Gasexplosion in Belgien (2A/2B)

30. Juli 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Hintergrund: Gegen 8.30 Uhr alarmierten Mitarbeiter einer Gasfabrik wegen starkem Gasgeruch im belgischen Ath (30 km südwestlich von Brüssel) die Feuerwehr. Eine halbe Stunde später ereigneten sich mehrere schwere Explosionen auf dem Gelände. Die Explosionen waren so stark, dass die mit der Absperrung des Geländes beschäftigten Feuerwehrleute teilweise mehrere hundert Meter weit durch die Luft geschleudert wurden. Sicher ist, dass eine von der belgischen Küste zur französischen Grenze führende unterirdische Gasfernleitung leck geschlagen war. Was genau zur Explosion des Gases geführt hatte ist noch nicht klar.

Ergebnis: Dabei sind bisher 17 Menschen ums Leben gekommen und 120 weitere verletzt worden. Der laute Knall war im Umkreis von mehreren Kilometern zu hören, die Flammen schlugen mehrere Meter hoch in die Luft. Einem Fernsehbericht zufolge wurden Trümmerteile bis zu sechs Kilometer weit entfernt gefunden. Unter den Opfern waren viele Feuerwehrleute und Polizisten. Die Behörden riefen Katastrophenalarm aus. Die Flammen versengten noch Fahrzeuge, die gut 500 Meter entfernt standen. Der gerade neu errichtete Betrieb wurde völlig zerstört.Auch zwei nahe gelegene Fabriken fingen Feuer. Die Autobahn E429, die durch das Gebiet führt, wurde in beiden Richtungen gesperrt. Einheiten der Streitkräfte sind im Einsatz, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen. Frankreich schickte rund 100 Mediziner, vier Hubschrauber und 20 Rettungsfahrzeuge. Im ganzen Land wurden die Krankenhäuser alarmiert, auch Kliniken in Nordfrankreich nahmen Verletzte auf.

Traditionelle Migration

27. Juli 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Stuttgart:  Elftes Internationales Fest der Caritas bei den Berger Sprudlern

(mr) – Am Wochenende fand zum bereits elften Mal das dreitägige Fest der Caritas statt, dass auch in diesem Jahr ganz unter dem Motto des „Zusammenführens der Nationen“ stand. Insgesamt zählte das Fest etwa 12 000 begeisterte Besucher.

Auch in diesem Jahr hatten die Organisatoren wie Caritasdirektor Ulrich Ahlert und Fritz Weller, der Fachdienstleiter Migration wieder ein gigantisches Unterhaltungsprogramm für jung und alt auf die Beine gestellt. Bands wie die Jason Fallon Rockband, oder Bambolea, die mit ihren heißen, spanischen Rhythmen dem Publikum einheizten oder September die die musikalische Führung durch den Jazzfrühschoppen am Sonntag übernahmen. Daneben Hif mit Afro Soleil und Brian, die Dale Wilde Band mit schottisch irischen Klängen, oder Cafe con Leche mit Musik im karibischen Stil und natürlich die schrägen Mundart Schwabenrocker „Gonzo“. Kurz die ganz großen Namen der Süddeutschen Musikbranche mit internationalem Touch gaben sich auf dem Fest einander die Mikros in die Hand. Publikumsmagnet vor allem für die erwachsenen Festbesucher, die oft nur wegen der Bands kommen, die hier wie immer auf einen großen Teil ihrer Gage zugunsten der Caritas verzichten. Dabei durfte für die jüngeren Festbesucher  auch die große Spielstraße nicht fehlen. Dort  konnte gemalt, gebastelt, oder sich einfach bei verschiedensten Spielen aus getobt werden. Neben einem Großtrampolin und einer Hüpfburg gab es einen Ponyparcours zum Reiten und Zabaubershows mit dem wundersamen Herrn Wunderle und seinem Allzweck Wundermittel, dem „Faszinosum X“. Unter einem Baum auf Strohballen verzauberte Märchenerzählerin Sigrid Früh ihre jungen und alten Zuhörer wieder mit sagenhaften Märchen aus dem schwäbischen Sprachraum. „Manche Zuhörer kenne ich von hier noch als kleine Stöpsel und sie kommen heute immer noch zu mir“, erzählt Früh, die schon von Anfang des Festes an mit dabei ist. Auch der kulinarische Teil kam an den drei Tagen nicht zu kurz. Mit Crepes- und Grillständen, Popcornmaschinen und vielen anderen Leckereinen für groß und klein, an vielen anderen Ständen, an denen Erzeugnisse aus aller Herren Länder wie Schmuck aus Afghanistan, oder Kunst aus der Ukraine präsentiert wurden, stellten sich die verschiedenen Abteilungen der Caritas wie eben der Migrationsdienst, die Jugendberatungsstellen, die Neckartal Behindertenwerkstätten,  oder das internationale Frauencafe vor. „Das Fest soll zusammenführen. Gerade eine so internationale Stadt wie Stuttgart zeigt damit, dass ein friedliches Miteinander in einer Großstadt möglich ist“, so Fritz Weller. Der Erlös aus dem Fest, in diesem Jahr etwa 15 000 Euro, soll wieder den gut 10 000 Migranten die das Schicksal nach Stuttgart verschlagen hat zukommen. Bis zu 12 000 Besucher waren bis zum Sonntagabend um das Festzelt bei den Berger Sprudlern  erwartet worden. „Wir sind zwar infolge des Wetters ein wenig hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben, aber diese Zahlen haben sich im laufe des Tages schnell wieder korrigiert“, so Weller.

