Kriege, Naturkatastrophen und Havarien

1. Januar 2000 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Marco Rettstatt
Willkommen auf meiner persönlichen Seite lieber Leser. Diese Seite ist meinem Hobby, dem Sammeln von Katastrophen gewidmet. Die erste uns bekannte Katastrophe ist der Urknall, oder für die Freunde der Bibel – als Gott das Licht erfand – es von der Finsternis schied und man das ganze trostlose Chaos sehen konnte. 
Daneben stellt diese Seite einen journalistischen Feldversuch dar:

Der Nachrichtenfaktor Nähe besagt: „Ein Unglück in der eigenen Stadt bei dem zehn Menschen ums Leben kommen, wiegt beim Publikum schwerer als ein Unglück in Asien, bei dem 100 Menschen sterben“.

Der Tote Nachbar müsste demnach gleich viel Gewicht haben, wie die 1 000 Toten in Russland. Anders ist es wiederum wenn in das russische Unglück Deutsche verwickelt sind. Ich habe bei dieser Sammlung, die in drei Kategorien unterteilt ist, Entfernung und Zahlen besonders gekennzeichnet. Siehe auch „Gesammelte Katastrophen“.

Kriege und Krisenherde
(Momentan finden auf der Welt etwa 15 größere Kriege statt, von denen 11 je über acht Jahre andauern)
Naturkatastrophen
(Stürme, Vulkanausbrüche etc.)
Havarien
(Unfälle mit weitreichenden folgen für Mensch und Umwelt in technischen Anlagen)

Kriege und Krisenherde
Aktuell finden in folgenden Ländern Krisen oder Kriegshandlungen statt. Sinn und Opferzahlen müssen noch ausgeforscht werden. Demnächst mehr dazu!

Ägypten, Korea, Nordirland, Sri Lanka, Kolumbien, Angola, Bosnien Herzegowina, Nigeria, Somalia, Korsika, Tschetschenien, Algerien, Kaschmir, Baskenland, Nordirland, Sierra Leone, Israel, Libanon, Osttimor, Eritrea, Äthiopien, Sudan, Kongo, Kambodscha, Taiwan, Türkei, Kuba, Ecuador, Irak, Sri Lanka, Zypern, Senegal, Mali, Bulgarien und Guatemala.

Kriege der letzten 100 Jahre
1900 Russisch-Chinesischer Krieg 
1902-1903 Venezuelanischer Krieg 
1904-
1905 Russisch-Japanischer Krieg 
1906 2. Mittelamerikanischer Krieg 
1907 Honduras-Nicaragua Krieg 
1909-1910 Spanisch-Marokkanischer Krieg 
1911-1912 Italienisch-Türkischer Krieg 
1912-1913 Erster Balkankrieg 
1913 Zweiter Balkankrieg 
1914-1918 Erster Weltkrieg 
1917-1920 Baltische Unabhängigkeitskiege 
1917-1920 Russischer Bürgerkrieg 
1919-1921 Irischer Unabhängigkeitskrieg 
1919-1922 Fiume 
1920-1921 Russisch-Polnischer Krieg 
1921-1923 Griechisch-Türkischer Krieg 
1929 Chinesisch-Russischer Grenzkrieg 
1931-1933 Krieg in der Mandschurei 
1932-1935 Chaco-Krieg 
1935-1936 Italienisch-Äthiopischer Krieg 
1936-1939 Spanischer Bürgerkrieg 
1937-1945 Japanisch-Chinesischer Krieg 
1938-1939 Russisch-Japanischer Grenzkrieg 
1939-1945 Zweiter Weltkrieg 
1941 Französisch-Thailändischer Krieg 
1941 Peruanisch-Ecuadorianischer Krieg 
1945-1949 Indonesischer Unabhängigkeiskrieg 
1946-1954 Französischer Indochinakrieg 
1947-1949 Erster Kashmir-Krieg 
1947-1949 Israelischer Unabhängigkeitskrieg 
1950-1953 Koreakrieg 
1954-1962 Algerienkrieg 
1955-1959 Zypriotischer Unabhängigkeitskrieg 
1956 Suez-Krieg 
1957-1958 Spanisch-Marokkanischer Konflikt 
1957-1962 Holländisch-Indonesischer Krieg um West Neuguinea 
1961-1991 Eritrea-Krieg 
1961-1963 UN-Katanga-Krieg 
1961 Schweinebucht Kuba 
1961-1974 Unabhängigkeitskriege in Portugiesisch-Afrika 
1961-1974 Vietnam-Krieg 
1962 Indisch-chinesischer Grenzkrieg 
1963 Algerisch-Marokkanischer Grenzkrieg 
1965 Indisch-Pakistanischer Krieg (2. Kashmir-Krieg) 
1967 Sechs-Tage-Krieg 
1969 Chinesisch-Sowjetische Grenzkämpfe 
1971 Indisch-Pakistanischer Krieg/Bangladesh-Krieg 
1973 Yom-Kippur-Krieg 
1974 Zypern-Krieg 
1974-1975 Mali-Obervolta Grenzkrieg 
1977 Libysch-Ägyptischer Grenzkrieg 
1977-1989 Vietnamesisch-Kambodschanischer Krieg 
1978-1979-1989 Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion 
1978-1979 Uganda-Tansania Krieg 
1979 Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 
1980-1988 Erster Golfkrieg: Iran-Irak 
1981 Peruanisch-Ecuadorianischer Grenzkrieg 
1982 Falkland-Krieg 
1983 US-Invasion in Grenada 
1983-1984 US-Krieg im Libanon 
1987 Grenzkrieg Libyen-Tschad 
1989 US-Invasion in Panama 
1990 Erster Krieg Amerika-Irak 
1991 Jugoslawischer Bürgerkrieg 
2002 Afghanistankrieg
2003 Zweiter Krieg Amerika-Irak


