Aoteaora Tag 10 578 Auckland

31. Januar 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Meine Neuseelandreise vom 26. Januar bis 1. März 2002
Tag 10 578 Donnerstag der 31. Januar 2002 Auckland:
Entspannt sind wir jetzt. Ich habe bis etwa 1.30 Uhr durchgeschlafen. Das war auch dringend nötig, denn in den letzten Tagen, ob in der Bruthitze Bangkoks, oder im Flugzeug, war derartiges unmöglich. Abendliche Touren sind, wie wir im Nachhinein noch oft erfahren, ohnehin ziemlich sinnlose Unternehmungen in diesem Land. Denn der Kiwi, wie sich der Neuseeländer nach seinem seltsamen Wappenvogel selbst gerne benennt, klappt, auch in der Milionenmetropole Auckland, in der tatsächlich fast die Hälfte aller Einwohner Neuseelands leben, um kurz nach sechs Uhr Abends den Bürgersteig hoch und geht nach Hause. Nur die 24-Stunden-Shops, oder ausländische Restaurants haben länger geöffnet. Nach dem Frühstück im Hotel – klassisches Hotelbuffet – gehen wir zum Hafen hinunter um uns einmal umzusehen in der Stadt der Segel, der „City of Sails“, wie Auckland wegen seiner Skyline – die Stadt ist umgeben von Segelyachten –  genannt wird. Im Anschluss gehen wir auf den Sky-Tower. Wie in Stuttgart der Fernsehturm, ist der Sky-Tower das Wahrzeichen von Auckland. Nur ist der Sky-Tower eben mal knapp 100 Meter höher als unser Fernsehturm. Dafür aber auch etwas jüngeren Baujahrs. Auf ihm gibt es, über die Aussichtsplattform montiert, auch eine Plattform für´s Bungee-Jumping. Für den so angepriesenen, immerhin höchsten, Bungee-Sprung der Welt. Das ist man sich im Land, in dem der Bungee-Sprung erfunden wurde wohl mindestens schuldig. Der Absolvent erwirbt sich mit einem derartigen Sprung auch das Recht ein T-Shirt zu kaufen, auf dem dieses Ereignis dann verewigt ist und kann dann im Sitzgurt, gesichert an zwei Drahtseilen in die Tiefe rasen. Gesamtkosten 150 Kiwi-Dollar. Etwa 150 DM, da der Kiwidollar interessanterweise bis auf drei, vier Stellen hinter dem Komma mit der D-Mark identisch ist. Eine interessante Perspektive auf die Stadt bieten im Boden der Aussichtsplattform eingelassenen Glasplatten durch die man auf den etwa 250 Meter unter einem vorbeifließenden Verkehr schauen kann. Wobei die Stadt von dort oben mehr wie eine Tafel für den Theorieunterricht in Fahrschulen wirkt. Hier oben begreife ich dann auch was es mit „City of Sails“ auf sich hat. Rund um die größte Stadt des Landes kreuzen auf dem Pazifik zahllos die Segeljachten. Auckland ist eine Art Insel und der Durschschnittskiwi besitzt daher eher eine Segeljacht als einen Pkw.
Dann nehmen wir uns Kelly Tarlton´s Unterwasser- und Antarktikwelt vor. Tarlton baute das mit größte Aquarium der Welt in die alte Kläranlage der Stadt Auckland an der Pazifikküste ein. Ein kleines Häuschen etwas außerhalb markiert den Eingang ins nasse Reich Tarltons. Drinnen geht es zuerst einmal eine Menge Treppen hinunter. Und man merkt dabei an zunehmender Luftfeuchte und Kälte – es geht unter´s Meer. Durch Acrylröhren, wird man über ein Förderband 120 Meter weit durch verschiedene große Becken geschleust. Über einem schwimmen die großen und kleinen Fische, Rochen und Haie der neuseeländischen Pazifikfauna. In den Becken ist die faszinierende Unterwasserlandschaft detailgetreu nachgebildet. Samt den ökologischen Fehlleistungen. So finden sich immer wieder Installationen mit alten Bootswracks, Giftfässern und kunstvoll drapiertem Müll in den Aquarien. „Wie es eben tatsächlich an neuseelands Küsten aussieht“, kann man daneben immer wieder lesen. In einem anderen Teil der Anlage geht es mit einem geschlossenen, kleinen Zug, hintereinandergekuppelter Hägglund-Fahrzeuge, wie sie der eine, oder andere vielleicht als die schwimmfähigen Sardinenbüchsen aus der Bundeswehrzeit kennt, durch ein Terrarium aus Wasser und Eis in dem alle möglichen Pinguinarten leben. Es riecht dort stark nach Fisch. Obligatorisch für Neuseeland ist auch der sich an die Anlage anschließende Merchandising-Shop mit allerlei Plüschhaien und Plüschpinguinen, auch in Form eines Rucksacks und dergleichen mehr. Einer Tourismusmarotte, der wir in diesem Land noch oft begegnen und die in den letzten Jahren auch bei uns im Lande mehr und mehr Einzug hält. Danach planen wir, zum Hafen zurück wandernd, unseren kurzen Abstecher auf das Great Barrier Island. Es gibt allerdings zahllose Anbieter für einen Great Barrier Trip. Drei Tage wollen wir uns zur Einstimmung auf Neuseeland auf diese kleine Insel begeben, die im kleinen alle Attraktionen Neuseelands quasi komprimiert bereithält. Wandertrecks, heiße Quellen mit Geysiren, die Hotsprings, Schwefelquellen, Meer mit ausladenden Badestränden, Trekkingpfade, ein Vogelschutzgebiet und Naturparks. Wir essen unweit von unserem Hotel in einem afrikanisch-orientalischen Restaurant, das eine sehr gute Küche hat und genießen die reichhaltige, filigrane, afrikanische Küche. Leider finden wir im Anschluss den One-Tree-Hill nicht rechtzeitig. Als wir oben sind hat das dortige Observatorium schon geschlossen. Wir gehen dann zu Fuß wieder zu unserem Hotel zurück.
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Aoteaora Tag 10 574 bis 10 577 Von Bangkok noch Auckland

