Völkermord in Zentralafrika (Kongo)(6A/3B)

20. Mai 2003 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Hintergrund: Kindersoldaten und marodierende Milizionäre haben in der Region Ituri Tausende Zivilisten massakriert. Maßgeblichen Anteil an den 1999 ausgebrochenen ethnischen Kämpfen haben Kongos Nachbarländer Ruanda und Uganda. Nach einem Amnesty-Bericht haben diese die Region, deren wichtige Bodenschätze, wie Gold, Holz und das für die Handy-Produktion wichtige Coltahn in einem unermesslichen Umfang systematisch ausgeplündert und dabei innerethnische Konflikte und Massenmorde gefördert. Die verwahrlosten Kindermilizionäre verrichten in der sich immer noch ausweitenden Tragödie die schmutzige Arbeit der Profiteure im ugandischen Kampala und ruandischen Kigali.

Ergebnis: Hunderttausende auf der Flucht. Seit Ausbruch der Kämpfe vor fünf Jahren sind im Kongo nach Schätzungen der Organisation International Rescue Committee zwischen 3 und 4,7 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Daneben wurden Babys die Kehlen durchgeschnitten und UN-Mitarbeiter bestialisch ermordet, während der Kannibalismus weiter um sich greift. Niemals seit Ende des Zweiten Weltkriegs war die Sterblichkeitsrate in einem Konflikt derart hoch. 60 000 Tote, schätzt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, sollen allein die Stammeskämpfe zwischen den Vieh züchtenden Hema und den Ackerbau treibenden Lendu im Nordosten des riesigen Landes gefordert haben. Und ein Ende der Blutorgien ist in Ituri nicht in Sicht.

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