Naturkatastrophen
Seit der Explosion des Krakatau (Indonesien) vor mehr als 120 Jahren hat es weltweit eine Reihe von Naturkatastrophen mit erschreckend hohen Opferzahlen gegeben. Fast immer waren es Überschwemmungen und Erdbeben, die vorwiegend Asien trafen.
                                                           
29. April 1991 – Der tropische Wirbelsturm «Gorky» drückt eine bis zu sechs Meter hohe Flutwelle in den Golf von Bengalen. Im Süden von von Bangladesch sterben 140 000 Menschen.
27. Juli 1976 – Im Nordosten Chinas wird die Stadt Tangshan von einem schweren Erdbeben getroffen: 242 000 – 655 000 Tote.
1972 – In der afrikanischen Sahel-Zone beginnt eine Dürreperiode: 250 000 Tote.
12. November 1970 – Ein Zyklon mit 230 Stundenkilometern und meterhohen Flutwellen trifft Bangladesch (damals Ostpakistan): 300 000 Tote.
1965 – 1967 – Indien wird von einer dreijährigen Dürreperiode heimgesucht: 1 500 000 Tote.
5. Oktober 1948 – Erdbeben in Turkmenistan: 19 800 – 110 000 Tote.
August 1931 – Nach einem Taifun tritt der Jangtse in China über seine Ufer: 1 400 000 Tote.
22. Mai 1927 – Erdbeben im chinesischen Xining: 200 000 Tote.
1. September 1923 – Die verheerendste Erdbebenkatastrophe der japanischen Geschichte trifft Tokio und Yokohama: 100 000 – 200 000 Tote.
16. Dezember 1920 – Erdbeben und Erdrutsche in Kansu/China: 100 000 – 235 000 Tote.
1911 – Der Jangtse überflutet weite Gebiete Chinas: 100 000 Tote.
28. Dezember 1908 – Ein Erdbeben erschüttert das sizilianische Messina und Süd-Kalabrien: 70 000 – 100 000 Tote.
1887 – Überschwemmungen in der chinesischen Provinz Henan: 900 000 Tote.
26./27. August 1883: Der indonesische Vulkan Krakatau spuckt 18 Millionen Kubikkilometer Bims und Asche aus. In den dadurch verursachten Flutwellen sterben mehr als 35 000 Menschen.
So fanden bei Überschwemmungen 1852 in der Provinz Henan und 1642 im Norden Chinas jeweils 900 000 Menschen den Tod.
Auch bei den Erdbeben, die rund um den Globus wiederholt Hunderttausende von Opfern forderten, weist China mit 830 000 Toten im Jahre 1556 einen traurigen Rekord auf.
Ein Erdbeben in Tangshan im Norden des Landes forderte im Juli 1976 mindestens 242 000 Todesopfer.
In Bangladesch wüteten 1876, 1970 und 1991 Zyklone mit meterhohen Flutwellen, bei denen zusammen über 655 000 Menschen umkamen.
Zu den Naturkatastrophen zählen aber auch die anhaltenden Dürren. So starben zwischen 1965 und 1967 in Indien rund 1,5 Millionen Menschen den Hungertod.
   (Quelle dpa)