Übersee-Rum gegen Ginseng Metaphysik in der Medizin

25. Juli 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt
Gäbe es einen allgemein gültigen Gesundheitsbegriff, gäbe es sicher auch die Allgemeine, alles seligmachende Medizin. Was ja nach einem Paracelsus – der den Spruch prägte: „Du bist was du isst“, der damit in einer ordentlichen Ernährung die vollkommenste Medizin sah – nicht völlig verfehlt wäre. Leider stimmt das so nicht in jedem Fall.
So genannte Naturmediziner versuchen immer wieder uns klar zu machen, dass es das alles heilende Mittel tatsächlich gibt. Im Trend liegen da Großmutters Rezepte, oder auch angeblich indische, oder indianische Heilverfahren. Eben alles was alt genug ist um von niemandem mehr genau nachvollzogen werden zu können. Oder wo uns die Ehrfurcht vor der Mystik des Vergangenen, wie das Andenken der Toten daran hindert, über dessen Sinn weiter nachzudenken. Ein gefundenes Fressen für allerlei Heiler und Hobbyschamanen, die so ihre abenteuerlichen Rezepturen nach ihren Vorstellungen ungestört erarbeiten und vertreiben können.
Befördert wird dieser Wahn durch unser verwirrtes Gesundheitsbewusstsein. Es gibt aus medizinischer Sicht heute eigentlich nur noch kranke Menschen. Völlig gesund sind wir eigentlich nur noch als Babys und auch das wohl nur weil die liebreizenden Kleinen für unser liebstes Freizeitspiel „den Gesundheitswahn“ noch weitestgehend tabu sind. Wir anderen werden so lange untersucht, bis wir krank sind. Oder zumindest bis wir unserem Arzt, der Freundin, oder dem Pfarrer endlich glauben, dass auch wir in einer unheimlichen Welt voller Bakterien und Infektionsherden leben und an einer zumindest vorbeugenden Behandlung gar nicht mehr vorbei kommen. Die einen werden durch Unachtsamkeit krank, andere, die besser auf sich acht geben werden durch Werbung oder Hypoconder und eifrige Beipackzettelleser überzeugt. Gehen wir von der Werbung der Pharmaindustrie aus, besteht unsere Gesellschaft ohnehin nur noch aus lebenden Leichen. Die Krankenkassen sind mittlerweile von diesem Werbefeldzug wider den gesunden Menschen abgesprungen, was unser Krankheitsbewusstsein wieder ein wenig relativiert. Dabei war der Bevölkerungsanteil der über 100-jährigen in unserer Gesellschaft noch nie so hoch wie heute. Auch das ist eine der Segnungen unserer modernen Wissenschaft. Wir wissen zudem immer mehr und immer besser Bescheid. Statt aufgeklärter werden wir so aber nur zu dünnhäutigsten Hypochondern erzogen.