27. Januar 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Tag 10 574 Sonntag der 27. Januar 2002 Bangkok:
Wir werden in Bangkok am Flughafen sehr freundlich empfangen und versuchen zunächst einmal uns hier zu orientieren. Dann lassen wir uns vom Flughafen mit einem Taxi in die City fahren. Taxifahren ist eine sehr günstigste Möglichkeit der Fortbewegung in Thailand, heißt es. Man hat uns eine ungefähre Adresse von einem guten, günstigen Hotel in der Innenstadt gegeben. Während der Fahrt wird es plötzlich eisig kalt im Wagen und der Taxifahrer weist uns begeistert auf die Klimaanlage in seinem sonst eher ziemlich antiquiert wirkenden Wagen, einem alten Ford Taunus, hin. Diese dreht er mit fröhlich, kindischem Grinsen herunter, bis es selbst uns, die wir weitestgehend noch aufs winterliche Deutschland eingekleidet sind, erbärmlich friert. Die Straßen entlang stehen alle paar Meter riesige, goldgerahmte Portraits. Der darauf abgebildete ältere Herr, mal in ordenstrotzender Uniform, mal Zivil, ist der König Thailands – Bhumiphol Adulyadej. Er hatte dieser Tage, am 10. Dezember, Geburtstag und wurde 75 Jahre alt, erklärt man uns. Der König ist überhaupt der Superstar in Thailand auf den alle Thais besonders stolz sind. Auf jeder Münze und den Geldscheinen ist er mit seinem Konterfei verewigt. Mal jünger, mal als alter Mann. Je nach dem Wert des Geldes. Wir lassen uns nach der Adresse in der Innenstadt fahren. Bangkoks City ist eine ganz ordentliche Strecke vom Flughafen entfernt. Die Straßen sind brechend voll mit Fußgängern und irgendwann sieht auch unser wild hupender Chauffeur ein, dass hier kein Weiterkommen ist und wir steigen aus. Es kommt uns vor, als würden sich alle Einwohner der neun Millionen Metropole Bangkok jetzt gerade durch die Straßen der Innenstadt wühlen. Die Innenstadt ist ein einziger riesiger Marktplatz, auf dem man eigentlich so gut wie alles kaufen kann. Eine Tüte Heuschrecken aus der Pfanne, Wachteln lebend in einem winzigen Käfig und vieles mehr. Und die Luft steht. Das schwül-heiße Klima macht uns mit unserem Reisegepäck gleich ordentlich zu schaffen, schließlich schleppen wir nicht nur Material für mehrere Wochen, sondern auch Kleidung für Sommer, Winter und Regengebiete mit uns herum. Ein Mädchen aus Düsseldorf, spricht uns, wie wir so fragend und über das Weitergehen debattierend in dem Gewühl stehen, an und empfiehlt uns das KS-Haus, in dem sie selbst wohnt. Sie sitzt mitten in der Hektik des allerorten um uns herum stattfindenden Straßentrödelmarktes auf der Bordsteinkante und knabbert an einer Ananas. Scheinbar unbeeindruckt von all den Gefahren, vor denen man uns Thailandreisende mehrfach eindringlich gewarnt hat. Sie ist in der Tat ganz allein in Bangkok, erfahren wir, und will noch drei Monate hier verbringen, während ihre Eltern, oder anderen Reisegenossen anscheinend weiter durch Thailand ziehen, oder auf Weltreise seien, erzählt sie. Was wir ordentlich tough finden. Das KS-Haus ist gleich die Straße runter und wir haben auch keine großen Ambitionen mehr nach etwas anderem zu suchen. Denn sich, wie schon erwähnt, in Bangkoks Moloch mit Gepäck durch das brodelnde Großstadtleben zu wühlen ist erschöpfend genug für einen Tag. Die Hotel-Lobby wird von einem weißen Papagei mit gelbem Haarbusch, einem Gelbhaubenkakadu, besetzt. Da das Tier durch sein lautes Krächzen offensichtlich Gefallen an uns gefunden hat, ist so die junge Frau am Empfang, ein Zimmer für uns frei. Das Krächzen, des an der Pforte von allen Hotelangestellten ordentlich verhätschelten Tieres beschäftigt uns die nächsten Tage ausgiebig und sorgt dafür, dass wir unser Hotelzimmer immer recht frühzeitig verlassen.