Tsunami 
Tsunamis sind Riesenwellen, die vor allem in Ozeanen durch starke Erschütterungen entstehen. Reißt ein plötzlicher Stoß große Wassermassen aus dem Gleichgewicht, breitet sich die Energie in Form von Wellen aus. Im Unterschied zu Wellen, die vom Wind erzeugt werden, bewegen Tsunamis das Wasser bis zum Meeresgrund. Auf hoher See macht sich ihre riesige Kraft je nach Bodenbeschaffenheit und Meerestiefe vielleicht nur als sanftes Schaukeln bemerkbar. Erreichen die Wellen jedoch Küsten, die sich jäh aus dem Wasser erheben und deren Uferregion flach ins Landesinnere führt, entfaltet sich die vernichtende Kraft des Tsunami. Die Wellen türmen sich auf und rasen landeinwärts. Im offenen Meer können sie Geschwindigkeiten von 500 bis 1000 km/h erreichen. Für die meisten Tsunamis sind See- oder Erdbeben verantwortlich. Aber auch Vulkanausbrüche, Felsstürze und Meteoriteneinschläge erzeugen Tsunamis. Nach der Explosion eines Vulkans auf Krakatau am 27. August 1883 erlebte der Lake Taupo, ein See über 8.000 Kilometer entfernt in Neuseeland, eine Welle kleineren Ausmaßes. Dieser Mikrotsunami hatte seinen Ursprung wahrscheinlich in der gigantischen Druckwelle, die nach der Detonation sieben mal um die Erde sauste. Damit ein Tsunami entsteht, bedarf der Auslöser allerdings einer kritischen Größe. Seebeben, deren Epizentrum nahe der Erdoberfläche liegen, führen erst ab einer Stärke von 7 auf der Richterskala zu Tsunamis. Deshalb ist das Ereignis eher selten: Zwischen 1860 und 1948 lösten weniger als ein Prozent der Erdbeben messbare Tsunamis aus. Selbst Seen sind nicht gefeit gegen das Phänomen. Als ein Beben 1601 den Vierwaldstättersee erschütterte, beobachteten Zeitgenossen Wellen, die sich als kleine Tsunamis deuten lassen.                                                                                                          (Quelle: Quarks & Co. WDR)

Die größten Tsunamis
1628 v.Chr. explodierte ein Vulkan auf Santorin. Ein Tsunami mit bis zu 60 Meter hohen Wellen zerstörte Küstensiedlungen im gesamten östlichen Mittelmeer. Heute nimmt man an, dieses Ereignis hätte zur Auslöschung der Minoischen Kultur geführt.
Als Lissabon 1755 von einem der stärksten Erdbeben der Menschheitsgeschichte heimgesucht wurde, forderten Riesenwellen Zehntausende von Menschenleben. Eine Wasserwand überquerte den Ozean. Madeira auf den Azoren wurde von 15 Meter hohen Wellen getroffen.
1960 starben 2.000 Menschen in einem Tsunami in Chile.
Die Sanriku-Küste in Japan erlebte während der letzten 1.000 Jahren vier Tsunamikatastrophen (1293, 1703, 1896 und 1933), die zusammen ungefähr 160.000 Menschenleben kosteten.
Die jüngste Katastrophe suchte am 17. Juli 1998, Papua Neu Guinea heim, wo fast 2.500 Opfer zu beklagen sind.
Quelle dpa