Interessant ist hierbei, dass neben diesen vielen, vielen verschiedensten Wehwehchen, die uns ja auch zusätzlich noch in unserer Eitelkeit etwas von unseren Mitmenschen abheben und uns so allesamt ein bisschen interessanter machen, die Abteilung der Gesundheitsapostel aus der Naturmedizin, dafür das ultimative, all seligmachende Heilmittel verkaufen will. Nicht dass sie damit die Spielverderber unserer Eitelkeit wären. Es wäre sicher auch weit praktikabler eine einzelne Flasche zu haben, als die dreißig vierzig Pillendöschen, Tablettenschachteln, Tinkturen usw. die wir für unsere perfekte Gesundheit, oder eben der liebevollen Pflege unserer eingebildeten Wehwehchen täglich anwenden. Aber können der Ginseng, die Flasche Klosterfrau, oder die vielen anderen nicht kommerziellen Gebräue und Allheilmittel aus dem Hinterzimmer eines ehemaligen Postangestellten wirklich alles heilen? Nachgewiesene Heilerfolge sind hier meist allenfalls Placebo-Effekte. Genau hier ist erhöhte Vorsicht geboten. Zumindest aber ein Blick auf den Beipackzettel ratsam. Denn der Hinweis, sich mit seinem unterm Ladentisch erworbenen, oder selbst destillierten Gebräu an den Arzt oder Apotheker zu wenden muss gerade bei der ganzheitlichen Medizin auch nicht unbedingt richtig sein. Schließlich können auch diese oft nur erahnen, was für Auswirkungen mit der dauerhaften Einnahmen von beispielsweise Apfelessigmolke auf uns zukommen. Auch die Homöopathie, die meist für solche Scharlatanerien herhalten muss wäre so an sich harmlos. Würden bestimmte Heiler, die sich als Homöopathen ausgeben nicht auch ernsthaft kranke Menschen glauben machen, dass sie durch Zugriffe oder Mittel die sie homöopathisch nennen wieder gesund würden. Ärgerlich ist hierbei auch, dass die Schulmedizin, wie die Wissenschaft im Allgemeinen, ihre Behandlung oft nur auf Annahmen stützt. Ein Mittel löst dieses aus, somit hilft es gegen… Oder sie verwendet das klassische Ausschlussverfahren. Es hilft nicht gegen dies und jenes und das oder das. Also, muss es zwingend für jenes Andere gut sein. Lehnt die medizinische Wissenschaft so auf der einen Seite die Naturmedizin oft zurecht ab, entsteht auf der anderen Seite immer wieder der Eindruck, dass sie selbst sich in der Erforschung ihrer Medikamente mehr auf die Metaphysik als die Vernunft verlässt.
Da unsere Medizin sich aber auf die Behandlung von Einzelerscheinungen beschränken muss ist leider das beste Mittel gegen Fußpilz nur Gift für den aufgeblähten Bauch oder Kopfschmerzen. So gesehen ist der Aldi-Übersee-Rum zwar kein anerkanntes Heilmittel, aber dem Werbe-Ginseng in der Behandlung verschiedenster Wehwehchen auf jeden Fall vorzuziehen.

Rundfahrt „Stuttgart baut“

20. Juli 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Stuttgart (mr) – Mit der Rundfahrt „Stuttgart baut“ wollte das Stuttgarter Touristik – Information – Zentrum  der Idee des Stuttgarter OB nachkommen, die Baustellen um Stuttgart als Touristik Attraktion zur vermarkten. Dass dies nicht ganz so bleiben würde bestätigten die Reiseführer. Die Tour die nun dabei herausgekommen ist umfasst dann alte und neue Baustile in Stuttgart, deren Architekten und bietet dem Interessierten einen sachkundigen Einblick in die Arbeit der Stuttgarter Städteplanung.

