Teilstationäre Behandlung von Drogenkonsumenten

23. Oktober 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Stuttgart: Tagwerk stellt Jahresbericht für 2004 vor

 

(mr) – Nach fünf Jahren zieht die teilstationäre Rehabilitation für Drogenkonsumenten, das Projekt Tagwerk, ein Gemeinschaftsprojekt der Caritas Suchthilfe und der Drogenberatungsstelle Release Bilanz. Nach anfänglich großen Zweifeln ist man nun überzeugt, dass Drogenabhängige auch teilstationär behandelbar sind.

 

„Momentan haben wir 16 Klienten zwischen 20 und 39 Jahren im Haus“, erklärt die Leiterin des Tagwerks Claudia Schäfer. Wobei das Klientel immer aus mehr Männern als Frauen bestünde. Das Tagwerk im Stuttgarter Osten ist eine von drei solcher teilstationären Behandlungshäusern von Drogenkonsumenten in Baden-Württemberg. „Die Therapie beginnt täglich um neun Uhr und endet um 17 Uhr“, so Schäfer weiter. An sechs Tagen  in der Woche sind die fünf hauptamtlichen Therapeuten und drei Praktikanten und Mitarbeiter mit ihren Klienten dort tätig. Wobei die Teilnehmer nachgewiesen „clean“, das heißt ohne Drogen konsumiert zu haben, sein müssen um die Therapie dort überhaupt beginnen zu dürfen. „Dass die Klienten clean zu uns kommen und auch in einem cleanen Umfeld leben sind zwei der Grundvoraussetzungen um überhaupt an der Therapie teilnehmen zu dürfen“, so Schäfer. Dazu findet jeden Morgen eine Urinkontrolle unter Sicht statt. Allerdings ist dieses Modell durchaus erfolgreich. Im letzten Jahr hätten so 52 Prozent der Klienten die Therapie regulär beendet. Landesversicherungsanstalt und Karankenkassen, die Träger des Projektes verlangen eine 40 Prozentige Erfolgsquote. Nur 18 Prozent disziplinarisch. Was heißt, dass diese wegen Regelverstößen, oder unangepasstem Verhalten rausgeworfen worden sind. 28 Prozent hätten die Therapie von selbst angebrochen. Und die Hausregeln sind streng. Es sind während der Therapie keine Medikamente und Suchtmittel erlaubt. Auch außerhalb der Therapie nicht. Auch häufiges zu spät kommen oder unpassende Kleidung zählt zu den Regelvertößen. Denn die Klienten sollen mit diesem Projekt schließlich wieder für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Nichts erleichtere ein geregeltes Leben ohne Sucht so sehr wie eine geregelte Arbeit. Wobei man wisse wie schwierig dies zur zeit realisierbar ist. So gibt es für die Suchtkranken neben einem Sport-, und Maltag auch zwei Arbeitstage, an denen die Kleinten in hausnahen Einrichtungen im Hausrenovierungs-, oder Gaststättengewerbe, im SBR, oder Kulturwerk Nahost, wöchentlich insgesamt neun Stunden Arbeit leisten. Was allerdings auch am ehemaligen Arbeitsplatz, sofern noch vorhanden, möglich ist. Zu diesem Zweck würden zur Zeit Gespräche geführt und weitere Firmen gesucht, die bereit sind ihre Klienten aufzunehmen, auch um diesen ein breiteres Arbeitsangebot anbieten zu können. Die Therapie im Tagwerk geht über ein halbes Jahr. Danach sollen alle Abgänger möglichst für den regulären Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen. Ein so genanntes individuelles Rückfallmangement soll den Probanden einen Wegweiser in die Hand geben, wie sie selbstständig mit ihrer Sucht fertig werden können. Im letzten Jahr hatten sich 173 Suchtkranke um einen Platz beworben. Allerdings konnten nach Vorgesprächen und Vorsorgeuntersuchungen durch die Ärzte des Bürgerhospitals, mit denen sie eng zusammen arbeiten und die auch die Nachsorgeuntersuchungen durchführen, nur 63 aufgenommen werden. Zwei Drittel ihres Klientels kommt aufgrund von staatlichen Auflagen zu ihnen. Ein Drittel etwa freiwillig über die Arbeitsstelle, oder Familie. Davon seien 71 Prozent Polytox, eben Konsumenten verschiedenster Gifte und 26 Prozent rein Canabisabhängige.

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Feierliche Taufe des Gasballons „Stuttgarter Hofbräu“ auf dem Cannstatter Wasen

13. Oktober 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Bad Cannstatt: Baden-Württembergs einziger gasgefüllter Ballon an die Ballonsportgruppe Stuttgart übergeben

(mr) – Am Samstagmittag konnte einer ungewöhnlichen Aktion auf dem Cannstatter Wasen mitten im Treiben des Frühlingsfestes beigewohnt werden. Stuttgarts neuer, erster Bürgermeister Michael Föll taufte zusammen mit Wasenwirtin Waltraud Grandl einen Gasballon.

