannstatter und 10 Spender aus dem Raum Untertürkheim

(mr) – Am Montagabend empfing Oberbürgermeister Wolfgang Schuster mit dem Präsidenten des DRK- Landesverbandes Lorenz Menz 129 Stuttgarter Blutspender, die bis Mitte 2004 ihre Zehnte, 25., 50., oder 75. Blutspende abgegeben  hatten im Rathaus um sie für ihren besonderen Dienst an der Menschheit besonders zu ehren.

Nicht genug Danken konnte Schuster den geladenen Spendern für deren bewiesene Solidarität. „Dieser Dienst an der Gemeinschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Sie sind auch Lebensretter“, so Schuster. Er habe großen Respekt vor dieser besonderen Gabe. Einem Dankeschön, dem sich auch DRK-Landesverbandspräsident Menz anschloss. Er machte klar wie wichtig das Blutspenden auch gerade in Zeiten modernster Medizin noch sei. „Noch ist ein künstlicher Ersatz für unseren menschlichen Lebenssaft nicht in Sicht“, so Menz. Daher komme es – wie in diesem Sommer – immer wieder zu bedrohlichen Engpässen, dass ihre Reserve an Blutpräparaten teilweise nicht vorrätig ist. 1958 kamen zur ersten Blutspendeaktion gerade einmal 107 Menschen. Heute werden  in einem Jahr 750 000 Blutspenden benötigt. Jedes Blut wird möglichst genau untersucht. Womit Blutspender zu den am Besten untersuchten Mitbürgern zählen.

Im Rahmen der anschließenden Ehrung wurden 41 Frauen und 43 Männer für zehn Blutspenden mit der Ehrennadel in Gold und einer Urkunde ausgezeichnet. 13 Frauen und 16 Männer für 25 Blutspenden mit der Ehrennadel in Gold mit eingravierter Zahl 25. Drei Frauen und zwölf Männer erhielten für 50 Blutspenden die Ehrennadel mit eingravierter 50.  Und Hans Neff aus Stuttgart Rohr wurde für seine in diesem Jahr geleistete 75. Blutspende ebenfalls besonders ausgezeichnet. Im Anschluss an die Ehrung wurde den Spendern in einem Film vorgeführt, was denn mit so einer Blutspende alles passiert, wie diese in ihre Bestandteile zerlegt und wo sie letztlich verwendet wird. „Blutspenden ist auch gar nicht schwer“, erzählt die mittlerweile 66 jährige Emma Eiler aus Obertürkheim, die für ihre 50 Spende ausgezeichnet wurde beim anschließenden Ehren-Buffet für die Spender. Sie fühle sich sogar immer sehr befreit danach. Eiler geht zwei- bis dreimal im Jahr zur Blutspende. Immer wenn ein Spendenaufruf in der Nähe stattfindet. Insgesamt dürfen Frauen vier- und Männer sechsmal im Jahr zur Ader gelassen werden. Mit über 68 Jahren ist dann Schluss. „Blutspenden dauert etwa zehn Minuten“, erklärt Frank Wörner aus Stuttgart-Riedenberg, auch einer der für seine 50. Spende ausgezeichnet wurde. Nach einer zehn minütigen Erholungsphase und einem Imbiss ist es in der Regel schon erledigt.

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