Die Rundfahrt begann am Hauptbahnhof. Neun Teilnehmer, die meisten aus Stuttgart, zwei davon Lehrerinnen aus Österreich. Ab 14 Uhr ging es mit dem geprüften Stadtführer Anselm Vogt-Moykopf auf Tour zu den Bauten Stuttgarts. Der Hauptbahnhof ist erstes Thema. Erbauer Paul Bonatz. Damit auch das Projekt Stuttgart 21 mit dem durch die Verlegung des Bahnhofes unter die Erde 100 ha Platz für weitere Projekte geschaffen wird. Vogt erläutert dabei auch den Mercedes Stern. Drei Zacken für die Motorisierung zu Land Wasser und in der Luft. Oder auch der Arbeiteruhr. Stuttgart habe auch 30 Kilometer Tunnelröhren. Die Staatgalerie vereint verschiedene Baustile in künstlerisch verfremdeter Form was Moderne provozieren soll. Die Staatsoper, der Landtag, das Hauptstaatsarchiv. Dann ist man bei dem Neubau der neuen Kunstgalerie. Vogt erklärt die Entstehung Stuttgarts. Das was zuerst ein Talkessel zur Zucht von Militärpferden. Dann das alte Scholss, das neue Schloss für den 16 Jährigen Karl Eugen. Die Stiftskirche, den Prinzenbau, die Alte Kanzlei als einziger Platz, den nach dem 2. Weltkrieg originalgetreu wieder aufgebaut wurden war. Der Schillerplatz. Auch der Schlossplatz bietet ein buntes Ensemble verschiedenster Baustile.

Fest zur Fußwegeröffnung

20. Juli 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

 

Stuttgart-Gaisburg:

 

(mr) – Mit einem Spielplatzfest feierten verschiedene Kinder- und Jugendorganisationen aus Stuttgart-Gaisburg die Eröffnung eines neuen Fußweges durch die Kleingartenanlagen im unteren Klingenbachtal.

 

„Über die Nutzung eines Weges durch das untere Klingenbachtal ist schon seit 1990 im Stuttgarter Gemeinderat diskutiert wurden“, erklärt Karl-Heinz Lehrer vom Garten- und Friedhofsamt, der mit dem Anbringen der Schilder, diesen offiziell für eröffnet erklärt. Die Schilder erklären allerdings nur, dass dieser Weg nun täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet ist. „Einen Namen für den Weg gibt es nicht“, erklärt Lehrer. Es ist für solche Wege auch keiner vorgesehen, da es ja nur eine kleiner Fußgängerdurchgang auch noch mit zahlreichen Treppenstufen ist. Der idyllisch gelegene Weg soll nun eine „grüne Alternative“ zur Tal- und Landhausstraße darstellen. Ein Anlass zur Freude für die zahlreichen Gaisburger Kinder- und Jugendorganisationen. Den dieser Weg bietet ein wenig Grünfläche in dem sonst recht verbauten Stadtteil an. Auf dem Spielplatz beim Lidelparkplatz, der den oberen Eingang des neuen Weges markiert richteten die evangelische Jugendarbeit, der evangelische Kindergarten Pistoriuspflege, das Familienzentrum Gaisenhaus, die Stadtteilbücherei und die Kindertagesstätte Gaisburg daher zusammen  zu ehren der neuen Errungenschaft ein großes Spielplatzfest aus. Das das Wetter am gestrigen Nachmittag nicht immer mitspielte war den Kindern, die alle Regentauglich gekleidet zur Feier kamen freilich egal. Schließlich waren ja Wasserspiele versprochen worden. Aber auch eine Schatzsuche im Sandkasten. Daneben wurden fleißig Schleuderbälle aus Luftballons, Reis und bunten Stoffen gebastelt und am Stand der Stadtteilbücherei wurde emsig gemalt. Bis es dann soweit war und der Startschuss für diese Aktivitäten gegeben wurde. Bis 17.30 Uhr war die Feier zu ehren des Weges durch das untere Klingenbachtal in vollem Gange. „Der Erlös aus Tombola, Kaffee und Kuchen kommt dem neu gegründeten Familienzentrum zugute, dass in Zukunft Kinder von einem bis zu drei Jahren betreuen wird“, so Christiane Schomburg vom Familienzentrum. Der Weg selbst ist indes noch lange nicht fertig. „Für den zweiten Bauabschnitt ist eine BMX-Strecke, oder ein Bolzplatz am Wegrand geplant“, so Lehrer. Je nachdem was sich die Anwohner wünschen. Wobei sich auch die Kinder noch nicht ganz einig sind. Das soll Ende 2005 Anfang 2006 dann fertiggestellt sein. Natürlich sind die Kleingärtner über die öffentliche Nutzung des Weges, der bisher ihnen gehört hatte und verschlossen war nicht sehr begeistert. Schließlich müssen sie auch den Schlüsseldienst für den Weg übernehmen. Sie hoffen aber, dass Vandalismusakte möglichst ausbleiben. Bisher endet der Weg an der Hornbergstraße.