Der Gelbhaubenkakadu gilt als einer der Lautesten unter den Papageienartigen. Es ist nach Bangkokzeit dann auch schon 19.25 Uhr am Abend als wir endlich auf unserem Zimmer sind. Wir gehen mit einer jungen Dame, die hier im Hotel arbeitet essen. Sie bietet sich spontan an, uns ein wenig die Stadt zu zeigen und führt uns zu einem nach ihren Aussagen, günstigen Restaurant mit original Thai-Essen, dass wie wir meinen so günstig allerdings nicht ist. Gut möglich, dass die junge Frau dort Prozente für angeschleppte Touristen bekommt. Aber es ist reichlich und auch recht gutes Essen. Viel Reis und Gemüse, reichlich Ingwer und Curry – das muss wohl einfach sein in der asiatischen Küche. Und auch eine Menge Unbekanntes. Wie zum Beispiel die Idee Glasnudeln mit Honig zu verkochen oder Schwalbennestern. Auf der Dachterrasse des KS-Hauses lassen wir später, bei ein paar Flaschen Shinga-Pils, die wir uns in einem der 24-Stunden-Supermärkte gekauft haben, den Tag ausklingen. Wir stellen umgehend fest, wie tückisch dieses Bier in der 0,7 Liter Flasche mit sechs Prozent Alkohol bei diesem Waschküchenklima ist. Zwei Flaschen lassen das Kopfweh schon ziemlich erahnen. Aber trotz Müdigkeit fällt Schlafen bei diesem Klima ziemlich schwer.
Tag 10 575: Montag der 28. Januar 2002 Die Sehenswürdigkeiten in Bangkok:
Beide haben wir, wie schon erwähnt, nicht sehr gut geschlafen und so die halbe Nacht durchgelabert. Heute haben wir ein sehr umfangreiches Programm vor uns, dass unsere junge Stadtführerin sich ausgedacht hat. Nach dem Frühstück im Hotel, das sehr an zu Hause erinnert – Nutellabrot und Kakao – besuchen wir einen Tempel. Heute ist, erfahren wir, ein buddhistischer Feiertag. Wir sehen Mönche, in orangefarbenen und andere in gelben Gewändern. Die Gelben, werden wir aufgeklärt, sind die höheren Mönchsgrade. In Thailand ist es üblich die jugendlichen zu einer Art sozialem Jahr eine Zeit lang in den Tempel zu geben. Daher sind unter den uns auf den Straßen begegnenden Gruppen immer sehr viele Kinder und Jugendliche. Wir besuchen einen Gottesdienst. Im Tempel werden wir zunächst einmal zur absoluten Ruhe genötigt und aufgefordert die Schuhe abzulegen. In eine lange Reihe mit hunderten anderer Schuhe. Hoffentlich finden wir unsere Latschen nachher wieder. Im Tempel macht offensichtlich jeder was er will. Mit den Gebetsperlen spielen, essen, Räucherstäbchen anzünden etc. Was während des Murmeln des Vorbeters zu tun ist, darüber scheint es keine bestimmten Vorgaben zu geben. Beim Tempel können wir die vielen kleinen Bauchläden für die Opfergaben ansehen. Räucherstäbchen, kleine Holzkäfige mit winzigen Vögeln (Wachteln, oder Lerchen) um diese in die Freiheit zu entlassen, als Symbol für die Befreiung, heißt es. Dann gibt es Bildchen, winzige Statuen und vieles an kleinem Krimskrams mehr. Buddhistische Mönche leben größtenteils von diesen Opfergaben der Tempelbesucher. Es ist der Tempel zum goldenen Buddha, daher befindet sich blumengeschmückt eine überlebensgroße Goldstatue im Garten der Anlage. Im Anschluss unternehmen wir eine Bootstour auf den Fluss. Die bunten, langen Boote mit dem Außenbordmotor am langen Stil gibt es mit oder ohne Chauffeur zu mieten. Auch das nicht ganz billig, aber wir sind im Urlaub und gönnen uns so auch diesen exklusiven Spaß. Außerdem lässt sich Bangkok, dass auch gerne als das Venedig des Osten bezeichnet wird, durch die viele Kanäle und verzweigten Flussläufe, auch ganz hervorragend zu Wasser erkunden. Wir mieten uns also ein Langboot mit Chauffeur und machen zunächst bei einer Schlangenfarm halt.
Dort sehen wir uns eine Vorführung mit den riesigen und gefährlichen Tieren an. Eine große Würgeschlange wird zum streicheln herumgereicht. Bei anderen, den Giftschlangen, werden die Tiere von ihren Betreuern zur Aktion provoziert. Ein Spiel, dass von dem ziemlich vernarbten Dompteur auch das eine, oder andere mal verloren wird. Im der Farm angegliederten Zoo befinden sich Pfauen, Affen, Kaimane, viele exotische Vögel und zahlreiche andere Schlangen. Ich kaufe ein paar mit exotischen Vögeln bedruckte T-Shirts. Bei einem weiteren großen Tempel, alleine in Bangkok gibt es insgesamt 400 buddhistische Tempel, legen wir wieder an. Hier gilt es Weißbrot zu kaufen und damit die fetten, im schmutzigen Fluss schwimmenden, heiligen Fische zu füttern. Diese strecken für ein hingehaltenes Stück Brot tatsächlich ihre riesigen Mäuler weit aus dem Wasser. Diese Fische dürfen nicht geangelt werden, weil sie in der unmittelbaren Nähe des Tempels lebend, praktisch besonders gesegnet sind. Andererseits scheint der Fluss auch