Windhosen
Welche gewaltigen Energien an heißen, feuchten Tagen in der Luft liegen, wird uns bei einem Wirbelsturm deutlich. Dazu gehören die in unseren Breiten als „Windhosen“ bekannten Tornados, die sich von den gewaltigen tropischen Wirbelstürmen (Hurrikans, Taifune) durch ihre Entstehung und Ausdehnung, vor allem aber auch durch ihre Ausdauer und Häufigkeit unterscheiden. 
Wirbelstürme sind Unterdruckgebilde. Diese werden durch besondere meteorologischen Situationen gebildet, die von den extremen Temperaturunterschieden – der heißen Luft am Boden und der kalten Strömung von oben – hervorgerufen werden. Dazu kommt, dass die Winde in unterschiedlichen Höhen in verschiedenen Richtungen wehen. Diese Scherwinde erzeugen zusammen mit den enormen Druckunterschieden starke Aufwinde, die zu rotieren beginnen. Es entsteht ein langgezogener Schlauch aus Luft und Wasser, der am Boden selbst Gebäude zu zerstören vermag. Sobald die in der heißen Luft und im Wasserdampf gespeicherte Energie nicht mehr ausreicht, diese „Windmaschine“ zu speisen, bricht die Windhose zusammen. 
Beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach gehen jedes Jahr drei bis vier Meldungen über Windhosen ein. Anders als die Tornados „amerikanischen Typs“ hält sich ein hiesiger Wirbelsturm selten mehr als einige Sekunden oder Minuten. Die Windhosen in Deutschland gehören daher auch immer in die drei niedrigsten Tornado-Klassen. 
Trotzdem kann eine Windhose in der kurzen Zeit, in der sie ihren hundert Meter breiten Schlauch über eine Strecke von meist etwa einem Kilometer schickt, gewaltige Schäden anzurichten. Der Grund hierfür sind die enormen Windgeschwindigkeiten am Rande des Schlauchs.

Erdbeben 
Die Erdkruste ist in ein Mosaik von vierzehn großen und zahlreichen kleineren Platten zerlegt. Die Platten – angetrieben von Konvektionsbewegungen im darunter liegenden Erdmantel – bewegen sich gegeneinander. Im Durchschnitt erreichen sie dabei die Geschwindigkeiten von wenigen Zentimetern im Jahr. Diese Bewegung erfolgt jedoch nicht reibungsfrei. Die Gesteinspakete werden an viele Stellen gegeneinander gepresst und Unebenheiten hemmen die Bewegung. Spannungen stauen sich auf, bis das Gestein bricht und entlang der Erdbebenherd-Fläche aufreißt. Dann kann der Versatz an der Bewegungsfläche auf einen Schlag bis zu einigen Metern betragen. Die bei diesem Aufreißen entstehenden Erschütterungen, nennen wir Erdbeben. Täglich gibt es unzählige Erdbeben. Die meisten davon sind jedoch so schwach, dass man sie nicht spüren kann. Ab und zu jedoch werden sie so stark, dass sie Schäden anrichten. Erdbeben der Stärke fünf gibt es fast jeden Tag. Oft sind es mehrere täglich. Sie konzentrieren sich auf die Orte, an denen Erdkrustenplatten aneinander grenzen.

