Lange Kulturnacht im Stuttgarter Osten

4. Juli 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Zu seinem 20. Geburtstag hatte der kulturelle Arbeitskreis „Kulturtreff Stuttgart-Ost“ vergangenen Samstagabend zur „lange–Ost-Nacht“ eingeladen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die vor einem Monat erfolgte Vereinsgründung des Kulturzusammenschlusses gefeiert.

Ab 18 Uhr war die Gablenberger-Hauptstraße für den Verkehr gesperrt und zur öffentlichen Kulturzone erklärt worden. Vom Schmalzmarkt bis zum Ostendplatz wurde auf zahllosen Hocketsen und öffentlichen Gebäuden ausgiebig gefeiert. Dem Besucher wurde für diesen Anlass ein großer Faltplan in die Hand gegeben, auf dem alle wichtigen Ereignisse des Abends näher beschrieben waren. So las in der Ostend-Buchhandlung der Stuttgarter Autor Manfred Esser aus seinem Ostend-Roman „Hättsch die Gosch g´halte / no hätt de d´r Bosch b´halte!“ Ebenso öffentlich gaben sich die Theater in Stuttgart Ost, die ganze Nacht hindurch kostenlos Programm machten. Der Türkische Kulturverein präsentierte mit Tanz und Spiel, das vielfältige kulturelle Spektrum der Türkei. Die Ateliergemeinschaft „WeiberKunscht“ präsentierten ihre Arbeiten aus den letzten Jahren. Auch Galerie Pfundtner bot die ganze Nacht Führungen durch ihre Galerie an und der DJK-Sportbund spielte mit den Besuchern an verschiedenen Tischen Tischtennis auf der Gablenberger-Hauptstraße. Die Gaisburger Kirche führte interessierten Besuchern sehr unterhaltsam ihre aus dem Jahre 1913 stammende Orgel vor und in der Petruskirche wurde von der Künstlerin Gudrun Seyfert die Ausstellung „Kreuzweise – Kreuze einmal anders“ mit modernen Kreuzen verschiedenster Art eröffnet. Daneben führte das Jugendwerk den Kinofilm Matrix vor, in dem der „Erlöser Neo“ als Jesus Christus in der Bildwelt der Jugendkultur erklärt wird. Auch die Schulen trugen mit Musik, Hörspielen und Tanzvorführungen zum Gelingen der Kulturnacht bei. Vor der Kreuzung zur Talstraße führte ein Feuerjongleur seine akrobatischen Kunststücke vor. Daneben präsentierten sich auch die zahlreichen Geschäfte in der Hauptstraße mit Weinproben, Flammkuchen und Paella. So wurde den zahlreichen Besuchern und Kulturfreunden der langen Ost Nacht, die sich um die Gablenberger-Hauptstraße über den Ganzen Ostteil der Stadt zog bis in die späte Nacht hinein ein buntes, vielfältiges Kulturprogramm geboten. Den Schlusspunkt setzte  dann Punkt Mitternacht das Werkstatthaus, die ab 21 Uhr ihr Sommerfest eröffnet hatten mit einer Tanz- und Feuershow. Zu den Veranstaltung waren etwa 8.000 Besucher erschienen. Und größeren Ärger gab es laut polizeilichen Angaben nicht.

Der Kulturtreff Stuttgart-Ost ist ein loser Zusammenschluss der in Stuttgart-Ost angesiedelten Vereine zur Planung und Organisation von Veranstaltungen. Beteiligt sind ferner alle öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde, der Bezirksbeirat, Künstler und Künstlerinnen aus dem Stadtteil, wie auch kulturinteressierte Einzelpersonen. Er entstand 1982 auf Initiative des Bezirksbeirates und ist nun seit Juni ein eigenständiger Verein.

Flugzeugkollision über Überlingen am Bodensee (1A/1B)

1. Juli 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Hintergrund: Gegen 23.30 Uhr waren eine aus Moskau (Russland) kommende Maschine vom Typ Tupolew 154 mit 69 Passagieren an Bord, mit Flugziel Barcelona (Spanien), und eine DHL Frachtmaschine vom Typ Boeing 757-200 auf dem Flug von Bergamo (Italien) nach Brüssel (Belgien) in elf Kilometern Höhe über dem Süddeutschen Überlingen am Bodensee zusammengestoßen.
Zu dem Unglück war es durch eine Verkettung unglücklicher Zwischenfälle gekommen. Das Beide Flugzeuge waren in der selben Flughöhe (11 Kilometer ü. M.) Von den beiden Schweizer Lotsen, die an diesem Abend den süddeutschen Luftraum von Zürich aus überwacht hatten, machte gerade einer Pause. Niemand hatte so bemerkt wie die beiden Maschinen aufeinander zurasten, da auch das Überwachungssystem STCA, dass derartige Vorfälle dem Lotsen sofort lautstark meldet gerade in Reparatur war. Ein Kollege im Tower in Karlsruhe wollte die Züricher Kollegen auf die drohende Gefahr über Telefon aufmerksam machen. Doch der Lotse telefonierte selbst. Das Flugzeugeigene Sicherheitssystem der beiden Maschinen (Tikas) aktivierte sich. Es empfahl der Tupolew zu sinken und der DHL Maschine gleichzeitig zu steigen. Dann aber bekam auch der Lotse in Zürich endlich den Vorfall mit. Er, der vom Flugzeuginternen Warnsystem nichts weiß, weist die Tupolew wenige Sekunden vor dem Zusammenprall an wieder zu steigen.

Ergebnis: Bei der Kollision sterben alle 71 Beteiligten. Unter ihnen auch 45 russische Kinder, für die der Flug von Moskau nach Barcelona eine Belohnung für besonders herausragende schulische Leistungen hätte werden sollen.

Nachtrag zur Flugzeugkatastrophe in Überlingen

Am Abend des 24. Februar 2004 hat ein unbekannter den vom Gericht für die Flugzeugkatastrophe über Überlingen allein verantwortlich gemachten Fluglotsen in seiner züricher Wohnung niedergestochen. Der Tat war ein lautstarker Streit vorausgegangen in dem die Nachbarn von einem in gebrochenenm Deutsch sprechenden Täter berichteten. Der 34jährige Lotse verstarb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Tat war vermutlich ein Racheakt von einem Angehörigen eines der Opfer.

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