Sommer-Nacht-Skaten in Stuttgart

22. August 2003 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Nachtskaten hat sich in Stuttgart seit 1998 zu einer Großveranstaltung etabliert. Nach Polizeiangaben sind es mittlerweile bis zu 1.800 Skater, die sich hier jeden Donnerstagabend am Biergarten Mittler Schlosspark zusammenfinden. Und auch längst nicht mehr nur aus Stuttgart und der näheren Umgebung.

Sehr ernst nimmt man bei so einem Nachtlauf auch die Sicherheit der Mitfahrer. Die Ausrüstungen der Skater sind ein kunterbuntes Sammelsurium. Von den Rollerskates der 80er bis zu ultramodernen Speedlinern, die gleich fünf hintereinander liegende Rollen haben. Vorschriften habe man bisher nicht. Stürze würden sich so der Organisator der Nachtläufe Gavro Bojkic ohnehin nie ganz vermeiden lassen. Aber man überlegt, ob in Zukunft eine Helmpflicht eingeführt werden soll und will dazu beim heutigen Lauf den Versuch starten, Skater die einen Helm mitgebracht haben im vorderen Teil des Feldes starten zu lassen. Die ohne Helm sollen ganz hinten im langsameren Teil mitfahren. Den erfahrungsgemäß würde eben vorne am heftigsten gedrängelt und überholt. Mit Helm, das wissen auch die meisten Skater aus der eigenen leidvollen Erfahrung, sind Stürze eigentlich halb so wild. Schürfwunden an Händen und Ellenbogen würden ja ruckzuck wieder verheilen. Aber mit Helm bleiben einem richtig gefährliche Verletzungen eigentlich erspart. Der Anteil der unbehelmten Skater ist daher auch verschwindend gering. Heute sei allerdings auch kein Rennen sondern Nachtfahren, die als reine Spaßveranstaltung in einem gemäßigterem Tempo gefahren werde. Alkohol sollte allerdings auch heute Außen vor bleiben. Auf diesen Punkt werden die Ordner ganz besonders achten und Mitfahrer, die mit einer Bierdose gesehen werden schließe man nötigenfalls vom Lauf aus. Die Ordner, erkennbar an ihren orangefarbenen Westen, je nach Feldgröße zwischen 30 und 50 Mann sind erfahrene Skater, die oft auch an Rennen in ganz Deutschland oder der Schweiz teilnehmen. Sie fallen durch ihre professionelle Ausrüstung auf. Um untereinander in Kontakt zu bleiben hat man sich extra eine eigene Bündelfunk-Anlage angeschafft. Beleuchtungstechnisch wird für eine schwäbische Firma geworben, die eigens für Helm und Innliner Lichtsysteme entwickelt hat. Die Ordner selbst haben in der Regel eine Erste-Hilfe-Ausbildung und 15 von ihnen sind sogar speziell geschult im Umgang mit Skaterverletzungen. Hierzu lasse man sich vom deutschen Roten Kreuz (DRK) speziell ausbilden. Daneben fahren aber auch immer noch zwei Rettungswägen extra hinterher. Angeführt wird der Korso von zwei Polizeimotorrädern. Auf der 32 Kilometer langen Strecke über den Max-Eyth-See nach Obertürkheim und wieder zurück sind die Nachtskater von Acht bis etwa gegen elf Uhr unterwegs. Eine Strecke, die schon einiges an Kondition erfordert. So steigen einige schon am Cannstatter Wasen wieder aus und Nächste gesellen sich erst in Untertürkheim so nach und nach mit dazu.

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