Erdbeben entstehen jeden Tag, die allermeisten sind jedoch nur geringfügig, sie richten keine Schäden an und sind auch nicht wahrnehmbar. Große Erdbeben können massive Zerstörung und große Verluste von Menschenleben fordern. Große Erdbeben haben normalerweise ein starkes Anfangsbeben, gefolgt von einer Reihe kleinerer Nachbeben, die sich über Tage hinziehen können. Der Entstehungsort eines Erdbebens im Erdinneren wird Fokus bzw. Hypozentrum genannt. Die Stelle über dem Fokus an der Erdoberfläche heißt Epizentrum . 
Bei Erdbeben wird zwischen der freigesetzten Energie (Magnitude) und den Auswirkungen an der Erdoberfläche (Intensität) unterschieden. Sie werden nach der Richterskala bzw. Mercalliskala bewertet. 
Erdbeben entstehen meistens durch die Bewegung der Kontinentalplatten an Stellen, an denen sich Platten aufeinander zu oder aneinander vorbei bewegen (tektonische Beben). Weniger häufig sind Erdbeben durch die Bewegung von Magma in Vulkanen. In seltenen Fällen können Erdbeben auch durch einstürzende unterirdische Hohlräume entstehen. 
Vor tektonischen Beben entstehen gewaltige Spannungen in der Erdkruste, wenn sich die Platten bei ihrer Bewegung ineinander verhaken. Ist die Scherfestigkeit der Gesteine überschritten, entladen sich dann plötzlich diese Spannungen durch ruckartige Bewegungen der Erdkruste. Die dabei freigesetzte Energie kann die einer Wasserstoffbombe um das hundertfache übertreffen. Die Kruste kann sich horizontal und vertikal bewegen, wobei vor allem die horizontale Bewegung für Schäden an Gebäuden verantwortlich ist. Bei der Katastrophe von San Francisco im Jahr 1906 machte der Boden binnen Sekunden einen horizontalen Sprung über vier Meter. 
An manchen Stellen entstehen durch Erdbeben Risse in der Erdoberfläche, so genannte Erdbebenspalten. 
Erdbeben erzeugen Erdbebenwellen, die sich über die ganze Erde ausbreiten und von Seismographen überall auf der Erde aufgezeichnet werden können. Durch Auswertung der Stärke und Laufzeiten der Wellen kann nicht nur die genaue Position des Erdbebenherds bestimmt werden, sondern es werden auch Erkenntnisse über das Erdinnere gewonnen. 
Durch untermeerische Erdbeben, bei der Eruption ozeanischer Vulkane oder durch unterseeische Erdrutsche, können so genannte Tsunamis ausgelöst werden. Durch die plötzliche Verlagerung großer Teile des Ozeanboden entstehen Wellen, die sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 800 Kilometer pro Stunde fortbewegen. Auf dem offenen Meer sind Tsunamis kaum wahrnehmbar, gelangt die Welle jedoch in flacheres Wasser kann sich der Wellenberg auf über 20 Meter Höhe auftürmen. Am häufigsten entstehen Tsunamis im Pazifik . 

Quelle: Wikipedia und Universität München

Es ist bislang weltweit kein Erdbeben der Stärke neun oder mehr gemessen worden.

Die Richterskala 
Die Grundlage für die Aufzeichnung von Erdbeben mit Meßgeräten bildet die Bestimmung der Magnitude, die in den 30er Jahren von Charles Richter in Kalifornien eingeführt wurde. Die Magnitude stellt ein logarithmisches Maß für die am Erdbebenherd freigesetzte Schwingungsenergie dar, die aus den Seismogrammen errechnet wird.
Es handelt sich um eine logarithmische Skala von 0,1 bis 10. Ein Beben der Stärke 7 ist zehnmal stärker als ein Beben der Stärke 6, hundertmal stärker als ein Beben der Stärke 5, tausendmal stärker als ein Beben der Stärke 4 usw. Theoretisch ist die Richterskala nach oben offen. Bis Ende der siebziger Jahre wurde angenommen, dass die Stärke 8,5 nicht übertroffen werden könne. Inzwischen wurden aber die seismischen Messmethoden verbessert und die Skala korrigiert. Die heutige Obergrenze liegt bei 9,5.