die örtliche Kloake, für die zahlreichen am Fluss auf Pfählen gebauten Barakensiedlungen zu sein. Immer wieder durchpflügt unser Boot ganze Felder mit Salatköpfen, Äpfeln und anderen undefinierbare Resten von Nahrungsmitteln, sowie diversem Baumaterial und Wohnungsinventar. Unsere letzte Station ist der Königspalast. Hier verlässt uns unsere Führung, die noch anderes zu besorgen hat. Der König betritt seinen Palast selbst nur zu Staatsempfängen und hat eine Wohnung irgendwo in Bangkok, erklärt man uns. Für die zahlreichen Touristen ist der Palast jedoch geöffnet. Dort können auf Bilder die königliche Familie, der Werdegang einzelner Regenten, Schulabschlüsse in London und den USA, sowie zahlreiche Staatsempfänge besichtigt werden. Und natürlich auch Waffen, Teppiche, den umfangreichen Kronschatz mit zahllosen anderen Geschenken und Kostbarkeiten. Danach besteigen wir auf dem Gelände noch die größte und auch mit schönste Tempelanlage in Bangkok. Der Arumati Tempel mit den weißen, reich verzierten Türmchen lädt gerade zu dazu ein, die vielen steilen Stufen hinaufzusteigen. Eingänge finden sich dort oben dann allerdings nicht. Diese Tempel sind ohne Innenraum, also geschlossene Objekte. Danach gehen wir essen. Irgendwo in der Stadt in einem der vielen Restaurants, die in Bangkok ausnahmslos alle wie Biergärten aufgemacht sind. Man möchte bei diesem Wetter auch nicht drinnen sitzen. Im Hotel duschen wir, dann fahren wir am Abend zu den Bajok-Towers, den größten Gebäuden in Bangkok. 300 Meter, insgesamt 84 Stockwerke sind die Tower hoch. Den Aufzug bis ganz nach oben müssen wir zweimal wechseln. Kein Aufzug nimmt mehr als 30 Stockwerke auf einmal. Oben kann man sich auf eine langsam rotierende Aussichtsplattform stellen und auf das weithin erleuchtete Bangkok heruntersehen. Wie auf dem Stuttgarter Fernsehturm befindet sich auch hier ein Restaurant direkt unterhalb der Aussichtsplattform. Allerdings wirkt dasselbe, durch und durch auf das Genre Weltall getrimmte Lokal auch ein wenig kitschig. Nach dem Essen in einem kleinen Restaurant schlendern wir noch ein wenig durch die nähere Umgebung und sehen uns den ständigen Markttag einmal näher an.
Alles bekommt man dort angeboten. Auch gebratene Heuschrecken und andere Kleintiere in der Pfanne. Und Bangkok schläft nie. Auch spät in der Nacht drängen sich hier noch die Menschenmassen auf der Straße.
Tag 10 576: Dienstag der 29. Januar 2002 Letzter Tag in Bangkok – Flug nach Sydney, Australien:
Heute checken wir aus dem KS-Haus wieder aus. Wir gehen den so genannten Marmortempel besuchen. Das ist ein Areal mit zahllosen auf eine große Grünfläche hingeworfener ganz verschiedenartiger weißer Gebäude, Schreine und Statuen. Eben allesamt aus Marmor, weiß und von unterschiedlichster Bauform. Dann schreiben wir ein paar Postkarten. Eigentlich die Einzigen auf unserer Reise, denn die spannenden Aktivitäten lassen uns für derartiges meist gar keine Zeit. Die Karten müssen direkt beim Postamt aufgegeben werden, dass ein militärisch organisierter und scharf bewachter Komplex ist. Aber nur hier können wir, hat man uns erklärt, sicher gehen, dass unsere Postkarten auch befördert werden. Denn Briefkästen werden hier nur sporadisch geleert. Allerdings geht auf diesem Postamt das ganze Prozedere dann auch erheblich schneller und reibungsloser vonstatten, als auf unseren Postämtern zu Hause. Obwohl die Schlange vor dem Schalter in etwa genauso lang ist. Durchsuchen lassen, Karten abgeben, zahlen und wieder verschwinden. Dann kommen wir zu einem weiteren Original aus Thailand. Den Tuk-Tuks. Diese dreirädrigen Motorradrikschas sind extrem laut verstinken und vernebeln auf längere Zeit alles was sie hinter sich lassen und die Fahrer brezeln mit halsbrecherischem Tempo durch die Fußgängerzonen Bangkoks. Oft hilft nur noch ein beherzter Sprung auf die Seite. Der Beförderungspreis ist Verhandlungssache. Er variiert von Fahrer zu Fahrer und steht auch längst noch nicht fest, bevor das endgültige Fahrziel erreicht ist. Ein besonders nerviges Exemplar von so einem Tuk-Tuk-Fahrer erleben wir an unserem Abreisetag. Er ist nahezu nicht davon zu überzeugen, dass wir nicht in seinem Shop einkaufen und auch keine Girls haben wollen. Mehrmals drohen wir damit notfalls einfach auszusteigen und ihn nicht zu bezahlen. Und haben die Füße mehrfach schon aus den Fahrzeug, bis er uns endlich zu unserem Ziel, eben diesem Marmortempel bringt.