Was ist Deutsch

17. Juli 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt
Linke haben es da sehr leicht. Es wird pauschal alles abgelehnt, was von deutschsprachigen Menschen kommt. Damit sind wir schon einmal fein aus dem Schneider und niemand wirft  uns Deutschtümelei oder gar Nationalismus vor. Es sei denn wir haben zufällig unser Faible für irgend eine südamerikanische Diktatur entdeckt. Aber auch so etwas ist unter Alternativen noch lange nicht so schlimm wie den Verdacht zu erwecken, zu deutsch zu sein.
Deutscher ist für gewöhnlich einer, der „Staatsangehörigkeit: deutsch“ im Ausweis, oder Reisepass stehen hat. Dafür muss er nicht zwingend in Deutschland geboren sein. Denn die deutsche Staatsbürgerschaft kann auch beantragt, eingeklagt, oder durch besondere Leistungen auf sportlichem Gebiet erworben werden. Für gewöhnlich, also zu etwa 70 Prozent um genau zu sein, ist der Deutsche aber hier im Lande geboren und hat deutsche Eltern. Aber schon das führt heute nicht mehr zwingend zur deutschen Staatsbürgerschaft. Ein anderer Fall sind so genannte ehemalige Deutsche, deren entfernte Vorfahren eventuell einmal deutsch gewesen sein könnten. So genannte Spätaussiedler aus ehemaligen deutschen Kolonien oder von Deutschen besetzten Gebieten wie Rumänien, Polen oder der ehemaligen Sowjetunion. Mallorca fällt übrigens nicht unter diese Kategorie. Auch diese Menschen wollen nun plötzlich wieder deutsch sein, oder auch die Menschen aus der ehemaligen DDR. Diese Menschen sprechen eigentlich kein Deutsch, sind aber trotzdem unbedingt als solche zu betrachten und hoch zuhalten. 

Ein weiterer Punkt in der Frage nach dem Deutsch sein, ist die Frage des Gebietes, auch der ehemaligen deutschen Grenzen. So singen die Holländer noch heute in ihrer Nationalhymne vom Kaiser Wilhelm und dass sie von deutschem Blut sind. Okay, wir mussten in den letzten Jahren schlimmeres über uns ergehen lassen… Die Blut und Boden Idee ist hierbei auch noch so eine alte urgermanische Eigenart, nach welcher der Boden, also das Grundstück, dass wir besitzen und auf dem wir leben Familieneigentum und damit für alle anderen unantastbar und nicht verkäuflich ist. Eine Sache, die sich nach der Eroberung Schwabens durch die Franken um 746 mit der allgemeinen Enteignung der Bevölkerung und dem Einrichten von Erzbistümern unter der Oberherrschaft des Frankenkönigs erledigt hatte. Diese Idee wird von Nationalisten aller Art aber immer noch gerne ob der ehemaligen Verbindung von den Menschen zum Land hoch gehalten. Unter kommunistischer Regierung wurde dieser Ansatz für Bauern gerne um gedeutet. Letztlich hat das Deutsch sein auch mit der auf dem Gebiet gesprochenen Sprache zu tun. So wird ja nicht nur in der BRD deutsch gesprochen, sondern sogar in Bayern, Belgien, den Niederlanden, in Teilen von Liechtenstein, Dänemark, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und in Österreich. Sind sie damit praktisch von deutscher Nationalität? 

