Typisch Deutsch

27. März 2003 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Wir sind – Dank Entscheidung unseres Bundeskanzlers – in diesem Krieg gegen den Irak, auf Seiten der Kriegsgegner. Also nicht auf Seiten der Gegner der USA, sondern lediglich auf Seiten derer, die gegen die Ausführung dieses Krieges sind. Die Weltpresse katalogisiert uns Deutsche damit in der „Koalition der Unwilligen“ ein, die wir so mit Frankreich, Russland und China als Kernmannschaft zusammen vor der Welt abgeben müssen.
Schön, könnten wir nun sagen. Endlich dürfen wir – Dank Gerhard Schröder – wieder einmal zurecht stolz auf „Unser Deutschland“ sein. Wir wehren uns gegen eine Schlacht, die so sicher nicht zu gewinnen ist. Gegen einen Krieg gegen den kompletten „Nahen Osten“ – der so – letztendlich die kompletten Streitkräfte der UN auf die nächsten 100 Jahre beschäftigen könnte. Denn eine Demokratie, in einem riesigen von internen Machtkämpfen zerrissenen Gebiet, mal eben so herbeibomben zu wollen, dazu gehört ja schon ein sehr tiefer Glaube. Allerdings auch dazu, sich von einem weit entfernten, völlig ausgebluteten „Hungerleidervolk“ wie dem Irak bedroht zu fühlen. Aber das steht auf einen anderen Blatt.Kurz, wir können uns als ein Land betrachten, dass seine demoktatischen, in der Verfassung verankerten Grundsätze, auch lebt.
Könnte man dies alles – auf einen „Zweiten“, etwas genaueren Blick auf diese Sache – außenpolitisch nun nicht auch als eine riesengroße Dummheit ansehen. Denn sehen wir uns die „Koalition der Willigen“ an – bestehend im Kern aus den USA, Großbritannien, Italien und Spanien – müssen wir feststellen, dass wir Deutsche – trotz unserer Position als die Kriegsgegner – in diesem Konflikt schon wieder den Drittgrößten Aktivposten dieses Krieges nach den USA und Großbritannien stellen. Denn was tun wir Kriegsgegner Deutschland? Wir nehmen die Buhrufe aus der halben Welt entgegen und haben trotzdem unserer halbe Luftwaffe und einen beträchtlichen Teil unserer ABC-Abwehreinheit „auf Seiten der Willigen“ dort unten im Einsatz.
„Das Willige Italien“ dagegen, ist zwar für diesen Krieg, möchte sich aber nicht beteiligen. Spanien ist auch total begeistert, steuert aber lediglich ein Lazarettschiff bei dass, irgendwo draußen auf dem Meer, wohl direkt vor der spanischen Küste herumschippert. Das ist echte Diplomatie. Man verscherzt es sich nicht mit der Großmacht und tut trotzdem nichts, was irgendwem, oder auch sich selbst weh täte. Sicher, hat man von diesen beiden Ländern auch nicht unbedingt etwas anders erwartet. Trotzdem – diplomatisch gesehen – verdienen diese beiden Länder unsere absolute Hochachtung.
Und wir Deutschen sind – so schmerzhaft es klingt – so gesehen nach wie vor, wie schon seit etwa 50 Jahren, die „Außenpolitische Lachnummer“ dieser Welt und stehen am Ende wieder als „Die ewigen Jasager“ da.

Der Irakkrieg: (3A/3B/6C)

20. März 2003 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Hintergrund: Die USA und Großbritannien bilden eine Allianz gegen den Irak um den Irakischen Staatschef Saddam Hussein zu stürzen.

Ergebnis: Die Alliierten waren mit etwa 300 000 Soldaten, darunter 255 000 Amerikaner, 45 000 Briten und 2000 Australier – Der Irak mit etwa 380 000 Soldaten am Krieg beteiligt. Von den Alliierten wurden 171 Soldaten getötet (davon 138 US-Soldaten und 33 Briten)darunter auch Tote bei Explosionen von Munition und versehentlichem Beschuss durch eigene Truppen. 495 US-Soldaten wurden verwundet. Von den Irakern wurden nach US Schätzungen mindestens 2 300 Soldaten getötet, etwa 2 600 Zivilisten und mehr als 5000 verletzt. Die USA machten nach eigenen Angaben 6800 irakische Kriegsgefangene . 10 Journalisten wurden bei den Kampfhandlungen getötet. Die Waffen: Etwa 15 000 Präzisionsbomben, etwa 8 000 ungesteuerte Sprengkörper und etwa 800 Marschflugkörper 30 000 Einsätze geflogen. Die Kosten: bisher mehr als 25 Milliarden Dollar – USA: 79 Milliarden Dollar für Irak-Krieg und Folgen (darin 62,6 Milliarden reine Kriegskosten); Briten: 3 Milliarden Pfund (4,5 Milliarden Euro) für Irak-Krieg. Kultur: 170 000 Kunstgegenstände aus Irakischem Nationalmuseum von Plünderern gestohlen, Nationalbibliothek abgebrannt. Infrastruktur: Wasser- und Stromversorgung teilweise zerstört, unter anderem Krankenhäuser und öffentliche Gebäude geplündert. Geschätzte Kosten für den Wiederaufbau des Iraks mindestens 100 Milliarden Dollar.

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