Dann fahren wir per Taxi mit unserem Gepäck wieder zum Flughafen. Auch in diesem herrscht heute so eine mittlere Temperatur von etwa 15 Grad vor. Während es draußen meist so um die 35-40 Grad heiß ist. Allerdings gilt das für die Abflughalle erst recht. Ein Kühlschrank ist nichts dagegen und wir hoffen uns nicht schon zu beginn unserer Reise zu erkälten. Um 17.40 Uhr nach Bangkokzeit fliegen wir ab in Richtung Sydney.
Tag 10 577: Mittwoch der 30. Januar 2002 Sydney, Auckland:
Ankunft in Sydney nach neunstündigem Flug. Es ist 6.40 Uhr nach Ortszeit. Diese wechselt für uns nun, je nach überflogenem Gebiet, recht häufig. Was auch wieder unsere Mägen beschäftigt. Um 19 Uhr gibt es Abendessen um 1.30 Uhr dann schon wieder Frühstück. Und so geht es nahezu bis zum Erbrechen weiter. In Sydney haben wir vier Stunden auf unseren Anschlussflug gewartet und dabei noch einmal unsere Reiseplanung gecheckt.
Der australische Zoll ist auch optisch schon ganz anders unterwegs als unsere deutschen Beamten. Kurzärmelige Khakihemdem und kurze Hosen und der unvermeidliche Hut mit den Bommeln, die die Stechfliegen aus den Gesicht scheuchen sollen. Locker winken die Beamten uns lachend und mit einem lässigen „Hey“, den Daumen nach oben reckend, durch den Zoll. Auch auf dem Flug von Sydney nach Auckland, der etwa drei Stunden dauert, serviert man uns noch einmal ein Abendessen. Dieses Mal passe ich, denn ich bin nun dermaßen vollgefressen und ziemlich erschlagen, dass ich diese paar Stunden für etwas Schlaf nutzen will. Was dummerweise auch nicht klappt. Auf dem Airport in Auckland filzt uns die Zollkontrolle besonders gründlich. Nicht weil wir aus Bangkok kommen, sondern weil, wie wir später noch öfter erfahren, zwischen dem sehr englandtreuen Australien, und dem etwas freiheitlicheren Neuseeland gewisse Differenzen bestehen, die sich in gegenseitig auferlegten Einfuhrverboten tierischer und pflanzlicher Produkte entladen. Ein Spürhund, ein kleiner Beagle, besabbert meine Tasche und erbricht sich dann über meinem kleinen schwarzen Reiserucksack. Große Probleme machen dem Zoll meine schweinsledernen Halbschuhe in der Reisetasche. Die habe ich neben den Sandalen, als zweites Paar zum Wandern mitgenommen. Tatsächlich muss ich den Zollbeamten allen ernstes versichern, dass ich diese Schuhe, übrigens ganz gewöhnliche Barma-Latschen, nicht in Neuseeland verzehren, oder zum Verzehr anbieten will. Immer wieder werde ich darauf hingewiesen, dass ich dieselben, auf den im Flugzeug ausgeteilten Zetteln für den Zoll, hätte als tierisches Produkt, dass ich einführen möchte, angeben müssen. Ein weniger begeisternder erster Eindruck, für das sich ansonsten als so frei und liberal präsentierende kleine Land. Wir buchen vom Flughafen aus schnell ein Hotel, da fast alles in Auckland ausgebucht ist. Es ist Hauptsaison in Neuseeland und auch deren Sommerferienzeit hat gerade begonnen. Neuseeland ist ja auf der südlichen Erdhalbkugel und unser nördlicher Winter ist eben deren Hochsommer. Wir verhandeln mit dem Tourismusinformationszentrum und telefonieren. Dann haben wir endlich eine akzeptable Unterkunft für so genannte „Backpacker“, wie die Rucksacktouristen im Lande bezeichnet werden. Die günstigste Art in Neuseeland zu reisen ist der so genannte Shuttle-Bus, ein Minivan, der die Touristen an einem bestimmten Platz abholt und immer etwa zehn Personen dann auf ihre jeweiligen Unterkünfte verteilt. Als so ziemlich die letzten im Bus werden wir in unserem Park-Towers-Hotel abgeladen. Dafür ist es fast mitten in der City. Es ist nun 18.49 Uhr nach Neuseelandzeit und damit sind wir der deutschen Zeit um etwa knapp elf Stunden voraus. Ganze zwölf Stunden wären Hawaii oder Togo. Endlich sind wir am Ziel unserer Reise. Jetzt wollen wir erst einmal etwas entspannen, dann zum Strand hinunterlaufen und dort irgendwo etwas essen.

