Maimarkt in Gablenberg

30. April 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt für die Cannstatter Zeitung

Sonntags einkaufen, für Gablenberger Bürger fast normal

Stuttgart (mr) – Bei strahlendem Sonnenschein trugen gestern die Gablenberger ihren Maibaum vor die alte Schule und stellten diesen als Startsignal für den verkaufsoffenen Sonntag vor der  Schule in der Gablenberger Hauptstraße auf.

Für die Veranstaltung, die für viele Gablenberger nach wie vor als die Gelegenheit für Einkäufe wahrgenommen wird haben sich die Geschäfte, die es mit ihren Auslagen allesamt vor die Ladentüre gezogen hatte einige Besonderheiten einfallen lassen.

So war schon der Auftakt, das aufstellen des Maibaums unter musikalischer Begleitung der „Neuhauser Brugga Klopfer“ ein Spektakel, an dem sich auch die Kindertanzgruppe der deutschen Jugend aus Russland beteiligte. Daneben zogen Gaukler auf Stelzen durch die Straßen, konnte man sich mitten auf der Straße liegend zur Entspannung einer neuartigen Magnetfeldtherapie unterziehen oder seine künstlerischen Talente bei einem Malwettbewerb unter Beweis stellen. Die fertigen Werke wurden sofort ausgestellt. Aber es durfte auch zu Hause fertiggemalt werden, den der Einsendeschluss ist erst am 17. Juli. Auch die Gastronomie bot neben den klassischen Sommergenüssen, wie Bier und Würstchen wieder Köstlichkeiten aus aller Welt an. Ein Highlight war der Bäckermeister Bernd Soller, der mit einem fahrbaren Holzofen wie früher original Holzofenbrot, seine in Gablenberg berühmten Soller-Brezeln und eine schwäbische Pizza, genannt „Dinnete“ backte. Das Deutsche Rote Kreuz, die sonst nur zu Übungszwecken mit aufgemalten Verletzungen auftreten schminkten Kinder Löwen- und Hexengesichter. Aber auch seinen Blutdruck konnte man dort messen lassen. Mit der Aktion „Tu was“ konnte man sich bei der Polizei Tipps zum Thema Einbruch geben lassen. Die CDU wartete mit einer Malmaschine, einer Art Zentrifuge für Blatt und Farben auf, an der speziell die Kinder ihre Freude hatten und oft von ihren Müttern gar nicht mehr weg zu bekommen waren. Auch einer Modenschau für Braut- und andere Moden konnte direkt auf der Straße beigewohnt werden. Auch das neue Ostheim-Museum stellte sich auf dem Schmalzmarkt vor. Sie haben das „Alte Schulhaus gegenüber renoviert und sind im Begriff mit ihren historischen Ansichten von Gaisburg, Berg und Gablenberg dort einzuziehen.

Damit war auch dieser Maimarkt wie von den Organisatoren geplant wieder ein absoluter Besuchermagnet. Den Gablenbergern sagt die Idee des Sonntagseinkaufs sowieso besonders zu. Und wenn wie gestern der Handel dabei auch noch mit besonderen Frühjahrsabgeboten lockt werden die Geschäfte auch gerade an Sonntag wieder ihren großen Umsatz machen.

Machen Kleider Leute

24. April 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Das Kleider von Leuten gemacht werden wissen wir. Meist von irgend welchen unterbezahlten Kindern in Indien oder Malaysia. Gottfried Keller brachte mit seiner Novelle „Kleider machen Leute“ diesen Gedanken genau umgekehrt an das philosophische Tageslicht.
Es ist uns auch bestens bekannt, dass bestimmte Kleider nur von ganz bestimmten Menschen gekauft werden. Beruflich bedingt, oder einfach deren Charakter entsprechend. Da spielt der Schnitt eine ganz bestimmte Rolle, aber auch die Farbwahl. Der Punker liebt es bunt und leger, der Spießer seine grauen Nadelstreifen. Daneben gibt es auch die klassischen Blender. Aussage: Ich bin wichtig, weil ich einen Markenartikel trage.
Aber! Machen Kleider auch tatsächlich Leute?
Haben Kleider Einfluss auf unseren Charakter, wenn wir sie lange genug tragen? Weil zum Beispiel Eltern oder Beruf diese verlangen?
Anders gesagt! Entwickeln Menschen sich zu Konservativen, wenn sie sich von der Geschichte, von der einfachen, schlichten, superpraktisch und dennoch sauteuren Barbourjacke einwickeln lassen haben. Die es leider nun einmal nur in dunkelgrün oder braun zu kaufen gibt? Schon über diese Farben kann man geteilter Meinung sein. Ist das eine mögliche Ursache, sich völlig von seinem bisherigen Leben zu verabschieden? Auf dieses Gedankenspiel hat mich die Lieblingsjacke eines Kollegen gebracht.
Ein weiteres Phänomen ist die Farbe Schwarz. Hartnäckig hält sich unter diverser Prominenz der Satz, Schwarz würde die Persönlichkeit unterstreichen. Welche Persönlichkeit? Das kann doch wohl nur der Fall sein, wenn man eine Persönlichkeit sprich: Akzeptanz hat.
Meine Frage ist: Kann das Tragen derartiger Farben über einen längeren Zeitraum zu einem völlig Konservativen Menschen erziehen?
Die Erfahrung sagt ja! Oder haben sie schon einmal einen Berufssoldaten zum Thema Toleranz interviewt? Ein intelligentes Statement von einem Clown gehört? (Ich meine jetzt nicht Guido Westerwelle).
Aber wie sieht unser Leser, der Mann auf der Straße (grins) dieses Phänomen Kleider?