Jedoch Merke: deutsche Nationalität ist nicht gleich Staatsangehörigkeit. Das ist so, seit wir den Krieg verloren haben.
Ein Mensch der in seinem Land und seiner Kultur lebt und aufgewachsen ist nimmt in der Regel – Ausnahmen gibt es immer – diese Mentalität an. Womit er sich auch äußerlich kaum noch vom Restdeutschen unterscheidet. Denn das ist ja auch in anderen Ländern so. Trotzdem sind solche Menschen Ausländer. Das gilt seltsamerweise auch für Kinder die zwar in Deutschland geboren wurden, deren Eltern aber keinen deutschen Pass haben und umgekehrt für ein Kind deutscher Eltern, dass im Ausland geboren ist.
Nun ist die doppelte Staatsbürgerschaft für Deutsche möglich geworden. Was unser einem aber leider noch nicht die Möglichkeit eröffnet auf irgend ein Konsulat unserer Wahl zu gehen um dort irgend eine beliebige weitere Staatsbürgerschaft zu beantragen. Das gilt nur für Ausländer, die einen deutschen Pass haben wollen, sich aber mit ihrem italienischen, oder  polnischen Ausweis noch ein Hintertürchen offen halten wollen, falls ihnen im einen Land der Boden einmal zu heiß wird.
Für traditionsbewusste Nationalisten stellen sich diese Fragen wieder auf einer ganz anderen Ebene. Da muss das alles zusammen stimmen. Die deutschen Eltern. Möglichst auch eine lange Linie deutscher Vorfahren, zumindest väterlicherseits. Auch nicht schlecht ist hierbei der Nachweis einer entfernten Abstammung vom Habsburger Adelsgeschlecht. Dann der deutsche Geburtsort, die christliche Erziehung und klassische Merkmale, wie blond, blauäugig und über 1,80 Meter Körpergröße, auch bei Frauen. Das Kind sollte schon mit vier Jahren bekennender CDU Wähler sein und die Nationalhymne mit allen drei Versen auswendig singen können. Ein solcher Deutscher ist dann natürlich über jeden Verdacht erhaben.
Was aber das genaue Gegenteil der neuesten Wahnvorstellung der ultralinken Berliner Chaostruppe von einer lustig bunten Multikulti-Trallala-Nation ist. Die Grünen werben auf Plakaten mit der neuen deutschen Familie. Schwarzer Papa, weiße Mama und ärgern sich wohl sehr darüber, dass dabei noch kein rotes Kind entsteht. Aber solche Multi-Kulti-Familien sind, wenn wir uns Joschka Fischer und Gerhard Schröder, die beiden Leitfiguren der deutschen Politik zum Beispiel nehmen, spätestens nach der vierten Frau/Mann doch recht schwer zu überblicken. Wer zahlt für wen die Alimente? Wie koordiniere ich  die Termine, wann ich meine Kinder sehen darf mit meinen Frauen und deren anderen Männern? Auf der anderen Seite wollen sie unsereinem auch vorschreiben was wir essen sollen. Spätestens da, sollten wir Bürger uns aus der aktiven Politik zurückziehen.
Andere Staaten lösen diese Probleme wieder ganz anders. Ein US-Bürger ist zum Beispiel jeder, der in den USA geboren wird. Allerdings sind im Ausland von US-Amerikanern gezeugte Kinder selbstverständlich auch US-Bürger. Was mit den deutschen Staatsangehörigkeitsvorstellungen und denen anderer Länder natürlich ständig kollidieren muss. Als würde so ein regelrechter Kampf der Nationen ums Kind entstehen. Und doch gibt es die Fälle von armen Teufeln, die nicht wissen, wohin sie gehören. Die Kinder deren Eltern unterschiedlichen Nationen angehören, die in einer Dritten zur Welt kommen und vielleicht in einer Vierten aufwachsen. Dann die Spezialfälle von Geburten im Flugzeug. Da darf sowohl das überflogene Land, als auch das Land in dem der Hauptsitz der Fluggesellschaft ist, seine Ansprüche in Staatsbürgerschaftsfragen des Kindes anmelden.
Das ganze Ausmaß am bürokratisch, staatsbürgerschaftlichen Chaos wird allerdings erst durch einen Blick in die Zukunft deutlich. Wie ist ein Kind, dass in der Internationalen Raumstation ISS zur geboren wird zu klassifizieren? Als Super-Bastard? Die ISS gehört ganz bewusst keinem Land und wurde im Weltall aus Modulen verschiedenster Länder zusammengefügt. Eine Erdumrundung der ISS dauert 90 Minuten, was eine Nationalisierung des Kindes bei der Geburt beim Überfliegen erheblich erschwert. Wie weit dürfen wir hier ins Detail gehen. Ist das Kind schon Chinese, wenn es im chinesischen Modul geboren wird? Was ist mit dem Modul der Europäischen Weltraumbehörde ESA? Ist es dort ein Schwede, weil es auf einem schwedischen Tisch (IKEA) geboren wird? Deutscher weil die Frau die moderne Wannengeburt in einer Kaldewei-Standard-Badewanne bevorzugt? Oder wäre das Kind letztlich dazu verdammt als Geburtsort Weltall angeben zu müssen? Ist das Kind damit am Ende, das erste und einzige wirkliche Alien? Dann kommt ein solches Kind ja nicht einmal im klassischen Sinne zur Welt. Oder kann das Licht der Welt nur dann erblicken, wenn das Modul zufällig ein Fenster zur Erde in der nähe hat. So ein Kind wird lediglich geboren, was die Frage aufwirft, ob das dann überhaupt mit der christlichen Religion konguent geht und das Kind getauft werden kann, beziehungsweise überhaupt irgend welche Rechte in unserem auf christlicher Tradition beruhenden Europa bekommt.
All das sind Fragen, die so nicht lösbar sind. Und wir sehen, mit unsrer Bestimmung, was denn nun den Deutschen ausmacht kommen wir so nicht weiter. Hat der Linksautonome am Ende doch recht, wenn er per klassischer Selbstverleugnung all das abstreitet? Hier ist nun die Meinung unserer Leser gefragt.