Aoteaora Das Land der langen, weißen Wolke Tag 10 573

26. Januar 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Im Hey-Land
Meine Neuseelandreise vom 26. Januar bis 1. März 2002
Tag 10 573 (diese besondere Zählung bezieht sich auf das Alter des Autoren – also mir selbst – nach Tagen berechnet), Samstag der 26. Januar 2002 Flug nach Bangkok (Thailand):
Um 18.30 Uhr treffe ich mich mit meinem Reisebegleiter am Infostand vom Stuttgarter Hauptbahnhof. Martin ist ein alter Schulkamerad von mir, der mich zu dieser Reise nach Neuseeland eingeladen hat und begeisterter Ozeanien-Fan, der dieses Land unbedingt kennen lernen möchte. Der Infostand der Bahn am Stuttgarter Hauptbahnhof ist ein klassischer Stuttgarter Treffpunkt. Hier trifft sich irgendwie so ziemlich jede Stuttgarter Gruppe, die irgend eine gemeinsame Aktion plant. Da der Infostand wegen einer besonderen Skulptur die gleich daneben aufgestellt ist – einer grauen Kugel auf drei hohen Stelzen, die einfach nur unbeschreiblich hässlich ist – eigentlich nicht übersehen werden kann. Eigentlich soll das Ding eine Uhr sein. Doch so etwas wie Zeiger, oder eine Anzeige habe ich daran noch nie gesehen.
Mittlerweile hat man dieses Ding demontiert. An einem Kiosk genießen wir noch ein letztes deutsches Bier. Auch wenn wir vom australischen Bier, dem legendären Fosters schon gehört haben, und dieses sicher auch noch ausgiebig testen werden, wissen wir nicht wie es in Bangkok, Sydney oder Neuseeland, unseren drei Reiseetappen, mit dem Bier bestellt ist, oder was uns dort insgesamt kulinarisch erwartet. Das Fosters, wissen wir, wird sowieso in Deutschland hergestellt. Im Grunde nehmen wir damit, auch wenn es am Ende doch nur einfach einer von vielen Gründen ist um saufen zu können, noch einmal Abschied von unserer Zivilisation. Wir fahren mit dem Intercity-Express-Zug (ICE) „Rügen“ über Mannheim – dort müssen wir einmal umsteigen – nach „Frankfurt-Main-Flughafen“. Direkt geht es zu dieser Zeit von Stuttgart aus nur nach „Frankfurt-Main-Hauptbahnhof“, der wieder ganz wo anders liegt. Im Zug treffen wir auf einen Sat1-Fußball-Sportjournalisten mit gewaltiger Johannes B. Kerner Phobie, mit dem wir uns bis Mannheim großartig unterhalten.
Der Frankfurter Flughafen ist doch größer als ich bisher geglaubt habe. Eine separate U-Bahn bringt uns an unser gewünschtes, etwas abgelegenes, Terminal. Gegen 20.40 Uhr checken wir unser Gepäck auf dem Frankfurter Flughafen ein. Um 20.55 Uhr trinke ich in der „Fly-Inn-Bar“ noch ein Pils vom Fass während mein Reisebegleiter auf dem Topf sitzt. Beim weiteren Gang durch die Zollkontrolle entdecken die Beamten ein Messer in meinem Handgepäck, dass ich daraufhin, nach einigem Hin und Her, unter Polizeiaufsicht, und mit möglichst beträchtlichem Aufsehen noch zusätzlich einchecken muss. Mein Reisebegleiter gibt sich größtmöglichst schockiert und ich fühle mich irgendwie ziemlich mies. Der Terroranschlag in den USA hat die Zoll- und Flughafenkontrolleure aller Welt ein wenig paranoid werden lassen. Und so werden in Frankfurt auch recht eigenartige Prioritäten gesetzt. Denn das schweizer Taschenmesser an meinen Schlüsselbund ist ihnen wieder völlig egal. Zumal es an Bord der australischen Fluggesellschaft Quantas, zum Essen Metallbesteck mit recht guten und scharfen Messern gibt. Aber sicher haben die sich dabei irgend etwas gedacht. Dann folgt der Flug nach Bangkok von über elf Stunden. Unsere erste Station auf dem Weg nach Neuseeland. Beide fliegen wir das erste mal Linie. Man kann dabei flexibel verschiedene Stationen bis zum Zielort auswählen und auch die Anzahl und Dauer dieser Zwischenstopps im Vorfeld selbst bestimmen. In Bangkok werden wir drei Tage verbleiben, bevor es dann mit kurzem Tankstopp über das australische Sydney nach Auckland, der größten Stadt im Norden Neuseelands, zu unserem eigentlichen Reiseziel geht. Dort wollen wir per Wohnmobil für mehrere Wochen das Land erkunden.
Quantas ist eine überaus zuvorkommende und sehr servicebereite Fluggesellschaft, die uns auf dem ganzen Flug permanent mit Wasser und allerhand Getränken umsorgt. Pausenlos sind die Stewardessen mit ihren Karren unterwegs. Bei anderen Flügen kommen sie höchstens einmal an einem vorbei. Zur Thrombosevorbeugung sei das. Da ist viel Trinken sehr wichtig. Wozu auch immer wieder Trainingsbänder mit Gymnastikübungen im Anschluss an die Bordfilme, oder die Werbung für die Reiseziele der Fluggesellschaft laufen. Tatsächlich sieht man auf dem Flug schon den einen oder anderen Passagier durch die Reihen joggen. Garantiert Australier, die für ihren ausgeprägten Sinn für den Breitensport bekannt sind. Andere umlagern die Bordbar über die komplette Flugdauer. Amerikaner, weiß der Geier, warum die nicht direkt fliegen. Zu Essen gibt es gemäß fester Regelung alle sechs Stunden. Teilweise schon ein gewisser Vorgeschmack auf die australische Küche. Es gibt Känguru-, oder Lammfleisch und die unvermeidlichen Muffins. Die Bordfilme sind das aktuellste Australiens, eben was bei uns zu Hause teilweise gerade mal für die nächsten Monate als kommendes Kino-Event angekündigt ist. Überhaupt sind uns die englischsprachigen Staaten, das fällt mir immer wieder ins Auge, medientechnisch um einiges voraus. Die Zeitungen sind rotzfrech geschrieben und jedes Toilettenhäuschen hat seinen eigenen Internet-Anschluss. Es sind wie schon erwähnt elf Stunden bis Bangkok, was uns drei Essen, jede Menge Bordfilme, Werbung und Gymnastik beschert. Daneben haben wir noch ausreichend Zeit um zu Schlafen, zu Lesen und für ausgiebige Diskussionen bezüglich unserer Reiseplanung.

Gemeinderat Gerlingen

16. Januar 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt

Öffentliche Sitzung des Gemeinderates der Stadt Gerlingen am Mittwoch, dem 16. Januar 2002 von 19:00 Uhr bis 20:45 Uhr. Anschließend nicht öffentlicher Teil.

Der Gemeinderatsvorsitzende Bürgermeister Brenner beginnt mit einer kurzen Begrüßung und Eröffnungsrede zur ersten Sitzung im neuen Jahr. Dann gratuliert er der CDU Abgeordneten Evelyne Bader-Ostmann zum Geburtstag und überreicht ihr in einer gelben Tüte ein Geschenk. Der SPD Fraktionsvorsitzende Siegfried Brändle gibt sein Ausscheiden aus dem Gemeinderat bekannt.

Aus der Gemeinde

Auf der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres präsentierte der Vorsitzende Bürgermeister Georg Brenner ein neu erarbeitetes Konzept zur Vorbeugung gegen Sucht und Gewalt. 

Wie der Gemeinderatsvorsitzende und Bürgermeister Georg Brenner schon in seiner Eröffnungsrede mitteilt ist das Thema Sucht und Gewaltbekämpfung seit vielen Jahren Aufgabe des Gerlinger Gemeinderates. In diesem Zusammenhang soll von der Suchtbeauftragten des Landkreises Frau Bartenstein ein gemeindeorientiertes Gesamtprojekt der Stadt Gerlingen vorgestellt werden.