17. Gerlinger Solitudelauf

23. April 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Der 17. Internationale Solitudelauf vergangenen Sonntag in Gerlingen ist besucht wie noch nie. Etwa 800 Läufer auch aus den Gerlinger Partnerstädten Tata und Vesoul waren am Start. Auch die Kinder und Schüler beteiligten sich in gesonderten Läufen am 17. Solitudelauf.

Der 10.000 m Lauf und der Halbmarathon beginnen auf der Schillerhöhe (Solitude Straße) vor der Schillerklinik. Die Teilnehmer werden mit Bussen von der Stadthalle zum Startplatz gefahren. Die Strecke führt dieses mal durch das Schloss Solitude und anschließend auf gut ausgebauten Waldwegen überwiegend durch den Gerlinger Wald. Die letzten beiden Kilometer führen durch das Stadtgebiet.

Die Läufer starten gegen 10 Uhr an der Schillerhöhe. Währenddessen finden beim Zieleinlauf, rund um das Gerlinger Rathaus der 600 m Bambinilauf für die bis 1995 geborenen und ein 1.600 m Schülerlauf statt. Die ersten Läufer des 10.000 m Laufes werden laut Organisator Werner Kirchmaier, der sich über die gute Beteiligung an den Läufen besonders freut, ohnehin erst gegen 10.45 Uhr im Ziel erwartet. Bei den Bambiniläufen hätten sich 46 beim Schülerlauf sogar 97 Kinder beteiligt. Werner Kirchmaier führt auch die Leichtathletikabteilung des KSG Gerlingen.

Aus Vesoul, der französischen Partnerstadt haben sich 40 Läufer und aus Tata der Partnerstadt aus Ungarn 10 Läufer beteiligt gibt Wolfgang Steng der erste beigeordnete der Stadt Gerlingen, der auch die Siegerehrungen durchführt bekannt. Die Siegerehrungen gestalten sich sehr umfangreich, da die Teilnehmer sowohl geschlechtlich als auch altersspezifisch gewertet werden. Gesamtsieger im 10.000 m Lauf wird Ralf Riedbach vom TSV Enzweihingen mit 33:53 min. Bernd Stahl vom Lauftreff Böblingen belegt den 2. und Peter Vester vom TF Feuerbach den 3.Platz. Gesamtsieger beim Halbmarathon wird Jörg Hustig vom TV Feuerbach in 1:12:05 Std. die Plätze zwei und drei belegen Olah Gabor und Peter Scheffer aus Tata. Den Bambinilauf über 600 m gewinnt Leon Bühler vom KSG Gerlingen in 2:18 min. Den zweiten und dritten Platz belegen Marco Weber aus Gerlingen und Markus Tritschler vom KSG Gerlingen. Den Schülerlauf über 1.600 m gewinnt Laura Fritz in 6:17 min. vom KSG Gerlingen. Den zweiten und dritten Platz belegen Fabian Illison vom TV Weiler und Tim Volkert vom TSV Oberhausen. Die Preise für die Läufer, silberne Figuren und Rucksäcke hat übrigens die Volksbank im Stohgäu gesponsert. Die auch der Hauptsponsor dieser Veranstaltung ist.

Nach dem Motto vormittags laufen und nachmittags kaufen haben an diesem Sonntag die Geschäfte in Gerlingen von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Dazu sind in jeder geöffneten Filiale spezielle Spendenkassen aufgestellt, um Geld für eine Typisierung von Blutstammzellen für den an dem an Leukämie erkrankten 18 Jährigen Gerlinger Jan zusammen zu bekommen.

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