Ein weiteres Kapitel im perfekt dokumentierten großen US-Amerikanischen Freiheitskrieg

22. Mai 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt
Macht es eigentlich Sinn über die Foltervorwürfe – in Bagdads Abu Ghraib Gefängnis – der Besatzungstruppen im Irak zu debattieren? Wem würde das schließlich nützen? Trotzdem wollen wir einmal versuchen diese – eigentlich doch ganz interessante – politische Situation für uns zusammen zu fassen. Den streng genommen ist das Geschrei zwar verwirrend, aber dann wieder auch irgendwie sehr aufschlussreich.
➢In erster Linie geht es – im Krieg wie überall – darum, dass auf beschlossene Konventionen allgemein, in diesem speziellen Fall die Genfer Konventionen, einmal ordentlich geschissen werden kann. Kriegsrecht hin, Demokratie her. Wir ignorieren Anweisungen zu Hause, oder bei der Arbeit, warum sollte das bei Soldaten anders sein. Wer einmal Soldat war, weiß das hier oft gerade das Gegenteil der Fall ist. Unter den Unmengen mehr oder weniger sinniger Befehle mal den einen oder anderen zu vernachlässigen, oder gar ins Gegenteil zu verkehren, kann sogar zum Sport, damit zum bedingten Gruppenzwang werden.

➢Dass weiter die Betreuung Schutzbefohlener, worunter eben Häftlinge zu zählen sind, ganz ohne weiteres das Gegenteil, eben Missbrauch speziell „Machtmissbrauch“ sogar bedingen kann, auch das wissen wir schon aus dem kleinsten Bereich, der eigenen Familie. Immer wieder werden zu diesem Thema interessante Großversuche unternommen. Schon damit jede Generation von Psychologiestudenten das einmal real miterlebt hat. Jedes mal, mit schöner Regelmäßigkeit, eskalieren diese Versuche. Wo wir dann durch die Presse meist erst von ihnen erfahren. Aber daraus lernen will niemand wirklich. Wozu auch. Damit wäre ja für die nächsten Generationen der ganze Spaß verloren.
➢Drittens geraten in einem Krieg die Gefühle aller Beteiligter, auch die Unbeteiligter ordentlich durcheinander. Was ist Recht? Was noch Unrecht? Was ist ein vernünftiger Befehl? Wem nutzt er? All das ist unter Druck nicht mehr vernünftig auseinander zu halten.
➢Viertens wissen wir auch recht gut, dass im Zuge so genannter Staatssicherheit die Mittel, oder Methoden die zur Informationsbeschaffung verwandt werden, erst einmal zweitrangig sind. Die Sicherheit der Nation geht immer vor, heißt der alles Hinterfragen und alle Kritik im Vorfeld betäubende Slogan. Derartige Dinge, wie die Demütigung der oft völlig ahnungslosen Opfer, oder deren Einschüchterung durch alle greifbaren Mittel um diese zum Sprechen zu bringen, bekommen Soldaten, oder Spezialeinheiten heute genauso wie von Tausend Jahren von ihren Vorgesetzten beigebracht. Auch wenn diese aus populistischen Gründen nicht auf dem offiziellen Lehrplan stehen. Die Methoden den Feind zum sprechen zu bringen werden deshalb wohl kaum vornehmer geworden sein. Daher sind auch die Beileidsbekundungen von Seiten diverser Außenminister, Innenminister oder Verteidigungsminister egal welchen Landes zu solchen Situationen bestenfalls Heuchelei. Das Soldaten allerdings diese Dinge, die in unserer sonst perfekten Welt totgeschwiegen werden, fürs Familienalbum dokumentierten, ist eben entweder dreist, oder einfach ziemlich dumm. Aber unter den schon genannten Umständen musste so etwas irgend wann einmal passieren.