Da, so Frau Bartenstein das Suchtproblem alle Altersgruppen erfasst sollte schon im frühesten Kindesalter mit Präventionsmaßnahmen begonnen werden. In Erziehung, dem Kindergarten und in den Grundschulen müsse zuerst Persönlichkeit und das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden. Das vor Jahren praktizierte Prinzip der Information und Abschreckung bei Zehntklässlern habe nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Dasselbe gelte für die Gewalt. Daher richte sich das jetzige Programm auch gerade an gesunde Kinder. Mit Plakatwerbung und Rauchverboten in öffentlichen Gebäuden, bei der Gestaltung von Festen, den Getränkepreisen – Alkohol dürfe nicht billiger sein als normale Getränke, in Schulen und Vereinen könnte etwas getan werden. Allerdings könne Prävention nicht übergestülpt werden. Es müsse auf freiwilliger Basis geschehen und sie selber könne eben auch nur beratend mitwirken.

Frau Höhn führt dabei den Arbeitskreis Fokus an, der seit 1994 mit Fortbildungen und Theaterstücken an Schulen gegen diese Probleme kämpft. Auch gäbe es das Gesundheitsprojekt 2000 in der Breitwiesenschule. In dem über Ernährungsfragen Vorträge und Fortbildungen abgehalten würden. Dieses Projekt soll ab 2002 an allen Grundschulen eingeführt werden. Paten für diese und einige andere Projekte stünden die Stadt Gerlingen, die Landesbank und einige andere Geldgeber. Auch in der  Realschule versuche man mit speziell ausgebildeten Streitschlichtern dem Gewaltproblem beizukommen. Die Schüler würden auf Vertrauensbasis versuchen Konflikte ganz alleine zu lösen. Sie unterlägen der Verschwiegenheitspflicht auch gegenüber Lehrern. Dieses Projekt würde von drei  Lehrern dort geleitet. In der Kooperation mit der Polizei würden Drogendiscos für Jugendliche veranstaltet. Das Projekt zur Sucht und Gewaltprävention soll mit Theaterstücken und Ausstellungen in den Schulen beginnen. Aber auch wenn das Kind schon im Brunnen sei gibt es einige Aktionen. Das Thema würde nach wie vor nicht vergessen versichert der Bürgermeister.

Allgemein wurde der Vortrag über die Arbeit der beiden Damen Frau Bartenstein und Frau Höhn vom Gerlinger Gemeinderat sehr positiv angenommen.

Tagesordnungspunkt 2: 

Bericht über die Einrichtung eines Gebäudemanagements bei der Stadt Gerlingen

Die Idee ein computergestütztes Gebäudemanagement für die Stadt Gerlingen einzurichten geht auf einen Antrag der CDU aus Jahr 2000 zurück. Dabei sollen, nach der beauftragten Architektin Rosanka, die Raumflächen der öffentlichen Gebäude und Mietshäuser der Stadt Gerlingen überprüft und neu vermessen werden. Anhand dieser Daten werde die Nutzbarkeit der städtischen Räume erfasst, um einen Plan zur Reinigung und Instandhaltung, besonders auch der historischen Gebäude der Stadt, erstellen zu können. Eine Idee, die vom Gemeinderat im allgemeinen sehr begrüßt wurde. Schmunzeln und eine leichte Verwirrung der Gemeinderäte begleitete die, mit einer Fülle fachspezifischer Begriffe gespickte Vorstellung dieses Projektes.

Tagesordnungspunkt 3:

Ein Antrag zur Übertragung der Verwaltung der Jagdgenossenschaft auf den Gemeinderat wurde einstimmig angenommen.

Die Verwaltung der Jagdgenossenschaft Gerlingen soll darin wie im § 6 Abs. 5 LjagdG auf den Gemeinderat übertragen werden. Der Gemeinderat ist damit auf unbestimmte Zeit für die Jagdverpachtung zuständig. Der Reinertrag aus der Jagdnutzung wird der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Darauf einigten sich die Jagdgenossenschaft und der Gemeinderat in ihren vorausgegangenen Sitzungen.

Tagesordnungspunkt 4:

Der Antrag, die Fördergelder für Begrünungsmaßnahmen auf Euro umzustellen wurde einstimmig angenommen. Hierbei gehe es lt. Bürgermeister Brenner um Zuschüsse für private Begrünungen wie z.B. Dachbegrünungen welche die Stadt Gerlingen ihren Anwohnern zur Verfügung stellt. Dieses schon 10 Jahre alte Förderkonzept wurde auf Euro umgestellt.

Tagesordnungspunkt 5: (Zu Punkt 5 fehlen mir noch Informationen. Ich melde mich am Montag).

Bekanntgaben und Verschiedenes von Bürgermeister Brenner:

Der Gemeinderat möchte seine ungarische Partnerstadt Tatz (habe ich so gehört)besuchen.

Die Straßenbahnausstellung läuft noch.

Der ehemalige Stadtrat Helmut Schopf ist gestorben. Die Beerdigung sei am Dienstag gewesen.

H. Pfeiffer wurde mit der Landesehrennadel, seine Frau mit der großen Landesehrenmedaille ausgezeichnet.(wofür)

Ulrich Knoblauch(SPD):

Der Fußweg Margarethenweg wäre nicht geräumt wurden. Im sollte falls noch nicht geschehen im Streuplan aufgenommen werden!

Alwin Maisch (REP):

Ist die Holzhackschnitzel Heizanlage in den Breitwiesen schon in Betrieb? Er habe von anderen Anlagen dieser Art von Funktionsmängeln gehört.

Antwort:

Es fehlt noch die Feinregulierung, dann gibt es eine Besichtigung.