Die Mercalliskala 
Die zweite heute verwendete Skala (in Stufen von I bis XII) wurde von dem italienische Seismologen Giuseppe Mercalli Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt. Die Mercalli-Bewertung hängt vom Standort der Messstelle ab. Ein Beben mit der Intensität I kann nur von Seismographen registriert werden, die Intensität II ist auch nur wenig zu spüren. Die Steigerung über III führt bis zu XII, einem katastrophalen Beben mit totaler Zerstörung.
Die Intensität II und III entsprechen der Stärke 3 bis 4 auf der Richterskala; XI bis XII auf der Mercalliskala kann mit Stärken von 8 bis 9 auf der Richterskala gleichgesetzt werden.
Beben können heute in der Größenordnung von einigen Nanometer (das heißt wenigen milliardstel Meter) erfasst werden. Die von Erdbebenstationen in aller Welt aufgezeichneten Seismogramme ermöglichen unter anderem eine genaue Ortung des Bebenherdes, die Bestimmung der Lage und der Ausdehnung der aktiven Bruchfläche sowie der Größe und Richtung der Verschiebung.
Jährlich werden etwa 800 Beben der Stärke 5 bis 6 verzeichnet, 50000 Beben der Stärke 3 bis 4 und durchschnittlich ein Erdbeben der Stärke 8 bis 9.

Erdbebenwellen 
Erdbeben bestehen aus verschiedenen Wellentypen, die sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit fortbewegen. 
Die Primärwellen (P-Wellen) sind die schnellsten, sie treffen als erste beim Seismometer ein. Wie Schallwellen sind es Kompressionswellen: die Teilchen schwingen in Richtung der Ausbreitungsrichtung der Welle. P-Wellen bewegen sich durch das Erdinnere. Sie können sich in festen, flüssigen und gasförmigen Medien ausbreiten. Sie treten sogar in die Luft über: Geräuscherscheinungen, die von Erdbeben berichtet werden, gehen auf die P-Wellen zurück. 
Die Sekundärwellen (S-Wellen) sind nur rund halb so schnell wie P-Wellen. Es sind Scherwellen wie die Wellen an einem Seil oder einer Geigensaite. Die Partikel schwingen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung der Welle. Die S-Wellen bewegen sich ebenfalls durch das Erdinnere, können sich jedoch wie alle Scherwellen nur in festen Medien ausbreiten. 
Der dritte Wellentyp sind die Oberflächenwellen (L-Wellen, von longae undae), sie ähneln den Wellen auf der Oberfläche eines Gewässers. Sie treffen zuletzt beim Seismometer ein. Sie breiten sich an der Erdoberfläche aus, ihre Amplitude – die Stärke mit der die einzelnen Teilchen schwingen – nimmt zur Tiefe hin rasch ab. 
Aus der Laufzeitdifferenz zwischen P- und S-Wellen lässt sich die Entfernung zum Erdbebenherd berechnen. Bei drei oder mehr räumlich auseinander liegenden Stationen läßt sich seine Tiefenlage in der Erde angeben. Aus dem maximalen Ausschlag des Seismometers ergibt sich die Magnitude, die Stärke des Erdbebens auf der Richterskala. Meist wird der maximale Ausschlag von Oberflächenwellen ausgelöst. Sie sind hauptverantwortlich für Schäden fernab vom Epizentrum. 