Wer dann letzten Endes glaubt, dass die USA diesen Vorfall „ernsthaft“ untersuchen wird, bzw, die Ergebnisse der Weltöffentlichkeit vorlegen will, der sollte seinen eigenen Geisteszustand einmal untersuchen lassen. Es wird eine Show geben. Das ist sicher. Die USA werden uns nun Wochenlang wieder einmal zur einer der größten Lügenshow’s der Geschichte einladen. Schließlich bilden sich ja wenigstens die Amerikaner auf ihren Freiheitskampf und ihre Mission, der Welt die Demokratie zu bringen eine Menge ein. Lehnen wir uns als entspannt zurück und genießen die in nächster Zeit über uns hereinbrechenden Interviews, wie sich Condoleezza Rice, Donald Rumsfeld, Powell, Bush und Co. Um Kopf und Kragen lügen. An eine Änderung kann aber nicht wirklich geglaubt werden. Den es gibt diese Dinge wie schon erwähnt in allen Regierungen und sie funktionieren nach wie vor einwandfrei. Warum sollten diese dann so schnell – von Menschen mit besten Absichten beschlossenen Konventionen, hin oder her – aufgegeben werden. Die Politik ist eine heuchlerische Gesellschaft. Aber liebe Regierung: Versucht uns Bürger doch nicht derart für dumm zu verkaufen, uns das alles als Einzelfälle unter zuschieben. Denn – dass eine einzelne, offensichtlich durchgeknallte, 21jährige Amerikanerin ein paar Tausend Iraker foltert, oder demütigt, oder einfach eine Fotosession macht um tolle Erinnerungen für zu Hause zu haben – das zu glauben, so blöde ist die Weltöffentlichkeit dann doch nicht.
Ob diese Dinge gut sind, Folter von Gefangenen legitim ist oder nicht, das steht ja schon auf einem ganz anderen Blatt. Letztlich ist alles was Staatsicherheitsapparate, oder Geheimdienste unternehmen nicht legitim. Sonst müssten sie nicht Geheimdienst sein. Gängige Volksmeinung – an geheizt durch uns Beckstein’s, Wolfssohn’s, Schäubles, Schill’s und Schilly’s – ist leider mittlerweile auch, dass dieses Vorgehen andererseits gegen Terroristen total Okay ist. Gegen Terroristen ist alles was sonst verpönt ist nach deren Meinung irgendwie okay. Menschenrechte hin oder her.
„Was soll man sonst machen?“
„Mann muss sich ja schließlich wehren, selbst am Hindukusch. Sonst sprengen uns die Araber eines morgens noch unsere friedlichen Kolonialisten-Frühstücksbrezeln in die Luft“.
„Und alle Araber, Turban und Fezträger sind Terroristen – Punkt“.
„Sie sind das Böse“.
„Mit denen darf, muss sogar so verfahren werden“.
Fassen wir also zusammen:
Folter gegen uns selbst ist nicht legitim. Aber wie sollen wir sonst erfahren, ob böse Menschen böse Dinge planen? Dieses, etwas farblose Szenario kennen wir so eigentlich sonst nur noch aus den Zeiten der Inquisition.

Seifenkistenrennen des Kinder-Ferienprogramms der Stadt Stuttgart in Stuttgart-Rot

20. Mai 2004 § 2 Kommentare

Von Marco Rettstatt

Die verschiedenen Teams mit ihren Betreuern, wie auch die 1.000 Zuschauer, an der Stecke bauen eine richtige Rennatmosphäre auf. Im Zieleinlauf die Bierbänke und Grillbuden fehlen auch nicht. An der Strecke sind noch einmal extra Versorgungsstationen für die Fahrer. Schließlich müssen diese ihr Gefährt nach dem ersten lauf den Berg wieder hinaufschieben. Es werden zwei Probeläufe und zwei Rennläufe gemacht. Der erste Wagen „Silverstar“ erbaut von der Spielplatzbetreuung Tapachtal, die hier auch die Gastgeber auf der Strecke sind scheitet schon in der zweiten Kurve. „Der Anzug habe gestört“ Schimpft Pilot Benjamin David. Mit seinem weißen Baumarkt-Schutzanzug sei er an der Bremse hängen geblieben. Aber so jämmerlich der Wagen dann auch aussieht, man organisiert eine neue Hinterachse und zwei Ersatzräder und schon kann der Pilot im nächsten Rennen wieder an den Start. Auch dem Damenteam, den „Boxenschlampen“, ebenfalls Tapachtal ergeht es da nicht besser. Sie leisten sich einen heftigen Dreher und verlieren Zeit. „Die Räder eiern, aber dafür ist der Sitz schön!“ Findet Pilotin Nina Burghardt. Schon heute morgen habe sie sich mit ihrem Gefährt überschlagen! Es dauert eine ganze Weile, bis die ersten Wagen dann auch auf der Zielgeraden gesehen werden. Der „Lamborghini“ vom KIFU-Kindertreff Bad Cannstatt schiebt sich mit Händen und Füßen ins Ziel. Der Zielauslauf ist schon zu eben für das blaue Fahrzeug mit den winzigen Rädern. Aber er kommt an. Ein spannendes Rennen liefern sich „Die coole Drei“ von der Jugendfarm Freiberg und der „F7“ des Teams Hallschlag Cruiser. Die coole drei unterliegt bei hervorragender Zeit im letzten Rennen einem Unfall. Aber die anwesenden Damen vom Roten Kreuz werden an diesem Tag außer für guten Zuspruch und ein paar Pflästerchen nicht benötigt. Anschließend schreitet man zur Siegerehrung. Mit etwas mehr als 40 Sekunden belegt Das Hallschlag-Team mit seinem schreiend bunten „F7“ den ersten Platz und beanspruchen den Siegerpokal. Sehr gut geschlagen haben sich auch der „Silberpfeil“ vom Schaubauernhof Cannstatt in der Lerchenheide und „Max“ das einzige Famileinteam, die mit einer Seifenkiste antraten, die ihr Opa vor 20 jahren gebaut hat. Für das rennen wurde sie noch einmal generalüberholt. Daneben werden auch die „Schönste“ und die „Lustigste“ Seifenkiste ausgezeichnet. Auch ein Wettbüro gibt es. Dann findet auch noch ein Bobbycar-Rennen für die ganz kleinen Rennteilnehmer statt.