Der riesige Ballon war von der Bierbrauerei Stuttgarter Hofbräu für die Ballonsportgruppe Stuttgart gestiftet worden und trug so auch deren Taufnamen. Knallgelb und riesengroß stand er abflug-, oder wie der Ballonfahrer es  lieber hört abfahrbereit bei den großen Festzelten. Nur das Wetter, von dem die Ballonfreunde sich bis zuletzt Besserung erhofft hatten spielte nicht mit. Es war zu windig für einen Start. Gerne hätten die Ballonfreunde dem ausscheidenden VMS Chef Werner Alt noch eine letzte Fahrt gegönnt. Alt war von der Polizei in einem alten dunkelgrünen Polizei-VW-Käfer und einem alten Polizeimotorrad mit Seitenwagen auf den Wasen eskortiert worden. Dort stand dann aber nur die Taufe auf dem Programm. Mit einem großen Krug Bier, durch Wasenwirtin Grandl schwungvoll über dem Fahrkorb entleert und dem Taufspruch von Bürgermeister Föll erhielt der Ballon seinen Namen „Stuttgarter Hofbräu“. 1 000  Kubikmeter Wasserstoffgas bringen in diesem in Zukunft bis zu sechs Personen als Ballonsportfreunde und auch Passanten, in die Luft.

„Bei uns  kann sich jeder, der eine Ballonfahrt machen möchte melden und darf mitfliegen“, so Vereinsvorstand Albrecht Munz. „Gasballons sind selten. Daher ist es schon ein besonderes Ereignis, wenn ein solcher neu in Dienst gestellt wird. Nur insgesamt 35 gibt es von ihnen in Deutschland“, so Vereinssprecherin Evelyn Möller. In Baden-Württemberg ist dieser neben knapp Tausend Heißluftballons der einzige Gasballon. Gasballons haben den Vorteil, dass sie praktisch unbegrezt in der Luft bleiben und so auch sehr weite Strecken bewältigen können. Wie der Vorgängerballon, der dreißig Jahre alte „Graf Zeppelin“ mit seinen Flügen bis Paris, oder auf die Insel Usedom und an die bulgarische Grenze unter Beweis gestellt hatte. Daneben sind sie aber etwas teurer. So um die 35 000 Euro müssen in einen gleichgroßen Ballon investiert werden. Dann noch einmal etwa 1 500 Euro für Befüllung und Accessoires um ihn starten zu können, so Möller. Zum Starten kamen dann noch einige ferngesteuerte Ballonmodelle, der Jugendgruppe, wie der bei Kindern beliebten Pinguinballon.

Das ZEBRA wird fünf

6. Oktober 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Bad Cannstatt: Das evangelische Jugendwerk Cannstatt feiert Geburtstag

(mr) – Mit einem Tag der offenen Tür feierte das evangelische Jugendwerk den fünften Geburtstag des ZEBRA, seiner Einrichtung im Ludwig-Raiser-Haus in der Wilhelmstraße. Bei spannenden Spielen und Bewirtung konnten sich Jung und Alt über die umfangreiche Arbeit des Hauses informieren.

Mit einem Sektempfang und Bildern aus den vergangenen fünf Jahren, dem Ausbau des Hauses, sowie zahlreicher Aktionen, begann die Feier. Der leitende Referent des Hauses Klaus Lang begrüßte die besonderen Gäste aus Religion und Pädagogik und stellte sein ZEBRA, hinter dem sich eigentlich das Wortungeheuer, Zentrum des evangelischen Jugendwerks Bezirk Bad Cannstatt in Ludwig-Raiser-Haus, verberge vor. Auch Stadtdekan Gustav-Adolf Dikelacker richtete einige Grußworte an die Gäste. Dann war die Party eröffnet. Neben Kaffee und Kuchen gab es draußen auch Verpflegung vom Grill. Natürlich war an diesem Tag die Hauptattraktion des ZEBRA, der seit September fertiggestellte Hochseilparcour, geöffnet. Mit unterschiedlichen Übungen konnten sich die Teilnehmer in schwindelerregenden neun Metern Höhe gewagten Kletterübungen hingeben. „Unsere Erlebnispädagogik. Viel der Übungen, wie die Jakobsleiter mit den etwas zu weit auseinander liegenden Sprossen, können nur zu zweit, oder in der Gruppe bewältigt werden. Die Anlage fördert ganz gezielt den Gemeinschaftssinn“, erklärt Lang. Durch das ganze Haus, über alle drei Stockwerke zog sich ein spannendes Rätsel-Suchspiel, dass die Jugendlichen in Scharen durchs Haus ziehen ließ. 74 Fragen, die so angelegt waren, dass die Kinder bei einer falschen Antwort zwar auch zum Ziel kommen, aber über den Umweg einige Fragen mehr beantworten zu müssen, als die die richtig lagen. In ganzen Haus waren die Büros geöffnet, die Pädagogen stellten dort auf einer Präsentation ihrer Bildschirme sich selbst und ihre Arbeit vor. Für die Kleinen gab es einen Malwettbewerb wie auch den Spiel- und Kreativbereich. Die Angebote wurden bis 17 Uhr ausgiebig genutzt.

ZEBRA hat es sich zur Aufgabe gemacht jungen Menschen durch vielfältige Angebote wie – Kinderfreizeiten, Kinderbibelwochen, Diskos, Jugendclubs, Streitschlichterkurse,  Erlebnispädagogik, Meditation, integrative Behindertenarbeit, Theaterprojektev und Fußballturniere –  Gemeinschaftssinn, Toleranz, Rücksichtnahme, Akzeptanz und Engagement beizubringen. Übers Jahr nehmen etwa 3 000 Jugendliche an den Angeboten teil.

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