Quelle: Wikipedia und Universität München

Havarien

Schwere Flugzeugunglücke

25.5.2002 in Taiwan: 
Über der Straße von Formosa zerbricht eine Boeing 747-200 der taiwanesischen China Airlines (CAL) in vier Teile und stürzt aus 9100 Meter Höhe in die See (225 Tote).
12.11.2001 in USA: 
Drei Minuten nach dem Start vom John F. Kennedy-Flughafen stürzt ein Airbus A300-600 der American Airlines in ein Wohngebiet des süd-westlichen New Yorker Stadtteils Queens. Unter den 265 Toten sind alle 251 Passagiere und neun Mann Besatzung sowie fünf Bewohner der Siedlung Belle Harbor auf der Halbinsel Rockaway.
8.10.2001 in Italien:
Im Nebel stoßen auf dem Mailänder Flughafen Linate eine skandinavische MD-87 und eine deutsche Cessna zusammen (118 Tote).
3.7.2001 in Russland: 
Eine TU-154 der Wladiwostokavia zerschellt im Landeanflug auf Irkutsk (145 Tote).
23.8.2000 vor Bahrain: 
Beim wiederholten Landeversuch stürzt ein Airbus A320 der Gulf Air vor Manama brennend in den Persischen Golf (143 Tote).
25.7.2000 in Paris: 
Erster Absturz einer Concorde. Nach dem Start vom Flugplatz Charles de Gaulle schlägt die Air-France-Maschine brennend nahe einem Hotel auf (113 Tote).
19.4.2000 auf den Philippinen: 
Eine B-737 der Air Philippines verfehlt die Landebahn in Davao und brennt aus (131 Tote).
30.1.2000 vor der Elfenbeinküste: 
Ein Airbus A310 der Kenya Airlines zerschellt im Südost-Atlantik (169 Tote).
31.10.1999 vor der US-Ostküste:
Im Sturzflug prallt eine Boeing 767 der Egypt Air nach dem Start in New York in den Atlantik (217 Tote).
11.12.1998 in Thailand:
Beim Landeversuch während eines Regensturms stürzt ein Airbus der Thai Airways in sumpfiges Gelände vor Surat Thani (101 Tote).
2.9.1998 vor Neuschottland (Kanada): 
Vor der geplanten Notlandung in Halifax zerschellt eine MD-11 der Swissair im Atlantik (229 Tote).
16.2.1998 auf Taiwan: 
Beim misslungenen Landeversuch in Taipeh rast ein Airbus der China Airlines in eine Häuserzeile (203 Tote).
2.2.1998 auf den Philippinen: 
Eine 30 Jahre alte DC-9 der Cebu Pacific prallt auf Mindanao gegen einen Berghang (104 Tote).

Atomare Zwischenfälle: (Quelle: Greenpeace)

Windscale/Sellafield, 8.Oktober 1957.
In einem für militärische Zwecke genutzten Reaktor des Atomkomplexes bricht Feuer aus. Radioaktive Spaltprodukte verseuchen großflächig die Umgebung und sind bis nach Irland nachzuweisen. Die britische Regierung sieht sich gezwungen, zeitweilige Verzehrverbote für Milch aus der Region zu erlassen. Wissenschaftler der Universität Newcastle schätzen, dass über tausend Menschen an den Langzeitfolgen des radioaktiven Windscale-Feuers sterben werden.
Tscheljabinsk, Dezember 1957/Januar 1958.
Auf dem Gelände des Atomkomplexes Majak im Südural ereignet sich ein schwerer Unfall, möglicherweise die Explosion eines Tanks mit radioaktiven Abfällen. Details sind bis heute nicht bekannt. Danach verschwinden ganze Städte und Dörfer von der Landkarte, das Abwassersystem wird verändert. Noch heute gibt es in der Gegend Sperrzonen, zu denen niemand Zutritt hat.
Harrisburg, 27./ 28. März 1979.
In Block 2 des Atomkraftwerkes Three Mile Island kommt es infolge einer ganzen Pannenserie zum Verlust von Kühlwasser. Der Reaktor überhitzt sich, ein Teil des Brennstoffs schmilzt. Im Reaktordruckbehälter bildet sich eine Wasserstoffblase. Glücklicherweise explodiert sie nicht. Trotzdem gelangen radioaktive Substanzen ins Freie. Die Universität Columbia stellte rund 20 Jahre später erhöhte Leukämieraten bei Menschen fest, die der radioaktiven Wolke ausgesetzt waren.
Tschernobyl, 26. April 1986.
Während eines Experiments gerät Block 4 des ukrainischen Atomkraftwerks in einen instabilen Zustand. Der Versuch einer Schnellabschaltung heizt die Kettenreaktion wegen eines Konstruktionsfehlers noch weiter an. Wenige Sekunden später explodiert der Reaktor und wird völlig zerstört. Eine radioaktive Wolke verteilt den Fallout über weite Teile Europas.
Tokaimura, 30. September 1999.
In der etwa 100 Kilometer nordöstlich von Tokio gelegenen Brennelemente-Fabrik befüllen Arbeiter einen Tank mit 16 Kilo Urangemisch anstatt der vorgeschriebenen 2,3 Kilo. Es kommt zu einer unkontrollierten Kettenreaktion mit hoher Strahlung. Zwei von drei schwer verstrahlten Arbeitern sterben einige Zeit später eines qualvollen Todes. Mehrere Hundert Menschen aus der näheren Umgebung werden verstrahlt.

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