Weinblütenfest am Schnarrenberg

15. Juli 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Bad Cannstatt:  Die Weingüter Jägerhof, Bauer und die Weingärtner  Bad Cannstatt richten das Fest seit über 20 Jahren gemeinsam aus

(mr) – Bei schönstem Sommerwetter boten die drei Weingüter Jägerhof, Boskoop und die Weingärtner Bad Cannstatt zusammen am vergangenen Samstag und Sonntag ein glänzendes Wochenendprogramm für Weinfreunde an und stellten dabei dem neugierigen Publikum ihre Neuheiten und besten Tropfen vor.

Der Auftakt zum Weinblütenfest am Samstag war ausschließlich zum Genießen angedacht. So boten die drei Weinbetriebe  den Gästen zwischen den Weinbergen ihre besten Tropfen zur Musik eines italienischen Gesangsduos an. Neu im Angebot der Weingärtner Bad Cannstatt war der Travertinner Weißwein, ein Cuve aus Riesling, Rivaner und Kerner, verriet Winzer Dieter Bauer. „Nach dem der Travertin Rotwein, benannt nach den hier in Münster aufgefundenen Gesteinsschichteneinen so guten Anklang beim Publikum gefunden hat wollten wir das auch mit einem Weißwein versuchen“, so Bauer. Der Jägerhof bot seinen neuen Jägerhof Brutt Sekt an, einen Rose-Sekt aus Trollingertrauben und seinen 2003er Riesling. Auch Wilhelm Bauer hatte eine Serie seiner 03er Jahrgangsweine zur Vorstellung für das fachkundige Publikum dabei. Er bot eine Mischung aus fruchtig und trocken ausgebauten Weinen an, die er wie immer ganz nach seinem persönlichen Geschmack gestaltet hatte. Beim genießen kam natürlich in allen Zelten auch das Essen nicht zu kurz. Den Gästen, meist schon alte Hasen beim Münsterner Weinblütenfest, die aus dem ganzen Stuttgarter Raum hierher kommen, gefällt diese Veranstaltung so mitten in dem Weinbergen über Münster recht gut und viele kommen schon seit Beginn dieser Veranstaltung hierher und kennen die Winzer schon persönlich. Auch über eventuell schlechtes Wetter brauchten sich die Besucher keine Sorgen zu machen. Die riesigen aufgestellten Zelte lassen jeden Besucher auch einen Platz im Inneren finden. Der Sonntag wurde mit einem Gottesdienst im Grünen eröffnet, den der Pfarrer Thomas Rapp von der Steiggemeinde abgehalten hatte und ab 12 Uhr sorgte dann das „Erik’s Swing Orchestra“ mit seinem Jazzfrühschoppen für beste Unterhaltung der Gäste. Ab 13 Uhr gab es eine Kinderbetreuung.

Wo bin ich?

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