T.

13. August 2001 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Antonino Zambito

Er starrte aus dem Fenster hinaus in die Nacht.
Die Straßenlaternen strahlten trübe im Nebel Lissabons.
Er dachte an nichts. Das war nur hier so.
Deshalb zog es ihn immer wieder hier her.

T. trank seinen Whiskey aus. Er zog sich seine Jacke über, lies seine lusitanische Schönheit im Bett zurück und trat in die Dunkelheit.

Er ging die Straße hinunter zum Hafen. Hier konnte er in Ruhe über alles nachdenken. Über sich und sein vergangenes Leben. Es ist viel geschehen seit er von zu Hause, einem kleinen deutschen Städtchen weggegangen war.
Er tat es schnell und ohne besonderen Grund.
Er hatte seinen Seesack gepackt, noch zwei Bücher mitgenommen und war davongegangen.

Das war vor 6 Jahren.
Viel hatte sich ereignet in dieser Zeit.
Nach einigen kürzeren Aufenthalten in den verschiedensten Städten in ganz Europa war er hier hängen geblieben. Diese kleinen Abenteuer hatten ihm großen Spaß gemacht, damals.
Beim Tejo setzte er sich auf eine Bank und lauschte dem Rauschen des Wassers. Am Ufer des Tejo hatte er genug Abstand von der Welt um sein, und das Leben an sich zu betrachten. Hier hatte sie begonnen. Die Klarheit in seinem Leben.
T. griff in seine Wachsjacke. Er suchte nicht lange dann zog er seine Pfeife raus.
Als Sie endlich brannte, nahm er einen kräftigen Zug und lies den Rauch ganz langsam nur durch den leicht geöffneten Mund entweichen.
Der Fluss war schwarz. Nur die Lichter der Stadt und die der Fabrikfenster auf der anderen Uferseite spiegelten sich im Wasser.
Ruhig saß er da das Farbenspiel der Autolichter auf der Brücke >>25.April<< betrachtend. Ihm fiel der Spruch eines alten Mannes ein.
„Es gibt keine Zufälle“ hatte ihm ein  alter Mann gesagt. „Es gibt aber auch kein Schicksal. Wir bestimmen über unser leben. In welchen Bahnen es verläuft. Wir haben keinen Grund zu Jammern weil dieses oder jenes nicht so lief wie wir wollten . Wir können uns auch nicht über die Welt an sich beklagen oder uns mit Ihr herausreden. Wir leben in der Welt die wir uns machen. Wenn du willst das etwas eintrifft dann wünsche es dir nicht nur, sondern sorge dafür das es eintreffen kann.
Aber pass auf was du dir wünscht es kommt alles im Leben zurück!“
Merkwürdiger alter Mann dachte T. „Und vergiss eines nicht mein Junge“ erinnerte er sich.“ Trau keinem Pfaffen.“
Seine Pfeife war erloschen. Was ihn aber nicht weiter störte. Er starrte weiterhin auf den Fluss. Der alte Mann hatte recht dachte er. Das zu beweisen hatte er sehr oft die Möglichkeit gehabt.
T. klopfte die Pfeife aus. Er dachte an Amelia wie schön sie da lag. Nackt nur in weißes Leinen gehüllt. Ihre leicht gebräunte Haut schimmerte im Licht der Kerzen. Das dunkle schulterlange lockige Haar auf dem Kissen gebettet.
T. stand auf. Er steckte die Pfeife wieder in die Jackentasche und ging den Weg zurück.
Er öffnete die Haustür und trat hinein. Kerzenlicht erhellte das Schlafzimmer. Amelia lag da wie er es sich gewünscht hatte. „Kommst du wieder ins Bett? Ich habe noch einiges vor mit dir!“
T. lächelte

Wo bin ich?

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