Joachim Faulhaber (FWV):

Der ärztliche Notfalldienst für Gerlingen? Warum gibt es die Möglichkeit nicht nach Ditzingen oder Korntal Münchingen zu gehen? Warum müssen wir nach Stuttgart? Sollte mal geklärt werden.

Gab es NS Zwangsarbeiter in Gerlingen, die nicht aus dem Staatstopf entschädigt werden? Archiv sucht gerade.

Damargie (?) die französische Partnerstadt von Tatz, der ungarischen Partnerstadt von Gerlingen bekommt die Europaplakette verliehen. Tatz lädt Gerlingen hierzu ein.

T.3

1. Januar 2002 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Antonino Zambito
T. ging dem jungen Mann nach. Als der seine Hand ausstreckte um nach der Tasche zu greifen, zog T. ihm ein Bein nach hinten weg. Der Mann geriet aus dem Gleichgewicht und prallte mit dem  Brustkorb gegen eine Hafenmauer. Er hielt ihn fest. Die Eigentümerin der Handtasche, eine junge Frau von etwa Mitte Zwanzig sah ihn völlig verwirrt an. Sie versuchte etwas zu sagen brachte jedoch kein Wort heraus.
Der Handtaschenräuber versuchte vergeblich sich loszureisen. T. durchsuchte den Dieb nach seiner Brieftasche. Er nahm den Ausweis heraus und machte dem jungen Mann verständlich das er sich seinen Namen gemerkt habe. Dann lies er ihn laufen. T. führte die junge Frau zu einem Café. Erst nachdem der Kellner die Getränke gebracht hatte fing Sie an zu reden.
„Ich weis nicht wie ich mich bedanken soll. Sie haben mich vor einer Katastrophe bewahrt. Mein ganzes leben ist in meiner Tasche. Meine gesamten Adressen, meine Papiere mein Geld. Sie haben mir wirklich geholfen. Danke. Aber ich verstehe nicht wieso Sie nicht die Polizei gerufen haben statt ihn laufen zu lassen?“
T. genoss, ja er trank den Dank dieser jungen Frau mit einem Schluck Tee geradezu hinunter.
„Wissen Sie!“ Begann er. „Das was dieser Mann tun wollte dürfen Sie nicht persönlich nehmen. Er braucht Geld. Und da ist es ihm egal von wem er es nimmt! “
„Warum geht er dann nicht arbeiten wie jeder andere auch? Wenn er Geld braucht!“ Konterte Sie sofort.
„Vielleicht, weil er das als seine Arbeit sieht. Wer weis, vielleicht hat er probiert eine ehrliche Arbeit anzunehmen, aber niemand wollte ihn einstellen. Vielleicht reichen seine Qualifikationen nicht. Oder sein Aussehen lässt zu wünschen übrig. Alles Dinge für die man um sie zu ändern  Geld braucht. Würden Sie ihn einstellen? Möglich auch das er sich an diese Variante Geld zu verdienen gewöhnt hat. Seien wir mal ehrlich macht es ihnen Spaß jeden morgen zur selben Zeit aufzustehen, denselben weg zur Arbeit zu gehen um für jemand anderes sein leben aufzugeben? Wie viel Freizeit haben Sie? Ich meine jetzt für sich allein. Keine gesellschaftlichen Verpflichtungen? Wie viel Zeit verbringen Sie mit sich allein? Nicht viel, nicht wahr? Und was bekommen sie dafür das Sie sich selbst verneinen? Geld! Etwas bedrucktes Papier und ein bisschen Metall. “
Sie sah ihn getroffen an. „Sollten wir ihrer Meinung nach jetzt alle zu Dieben werden?

T. schüttelte den Kopf. „Nein, das wäre auch gar nicht möglich. Nur ziehen Sie mal in Betracht das, wenn es Leute wie sie gibt die alles so machen wie die Gesetzgebung es will, es auch solche geben muss die nicht danach handeln.“
„Was meinen Sie?“
„Ich meine das alles zwei Seiten hat. Wenn es Reichtum gibt muss es auch Armut geben. Genau so wie es Ebbe und Flut gibt. Tag und Nacht. Und, und, und.“
„Wenn es Menschen gibt die stehlen, muss es auch solche geben die es verhindern?“
„Fast, wenn es Menschen gibt die stehlen muss es welche geben die geben.
Wenn es welche gibt die Diebstahl fördern oder tolerieren muss es welche geben die dies verhindern oder verurteilen. Obwohl es schwierig ist genau fest zu legen was wann beginnt.“
„Ich verstehe nicht?“
„Stellen Sie sich ein Thermometer vor. In der Mitte haben sie die Null alles was oberhalb liegt ist die plus Temperatur alles darunter die minus Temperatur.“
„Ja, und weiter? “
„Ab wie viel Grad ist es warm und ab wie viel kalt?“
„Ist das nicht für jeden Menschen anders?“
T. nickte. „Richtig, für einen Menschen aus der Südsee beginnt Kalte bei einer anderen  Zahl auf dem Thermometer als für einen Nordeuropäer oder Eskimo. Aus diesem Grunde können wir auch niemals objektiv genug über eine Sache entscheiden.“
„Nun gut.“ Sagte Sie verwirrt „lassen wir das vorerst . Ich würde Sie zum Dank gerne zum Essen einladen. Und ein Nein nehme ich nicht an.“
T. schaute Ihr in die Augen. Er bedankte sich für die Einladung und notierte sich Ihre Adresse.
Sie stand auf und verabschiedete sich nicht, ohne sich noch mal zu bedanken. Auf halbem Rückweg drehte Sie sich noch mal zu ihm um aber T. war verschwunden.

Wo bin ich?

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