 

Und wie bei Schumis geht es auch auf der Strecke zu. Es gibt craschs, gefährliche KurvenDie Strecke die die Seifenkisten bewältigen ist zwischen 800 und 1.00 Meter lang. Die Seifenkisten bewältigen sie in etwa 1. Minute. Am start sind 10 Seifenkisten. Gebaut von diversen Organisationen, die mit das Kinder Ferienprogramm der Stadt Stuttgart gestalten. Ein Team bildet der Kifu-Kindertreff Bad Cannstatt sie haben zwei Seifenkisten wie den BMW Copper eine zweisitzer konstruktion aus Stühlen am Start und eine blaues Ding, das Lamborgini heißt. Die Spielplatzbetreuung Tapachtal geht mit drei Fahrzeugen ins Rennen. Ein Jungen, und ein Mädchenteam, und ein gemischtes, das sich die Verrückten nennt. Der Schaubauernhof Bad Cannstatt kommt mit dem Modell Silberpfel, der Aktivspielplatz Hallschlag hat seinen Hallschlag Cruiser mitgebracht. Der Gewinnerwagen. Jugendfarm Freiberg hat ihre „coole 3“ und eine Familie mit ihrem 20 Jahre altem Max, den der Großvater gebaut habe.

 

Besuchertag bei der Feuerwehr in Bad Cannstatt

13. Mai 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Seit mehreren Jahren wird auf den Feuerwehrwachen in Stuttgart zum normalen Tag der offenen Tür auch ein Besuchertag durchgeführt. An den Besuchertagen soll neben der Vorstellung der Feuerwache III, der Landesbranddirektion und deren Fahrzeugen der Besucher auch ein wenig für das Thema Brandschutz sensibilisiert werden. So Hauptbrandmeister Werner Pudel. Daher geht es zum großen Leidwesen der zahlreich anwesenden Kinder nach der Begrüßung im Hof bei den Fahrzeugen erst einmal hinauf in den Lehrsaal der Feuerwache hinauf zu einem einführenden Vortrag. Die Stadt Stuttgart, das Aufgabengebiet wird erläutert. Man erfährt wie die insgesamt fünf Feuerwachen in Stuttgart und die 23 freiwilligen Feuerwehren verteilt sind. Dabei sollte auch die Tatsachen nicht vergessen werden, dass aus den etwa 580.000 Einwohnern von Stuttgart mit Pendlern und anderen Gästen, den Konzert- und Veranstaltungsbesuchern rasch 800.000 bis 900.000 Personen werden können. Werner Pudel erzählt auch was die Feuerwehr neben Löscharbeiten sonst noch alles leistet. Dies sei ja nur ein sehr kleiner Teilbereich ihrer Arbeit. Daneben gäbe es noch die Personenrettung, den Katastrophenschutz und die Fachaufsicht über verschiedenste Sicherheitseinrichtungen.

Immer wieder – so jede halbe Minute etwa – wird die Frage unter den Kindern laut, wann es den endlich zu den Autos geht.

Die fünf Wachen erlauben der Feuerwehr Stuttgart in etwa acht Minuten an jedem Ort in Stuttgart zu sein. Die Feuerwehr Stuttgart käme auf insgesamt 17.000 Einsätze im Jahr! Das gezeigte Video und die aufgelegten Folien zur Brandbekämpfung sind aus eigenen Schulungsbeständen der Feuerwehr. Man erfährt, wie schnell ein brennender Plastikpapierkorb einen Raum völlig unpassierbar macht, das im Feuer in der Regel weder geatmet noch irgend etwas gesehen werden könne. Die Feuerwache III sei 1891 auf erlass des damaligen Herzogs gegründet worden. Dieser habe bestimmt, dass im Württemberg in jeder Stadt eine eigene Brandbekämpfungseinheit vorhanden sein müsse.

Anschließend wird man durch die Aufenthalts- und Sporträume, sowie der Unterkünfte der Feuerwehrmannschaft und natürlich auch der Einsatzzentrale, wo die Notrufe aus ganz Stuttgart eintreffen geführt. Schließlich verbringen Feuerwehrleute von sieben bis sieben Uhr eine 24 Stundenschicht, also einen kompletten Tag hier auf der Wache. Der Tagesablauf sieht daher auch die Pflege und Wartung der Anlagen vor. Wofür leider, wie am Zustand des Gebäudes sehe nicht allzu viel Zeit bleibt, da etwa fünfmal täglich ausgerückt werden muss. Ab 18 Uhr habe man die Zeit dann zur freien Verfügung.

Dann geht es an die Fahrzeuge, wo nun auch die Stunde der bis dahin mehr oder weniger geduldig wartenden Kinder schlägt, die bis dahin immer unruhig am Rockzipfel ihrer Eltern hingen und die quälend langen Erläuterungen der Feuerwehrmänner ertragen mussten. Da werden den erklärenden Beamten, die Einrichtungsgegenstände wie Spritzen und hydraulische Zangen förmlich aus den Händen gerissen und endlich dürfen die knallroten Einsatzwägen nun selber bestiegen werden. Unter Staunen werden Leitern und Kranarme ausgefahren und verschiedenste Rettungsgeräte vorgeführt.

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